Buch-Tipp: In Barcelona entdecken, was Mallorca versteckt
Zum Verschenken und Selbsterkunden: In den "Barcelona-Abenteuern" erzählt MZ-Autor Frank Feldmeier aus Inselperspektive von erlebnis- und lehrreichen sowie auch abseitigen Facetten der Metropole

Blick auf Barcelona. / Frank Feldmeier
"Ich habe kürzlich meine Tochter - welche aktuell in Barcelona lebt und studiert - besucht und sie als Mitbringsel mit diesem Büchlein überrascht. Dank dieses Reiseführers der etwas anderen Art, haben wir viele kleine Abenteuer in Katalonien erlebt, welche auch den Einheimischen sonst sicher verborgen geblieben wären."
Die Leserrezension bei Amazon fasst zusammen, worum es in dem Reisebuch "Barcelona-Abenteuer" von MZ-Autor Frank Feldmeier geht - nicht um klassisches Sightseeing, sondern darum, die Stadt ganz nah zu erleben und zu verstehen, statt sich in die Schlange der Touristen auf dem Boqueria-Markt einzureihen.
Die Abenteuer in dem Buch aus dem Michael-Müller-Verlag sind Reportagen zum Nacherleben: "Ich habe sie nicht nur mit den Augen des Besuchers, sondern auch des Journalisten geschrieben, der die Ereignisse und gesellschaftlichen Debatten seit inzwischen 20 Jahren aus innerspanischer Perspektive verfolgt, zum Beispiel das Thema Separatismus, den Streit um die katalanische Sprache oder das Phänomen des Overtourism", erklärt der Journalist.
El Raval, von Einwanderern erklärt
Oder das Thema Einwanderung, etwa im Viertel El Raval, wo sich verschiedene Einwanderergruppen vermischen, aber auch Hoch- und Subkultur – zwielichtige Gassen neben hochmoderner Architektur. "Besonders interessant wird es, wenn man sich das Viertel von den Einwanderern selbst zeigen und erklären lässt – in einem neuen Projekt erzählen sie als Guides von ihrem eigenen Leben im Viertel und geben Tipps", meint der Autor. "So kam ich nebenbei zu einem sehr leckeren Ramadan-Menü."

Die Eroberung Mallorcas, im Museum in Barcelona. / Frank Feldmeier
Barcelona aus der Mallorca-Perspektive
Die Mallorca-Perspektive auf die Metropole Barcelona scheint in vielerlei Hinsicht durch. "Schon bei meiner Recherche für den zuvor erschienenen Mallorca-Guide der Reihe hatte es eine Liste von gemeinsamen Themen gegeben, die ich eigentlich in diesem ersten Buch als Abenteuer erzählen wollte, die aber hier auf der Insel nicht so einfach für jedermann zu erleben sind", so Feldmeier. "Im Fall von Barcelona ging das nun – die Stadt hat meiner Ansicht nach ihre Geschichte und ihre Kultur besser für Besucher erschlossen, auch wenn solche Angebote oft wenig bekannt sind." Ein Beispiel ist etwa der Besuch in einem Bunker aus dem Spanischen Bürgerkrieg. "Das ging nur in Barcelona – auf Mallorca lassen sich solche Anlagen nur als Journalist oder zu besonderen Anlässen besichtigen."

Am Strand von Barcelona. / Frank Feldmeier
Auch in Barcelona sind derlei Angebote nicht auf den ersten Blick ersichtlich oder bei Google, Instagram und Co. abrufbar. "Eigentlich dachte ich, wir würden Barcelona ganz gut kennen, waren meine Frau und ich doch schon zwölf Mal dort", schrieb ein Leser an den Verlag. "Wir mussten allerdings - nach Lektüre Ihres Reiseführers - feststellen, dass wir uns ganz schön getäuscht hatten."

Ein Kletterpark in einem Hochhaus mit Blick auf die Sagrada Familia. / Frank Feldmeier
Drei Beispiele für Nichtalltägliches
Rambles, Parc Güell, Standardsightseeing in der Sagrada Familia? Wer stattdessen lieber eigene Wege geht und dafür gerne ein richtiges Buch in der Hand hat, kann an überraschenden Orten landen und läuft womöglich keinem einzigen anderen Urlauber über den Weg, wie drei Beispiele für abwegige Abenteuer zeigen:
- "Für mich am intensivsten war die Begegnung mit den castellers, den Erbauern der traditionellen menschlichen Türme", erzählt der Autor. "Was kaum einer weiß: Man kann als Besucher bei der wöchentlichen Probe vorbeischauen und auch mitmachen. Da stehe ich also nach einer kurzen Einweisung zwischen die Menschen gepresst, die das Fundament bilden, und weitere castellers klettern nach oben, um die oberen Ebenen zu „bauen“. Das war unglaublich intensiv, und ich konnte erahnen, wie stark das Zusammengehörigkeitsgefühl in dieser Gruppe sein muss."
- Beeindruckt hat den Journalisten außerdem das frühere Gefängnis La Model, auch wegen des Films „Salvador – Kampf um die Freiheit“ mit Daniel Brühl über den katalanischen Anarchisten Salvador Puig Antich, der dort im Franco-Regime hingerichtet wurde.
- "Und im CaixaForum saß ich dank virtueller Realität inmitten des Sinfonieorchesters des berühmten Gran Teatre de Liceu. Unglaublich die Erfahrung, sich plötzlich als Teil des Orchesters zu fühlen, erst recht bei einem Stück wie dem Bolero von Maurice Ravel. Ich bekomme jetzt noch Gänsehaut." Ein anderes Stück aus dem Programm war 2024 auch im CaixaForum auf Mallorca zu sehen.

Im Gefängnis La Model. / Frank Feldmeier
Alternativen zu überlaufenen Klassikern
Das Reisebuch gibt darüber hinaus Tipps für Alternativen zu überlaufenen Klassikern. Auch hier Beispiele:
- Zum Beispiel lässt sich die Architektur von Antoni Gaudí auch bei einem Besuch der Torre Bellesguard erleben.
- Sehr interessant, aber wenig besucht ist das frühere Krankenhaus Sant Pau im katalanischen Jugendstil (Modernisme).
- Die Sagrada Familia lässt sich auch bei einer internationalen Messe erleben.
- Und extrem informativ, sehr günstig und wenig frequentiert sind laut dem Reisebuch die Führungen im El Born Centre de Cultura i Memòria, wo die Überreste eines ganzen Stadtviertels von Anfang des 18. Jahrhunderts aufwändig unter einer Markthalle freigelegt wurden.

Barcelona-Abenteuer. / Verlag.
Die „Barcelona-Abenteuer“ sind Teil der Abenteuer-Reihe im Verlag Michael Müller, die statt Sehenswürdigkeiten besondere Erlebnisse in den Fokus rückt. Die 33 Abenteuer umfassen unerwartete Führungen, Kulinarik, Ausflüge, Lost Places. Frank Feldmeier ist auch Autor des Bands „Mallorca-Inselabenteuer“.
- „Barcelona Abenteuer“
- Michael Müller Verlag
- 240 Seiten
- 17,90 Euro
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