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Neuer Ärger bei Ryanair: Handgepäck ist einen Zentimeter zu groß, deutsche Passagiere sollen 270 Euro zahlen

Als sie sich nach längeren Debatten dazu entschlossen hatten zu bezahlen, ließ die Crew sie einfach stehen

Ohne Familie E. startete der Ryanair-Flug nach Mailand-Malpensa schließlich.

Ohne Familie E. startete der Ryanair-Flug nach Mailand-Malpensa schließlich. / Symbolfoto: Sören Stache/dpa

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Johannes Krayer

Johannes Krayer

Dass man bei Ryanair hin und wieder unangenehme Überraschungen erlebt, das hat sich mittlerweile bei vielen Fluggästen herumgesprochen. Doch was der Familie von Mirko E. aus Norddeutschland bei einem Flug am 1. Januar passiert ist, dürfte nicht allzu häufig vorkommen. E. war mit seiner Frau und einem der jugendlichen Söhne auf dem Weg von Palma nach Mailand-Malpensa. Dort wartete ein zweiter minderjähriger Sohn auf die Familie. "Es ging ohnehin schon verunglückt los, weil der Flug fast drei Stunden Verspätung hatte", erzählt E. der MZ am Telefon. Statt mittags konnte der Flug erst am Nachmittag starten. Er tat es allerdings ohne die Familie von Mirko E.

Doch wie kam es dazu? Der Unternehmer wartete mit seiner Frau und seinem Sohn am Gate auf den Einstieg, als die drei aufgefordert wurden, ihre Koffer in die Vorrichtungen zur Abmessung der Handgepäckstücke zu stellen. "Mit diesen Koffern sind wir schon sehr häufig mit Ryanair geflogen und nie gab es Probleme", berichtet E. Bei der Abmessung allerdings bemerkte die Crew, dass die Handgepäckstücke vorne jeweils minimal über die erlaubte Grenze hinausragten. "Wir haben noch ein bisschen gedrückt, und im Endeffekt waren es zehn Millimeter, die zu viel waren."

Pro Koffer 90 Euro Aufpreis

Die beiden jungen Frauen, die das Gepäck kontrollierten, hatten kein Nachsehen und verlangten von der Familie 270 Euro Aufpreis. "Sie wollten pro Koffer 90 Euro von uns", erzählt E. Der Deutsche habe daraufhin einen Vorgesetzten sprechen wollen, was bei der Crew gar nicht gut ankam. "Sie glauben wohl, wir sind nicht kompetent genug?", habe eine der jungen Frauen geantwortet. Die anderen Passagiere schlugen sich inzwischen auf die Seite von Familie E. Es kam zu Wortgefechten zwischen der Crew und den Passagieren.

Man könnte es kleinlich nennen: Der Koffer von Mirko E. passte bis auf einen Zentimeter in die Vorrichtung.

Man könnte es kleinlich nennen: Der Koffer von Mirko E. passte bis auf einen Zentimeter in die Vorrichtung. / privat

E. entschloss sich am Ende doch dazu, den Aufpreis zu zahlen, auch um den minderjährigen Sohn in Mailand am Flughafen nicht noch länger warten zu lassen. Da habe die Flugbegleiterin ihm gesagt: "Ich habe entschieden, dass Sie heute nicht mehr fliegen werden."

Noch den Mittelfinger gezeigt

Alle Debatten und Appelle auch von anderen Passagieren waren umsonst, die Familie musste am Boden bleiben. "Ich habe die junge Frau dann gefragt, ob ich ein Foto von ihrem Namensanstecker machen darf, da hat sie ihn abgenommen und eingesteckt", sagt E. Zum Abflug, als das Gate geschlossen wurde, habe sie E. und seiner Familie noch den Mittelfinger gezeigt.

"Wir mussten aber trotzdem fliegen und haben dann einen Lufthansa-Flug über München für insgesamt rund 1.000 Euro buchen müssen", ärgert sich Mirko E. Die Ryanair-App hat er inzwischen von seinem Smartphone gelöscht, ein Flug mit der Airline kommt für ihn und seine Familie in Zukunft nicht mehr infrage.

Die Antwort von Ryanair

Am Mittwochmorgen (12.2.) kam dann die Antwort von Ryanair auf eine MZ-Anfrage zu dem Vorfall. Eine Sprecherin bestätigt, dass die Passagiere den Flug mit Priority-Upgrade gebucht hatten und deshalb neben einem kleinen Rucksack auch ein 10-Kilogramm-Gepäckstück mit an Bord nehmen durften.

Weiter schreibt die Sprecherin: "Weil die Handgepäckstücke die Maximalgröße überschritten, wurden sie richtigerweise aufgefordert, eine reguläre Gate-Gebühr für das Gepäck zu bezahlen." Die Passagiere allerdings hätten sich geweigert und seien zudem gegenüber der Crew aggressiv geworden. "Als Folge ihres aggressiven Verhaltens verweigerte das Personal am Gate diesen Passagieren den Flug von Palma nach Mailand-Malpensa."

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