"All You Can Fly": Mallorca-Airline bietet Flatrate-Fliegen für knapp 600 Euro im Jahr an
Es gibt bei dem Angebot jedoch einige Haken

Ein Flugzeug der Airline Wizz Air. / Joan Castro
Ein neues Flatrate-Angebot der ungarischen Mallorca-Airline Wizz Air dürfte andere Low-Cost-Airline-Konkurrenten wie Ryanair und EasyJet wachrütteln und auch so manchen Vielflieger reizen: Bei "Wizz Air - all you can fly" zahlen Nutzer 599 Euro pro Jahr. Dafür können sie dann so viele Flüge, wie sie möchten, innerhalb des internationalen Streckennetzes mit Verbindungen innerhalb Europas, aber auch nach Nordafrika, in den Nahen Osten oder Asien wahrnehmen.
Hierhin kann man von Palma aus mit Wizz Air fliegen
Eines sollten deutschsprachige Residenten und Urlauber aber schon vorab wissen: Wizz Air bietet keine Verbindungen von Palma aus nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz an. Die Airline fliegt vom Flughafen Son Sant Joan aber andere Reiseziele an, etwa London, Rom, Budapest, Kattowitz, den Chopin-Flughafen Warschau oder auch den Flughafen Bukarest Henri Coandă sowie den der Stadt Cluj-Napoca (Rumänien).
Weitere Flugverbindungen von spanischen Zielen aus
An anderen Orten in Spanien (Madrid, Barcelona, Alicante, Bilbao, Castellón, Fuerteventura, Girona, Gran Canaria, Ibiza, Málaga, Santander, Sevilla, Teneriffa, Valencia und Zaragoza) bietet die Low-Cost-Airline weitere Flüge zu europäischen Zielen wie Sofia (Bulgarien), Mailand und Rom (Italien), Tirana (Albanien), Wien, Kutaisi (Georgien) und Belgrad (Serbien) an.
Die Haken an dem neuen Modell
Wie jedes Angebot, das erst einmal einen verlockenden Anschein macht, gilt es auch bei der neuen Flatrate fürs Fliegen das Kleingedruckte zu beachten. So müssen Abonnenten neben dem 599 Euro teuren Jahresbeitrag pro Flug, den sie buchen, 9,99 Euro Servicegebühr bezahlen. Zum anderen können Nutzer Flüge frühestens drei Tage (72 Stunden) vor dem geplanten Reisedatum buchen. Das durfte die Urlaubsplanung erheblich erschweren, zumal die Zeitangabe auch für die Buchung des Rückfluges gilt. Wer also nicht riskieren will, dass er länger am Zielort als geplant bleiben muss, dem nützt die Flatrate allenfalls für Kurztrips. Dafür kann er Hin- und Rückflug am selben Tag buchen.
Ein weiteres Manko: Im Flatrate-Preis ist weder Handgepäck noch aufzugebendes Gepäck enthalten. Passagiere dürfen nur eine kleine Tasche oder einen kleinen Rucksack kostenlos mitnehmen. Für alles andere müssen sie die geltenden Gebühren zahlen.
"Für die Fluggesellschaft sind diese zusätzlichen Einnahmen entscheidend, damit sich das Flatrat-Angebot für sie rentiert. Der Basistarif deckt die Betriebskosten eher nicht, zumindest nicht, wenn ein Abonnent sehr häufig fliegt“, erklärt Pere Suau-Sanchez, Professor für Luftverkehrsmanagement an der Universitat Oberta de Catalunya (UOC).
Für wen sich das Angebot eignet
Laut den Informationen auf der Webseite eigenet sich das Flatrate-Modell, das dem Unternehmen konstante Einnahmen über einen bestimmten Zeitraum hinweg garantiert, für folgenden Nutzertyp:

Für wen sich das neue Angebot lohnen könnte. / Wizz Air
Reisende haben im Optimalfall also kein Gepäck und sind maximal flexibel.
Stichdatum für Flüge mit neuem Abo-Modell
Wer das neue Abo-Modell gebucht hat, kann damit Flüge ab dem 25. September wahrnehmen. Die Airline hat die maximale Abonnenten-Zahl auf 10.000 begrenzt. In den ersten Tagen gab es das Flatrate-Abo als Werbeaktion von Wizz Air sogar für nur 499 Euro. Ein Großteil der Mitgliedschaften war daher schnell vergriffen. Mittlerweile ist das Angebot, wie ein MZ-Test am Montag (19.8.) gezeigt hat, von allen Orten aus vergriffen. Auf der Webseite auf Deutsch heißt es etwa: "WIZZ All You Can Fly ist ausverkauft! Bleiben Sie dran, um mehr Verfügbarkeit zu erfahren. Keine Sorgen, sehen Sie sich unsere monatliche WIZZ-MultiPass-Mitgliedschaft an und fliegen Sie weiter!"
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