Erneut schwere Anschuldigungen gegen mallorquinische Mietwagenfirma OK Mobility
Einmal mehr fühlt sich ein Urlauber vom mallorquinischen Autovermieter betrogen. Diesmal wurde offenbar die Unterschrift vervielfältigt

Bei OK Mobility geht häufiger etwas nicht mit rechten Dingen zu. Diesmal war das wohl auf dem Festland der Fall. / NELE BENDGENS
Der 40-jährige Daniel B. aus Köln ist schon viel herumgekommen in seinem Leben. Häufig war er bereits auf Mallorca im Urlaub, meist nahm er dabei Mietwagen in Anspruch. Was der Kölner aber im September mit dem mallorquinischen Anbieter OK Mobility erlebt hat, kann er nach wie vor kaum selbst glauben.
Er wirft OK Mobility die unerlaubte Vervielfältigung seiner Unterschrift vor und stellte nach seiner Rückkehr in Deutschland Strafanzeige gegen das Unternehmen, das immer wieder durch unsaubere Geschäftspraktiken auffällt.
Auto angeblich gerade nicht vorrätig
In Elche in der Provinz Alicante hatte B. im September einen Mietwagen gebucht. „Ich hatte das kleinste Modell bestellt, das zu diesem Zeitpunkt erhältlich war. Am Schalter sagte man mir dann aber, dass das Auto gerade nicht vorrätig sei“, erzählt Daniel B. der MZ am Telefon. Es sei erst am nächsten Tag verfügbar. Wenn er noch am selben Abend ein Auto mitnehmen wolle, müsse er einen deutlich höheren Preis zahlen als die 47 Euro, für die B. eigentlich das Auto gebucht hatte.
Der Deutsche weigerte sich, den Aufpreis zu bezahlen und bestand auf dem gebuchten Auto. „Dann entwickelte sich ein längeres Streitgespräch, das von der Frau am Schalter mit dem Hinweis unterbrochen wurde, dass sich hinter mir schon eine längere Schlange gebildet hatte.“ Schließlich schien es so, als lenke die Mitarbeiterin am Schalter ein und verzichte auf den Aufpreis.
Kartenlesegerät hinter dem Tresen
Sie ließ B. ein Formular unterschreiben. Bei der Bezahlung kam es mehrfach zu Fehlermeldungen, sodass die Mitarbeiterin die Karte von B. an sich nahm und das Kartenlesegerät hinter den Tresen hielt. „Ich habe also nicht gesehen, welcher Betrag am Ende abgebucht wurde“, so B.
Nach der Rückgabe des Wagens bekam er mehrere Dokumente zugeschickt, auf denen erkennbar war, dass B. statt der 47 Euro in Wirklichkeit 230 Euro bezahlt hatte. „Dabei habe ich auch festgestellt, dass meine Unterschrift offenbar ohne meine Zustimmung zweimal kopiert worden war.“ Die Unterschrift war nun auf drei verschiedenen Seiten zu sehen, unter anderem da, wo er angeblich dem Aufpreis zugestimmt hat. B. ist sich aber sicher, nur einmal unterschrieben zu haben.
Bei genauem Hinsehen – die Dokumente liegen der MZ vor – ist zu erkennen, dass es sich um ein und denselben Schriftzug handelt, der mal etwas gestreckt und ein andermal zusammengestaucht worden war.
OK Mobility selbst will oder kann sich einmal mehr nicht zu den schweren Anschuldigungen äußern, die Sprecherin ist für die MZ nicht zu erreichen. Auf Anfragen reagiert sie wie in früheren Fällen nicht.
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