Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Gate vor der Nase geschlossen: Ryanair lässt drei Passagiere einfach am Flughafen in Palma stehen

Die Fluggäste hatten eine Reise von Mallorca nach Nürnberg gebucht, als direkt vor ihnen der Einstieg geschlossen wurde

Die Ryanair-Maschine startete ohne die drei Passagiere.

Die Ryanair-Maschine startete ohne die drei Passagiere. / Symbolfoto: Soeren Stache/dpa

Folgen Sie uns bereits?Marken Sie uns als bevorzugte Medien
Hinzufügen zu Google
Johannes Krayer

Johannes Krayer

Wer auf Reisen geht, kann hinterher einiges erzählen. Und wer dabei mit Ryanair fliegt, der erlebt häufig noch speziellere Dinge. So ging es Sabine M. und ihrem Mann am Flughafen auf Mallorca. Das Ehepaar aus der Nähe von Köln hatte Anfang März einen Flug mit der irischen Billigairline von Palma nach Nürnberg gebucht. Weil die Deutschen auf Mallorca eine Immobilie besitzen, fliegen sie häufiger zwischen Deutschland und Mallorca hin und her.

An jenem 5. März waren die M.s mehr als 90 Minuten vor Abflug am Gate und stellten sich mit den anderen Passagieren in die Schlange zum Einstieg. "Wir hatten Non-Priority gebucht, mussten also länger als viele andere warten", erklärt Sabine M. der MZ.

Diskussionen um Handgepäck

Allerdings gab es vor den beiden Eheleuten größere Diskussionen zwischen drei Passagieren und der Crew. Bei zweien war laut Sabine M. ein zu großes Gepäckstück schuld an der Auseinandersetzung. Ryanair schaut seit einiger Zeit vor allem an spanischen Flughäfen wieder sehr genau hin bei den Abmessungen des Handgepäcks. Auch wer ein ein Zentimeter zu großes Handgepäckstück wird inzwischen zur Kasse gebeten, wie mehrere Passagiere gegenüber der MZ beklagten.

Irgendwann seien die Diskussionen dann zu Ende gewesen und die Passagiere machten sich auf den Weg ins Flugzeug. "Wir wollten unsere Bordkarten vorzeigen, der Mitarbeiter ignorierte uns zunächst und erklärte dann, der Flug sei geschlossen." M., ihr Mann und eine dritte Passagierin, Rebecca D., die ebenfalls noch nicht eingestiegen war, trauten ihren Ohren zunächst nicht. Zumal die Begleiterin von Rebecca D. bereits an Bord war und D. zuvor vom Personal dazu aufgefordert worden war zu warten.

Kostenpflichtige Umbuchung als Option

Weitere höfliche Nachfragen beim "absolut unfreundlichen Personal" führten nicht zum Erfolg. Sabine M., ihr Mann und Rebecca D. wurden nicht mehr an Bord gelassen. Die drei Gestrandeten versuchten auch noch, beim Ryanair-Schalter am Flughafen Antworten zu bekommen.

Doch auch das blieb ohne Ergebnis. "Man versuchte sogar noch uns anzubieten, unsere Flüge kostenpflichtig umzubuchen." M. drängt sich der Verdacht auf, dass der Flug überbucht war und sich Ryanair auf diese Weise Entschädigungszahlungen sparen wollte.

Schaden von 380 Euro

Im Endeffekt buchten M. und ihr Mann selbst neue Flüge am nächsten Tag nach Nürnberg, mussten einen weiteren Urlaubstag einsetzen, das Parkhaus in Nürnberg verlängern und hatten Verdienstausfall zu beklagen. Insgesamt beläuft sich der finanzielle Schaden laut M. auf rund 380 Euro. Vor allem ärgerten M. und ihren Mann aber das "unverschämte Verhalten" der Ryanair-Mitarbeiter, die auch auf mehrmaliges Nachfragen ihren Namen nicht nennen wollten und auch sonst keinerlei Hilfe anboten.

Bereits wenige Stunden nach dem Vorfall schrieb Sabine M. Ryanair an, um sich zu beschweren. Bis heute wartet sie auf eine Bearbeitung des Falls. Auf Nachfragen sagt ihr ein Online-Chat nur, das Ticket für den Vorfall sei noch geöffnet, sie müsse sich gedulden. Weitere Kontaktaufnahmen mit der Airline seien nicht möglich.

Ryanair wollte zu dem Fall Stellung nehmen. Eine Antwort der Airline lag der MZ zunächst noch nicht vor.

Tracking Pixel Contents