"Es ist richtig gemein": Neue Schilder zwischen Port d'Andratx und Sant Elm sorgen bei Wanderern für Verwirrung
Eine MZ-Leserin, die seit 30 Jahren auf der beliebten Strecke im Südwesten unterwegs ist, wunderte sich über die nun ausgewiesene Route. Führt der Inselrat Ausflügler in die Irre?

Wo geht's hier lang? Beschilderung der Strecke zwischen Port d'Andratx und Sant Elm. / privat
Es führen nicht nur viele Wege nach Rom, sondern auch zu den Orten in beliebten Wandergebieten auf Mallorca – allein auf der Strecke von Port de Sóller nach Sóller beispielsweise gibt es fast so viele Varianten wie Orangen an den Bäumen. Nun staunte eine MZ-Leserin nicht schlecht, als sie vergangene Woche im Südwesten der Insel unterwegs war, und berichtete noch während ihrer Wanderung: "Ich laufe die Route, die ich seit 30 Jahren kenne. Und schon den ganzen Vormittag kommen mir schnaufende Leute auf dem schwerstmöglichen Weg entgegen. Die Armen!"
Dabei geht es um die Strecke zwischen der Urbanització Montport bei Port d'Andratx und Sant Elm. "Jetzt hab ich mich mal getraut, jemanden anzusprechen und eine Frau gefragt: So viele Leute sind mir ja noch nie aus dieser Richtung entgegengekommen. Haben sie da die Schilder verkehrt herum angebracht?", so die Leserin. "Da sagte sie mir, das sind die neuen Wegweiser nach Sant Elm."

Einer der neuen Wegweiser des Inselrats. / privat
Etappe des Fernwanderwegs GR-221
Tatsächlich hat der Inselrat erst am 12. März neue Schilder eingeweiht, die den Kilometer Null der Trockensteinmauerroute GR-221 in Port d'Andratx anzeigen. Von dort aus wurde eine neue Etappe des Fernwanderwegs eröffnet, die von diesem Ausgangspunkt bis nach La Trapa führt. Es handelt sich insgesamt um eine 13 Kilometer lange Wanderroute.
"Normalerweise geht man wo ganz anders lang", insistierte die Leserin in Bezug auf den Abschnitt ab Montport, wo sie für gewöhnlich parkt, bevor sie losmarschiert. "Es ist richtig gemein, wie sie die Leute hier jetzt nach Sant Elm schicken. Aber warum einfach, wenn es auch schwer geht?" Sie selbst laufe immer andersherum, das sei viel entspannter: "rechts herum, immer geradeaus und dann über die Berge." Halte man sich an die neuen Schilder, gehe es nach links, dann ein kleines Stück bergab und dann nur noch bergauf.

Wanderer auf der Strecke zwischen Port d'Andratx und Sant Elm. / privat
Nicht gemein, sondern unvermeidbar
Eine Rückfrage der MZ beim Inselrat ergab, dass es sich hier keineswegs um Schikane handelt. Der simple und logische Grund für die Beschilderung ist folgender: "Man hat sich für diesen Weg entschieden, der zuerst hinab und dann wieder hinauf führt und tatsächlich schwieriger ist, weil es ein öffentlicher Weg ist", so ein Sprecher des dafür zuständigen Umweltdezernats. "Bei dem anderen Weg ist die Eigentümerschaft nicht eindeutig geklärt, und so hat man für die Route den öffentlichen Weg gewählt."
Es steht natürlich jedem Wanderer frei, weiterhin die einfachere Alternativroute zu nehmen, die teils über öffentlich zugängliche Privatwege verläuft. Oder man entscheidet sich ganz bewusst gegen die leichte Variante und stellt sich der sportlichen Herausforderung, die die offizielle Etappe des Fernwanderwegs GR-221 darstellt.
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