Nach Kürzung von Bus-Verbindungen und Einsatz weniger EMT-Busse: Bewohner von Palma sind besorgt
Sie fordern unter anderem, dass die zwölf aus dem Verkehr gezogenen Fahrzeuge zeitnah ersetzt werden

Vor den Bussen einiger Linien bilden sich regelmäßig lange Schlangen. / Guillem Bosch
Dass die städtischen Verkehrsbetriebe von Palma (EMT) aus Sicherheitsgründen zwölf Busse aus der Flotte genommen haben, hat unter den Bewohnern der Balearen-Hauptstadt eine Welle der Besorgnis ausgelöst. Es wird befürchtet, dass sich das ohnehin überlastete und teils zähe öffentliche Verkehrssystem dadurch weiter verschlechtert.
Ana Peinado, die täglich die Linie 29 nutzt, sagte der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca", dass ihre Strecke zwar nicht betroffen ist, sie befürchtet aber, dass die Einstellung der Busse die Lage auf anderen Linien verschlimmern werde. "Die Verantwortlichen sollten die Busse ersetzen, damit die Menschen nicht auf einmal ohne Transportmittel dastehen", fordert sie.

Ana Peinado mit ihrer Freundin Natalia Corrí. / Guillem Bosch
Ihre Freundin Natalia Corrí fährt zwar nicht oft mit dem Bus, könne das Unbehagen aber verstehen. „Es war bisher schon schwer, einen Bus zu finden, der nicht voll ist. Da will ich mir gar nicht vorstellen, wie es nun sein wird", sagt sie.
Marianne Pons und ihre Schwester Carmen Pons, die beide in Palma leben, machen sich keine Sorgen, weil nun weniger Busse verkehren, sondern sind eher wegen des allgemeinen Zustandes des öffentlichen Nahverkehrs von Palma frustriert.

Marianne und Carmen Pons. / Guillem Bosch
Chaos programmiert?
„Ich nutze normalerweise die Linie 8, eine der betroffenen Linien. Schon zuletzt ging es mit ihr eher langsam voran. Mit weniger Bussen wird es sicherlich ein Chaos geben“, sagt Marianne sichtlich verärgert. Ihre Schwester Carmen sieht als langfristige Lösung nur eine Modernisierung des Verkehrssystems. „Die Stadt sollte in Elektrofahrzeuge investieren oder die Infrastruktur verbessern. Palma braucht ein effizienteres und sichereres Verkehrssystem“, findet sie.
"Die Frequenzen waren vorher schon eine Katastrophe"
Ángeles Angara äußerte ebenfalls ihre Unzufriedenheit mit der aktuellen Situation. „Die Frequenzen waren schon vorher eine Katastrophe. Ich verstehe nicht, warum die Verantwortlichen diese Dinge nicht besser planen. Die Leidtragenden sind wir, die wir auf den Bus angewiesen sind“, kritisiert sie. Mangelnde Voraussicht und schlechtes Management sorge ihrer Meinung nach für die wiederkehrenden Probleme. "Früher gab es mehr Busse und alles hat besser funktioniert. Jetzt sind die Leute genervt, und das zu Recht", sagt sie.
Besserung im September?
Raul Martínez, der die Busse regelmäßig nutzt, sieht es ähnlich. Er hat Verständnis, dass die Busse aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen wurden, glaubt aber, dass das Problem dadurch nicht richtig gelöst wird. "Die Frequenzen waren schon vorher schlecht. Jetzt werden die Busse noch überfüllter sein und alles wird noch schlimmer", befürchtet er. Wie viele andere hofft auch Martínez, dass sich die Situation im September bessern wird. Wirklich optimistisch ist er aber nicht. „Im Sommer herrscht immer Chaos, derzeit sieht es aber so aus, als bleibt alles gleich oder wird sogar noch schlimmer. Wir brauchen Lösungen und nicht noch mehr Probleme“..

Der Bus auf der Ringautobahn war am Sonntag in Brand geraten. / DM
Warum die Busse aus dem Verkehr gezogen wurden
Zur Erinnerung: Nachdem in weniger als einer Woche zwei Busse in Brand geraten waren, hat die Stadtverwaltung von Palma zwölf mit Erdgas betriebene EMT-Stadtbusse aus dem Verkehr gezogen. Die Feuer waren in zwei Bussen desselben Modells und desselben Alters ausgebrochen. Der erste Vorfall ereignete sich am Sonntag (18.8.) auf der Ringautobahn von Palma in der Nähe des Gefängnisses, der zweite am Mittwochmittag (21.8.) vor dem Einkaufszentrum El Corte Inglés auf den Avenidas. Bei den beiden Bränden war niemand zu Schaden gekommen. Die Verantwortlichen der EMT beriefen allerdings noch am Mittwochnachmittag eine Krisensitzung ein, um die Ereignisse zu analysieren. Betroffen sind zwölf Gelenkbusse der Marke Scania. Sie sind 18 Meter lang, wurden im Oktober 2020 in Dienst gestellt und haben jeweils rund 250.000 Kilometer zurückgelegt.
Die Änderungen
Am Freitagmittag (23.8.) schickte die Stadverwaltung von Palma dann eine Pressemitteilung, in der die genauen Kürzungen bei den Linien aufgelistet waren: So werden von 18 Verbindungen der Flughafen-Linien A1 (in die Innenstadt von Palma) und A2 (an die Playa de Palma) jeweils zwei gestrichen. Des Weiteren entfällt eine der fünf Frequenzen auf der Linie 1 (Portopí - Kongresszentrum Palau de Congressos). Auf der Linie 3 (Pont d'Inca - Plaça Joan Carles I) werden von acht Umläufen zwei zeitweise eingestellt, auf der Linie 4 (Illetes - Nou Llevant) sollen von 23 Umläufen drei gestrichen werden, und auf der Linie 7 (Son Serra - Sa Vileta) wird von acht Verbindungen eine eingestellt..
Bereits in früheren Jahren sorgten mehrfach Brände in Bussen auf Mallorca für Aufsehen. Speziell im Sommer 2016 gab es innerhalb von kurzer Zeit drei Feuer sowohl in EMT-Stadtbussen als auch TIB-Überlandbussen. Auch deshalb hatte die Stadtverwaltung im Dezember 2018 beschlossen, 100 neue Stadtbusse zu kaufen. Die Flotte war in die Jahre gekommen. /jk, sw
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