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Vielleicht die schönste mittelalterliche Stadt in Spanien - und immer noch kein Welterbe

Von Burgen und Kathedralen bis zu Naturparks – was Sigüenza so besonders macht

Der "Castillo Parador de Sigüenza" ist eine der besterhaltenen Burgen in Spanien.

Der "Castillo Parador de Sigüenza" ist eine der besterhaltenen Burgen in Spanien. / Istock / Jose Miguel Sanchez

Lidia Lozano

Das Mittelalter hinterließ auf Mallorca eine Vielzahl an charmanten Dörfern, die noch heute von ihrer bewegten Geschichte und der traditionellen Bauweise zeugen. Orte wie Alcúdia, mit seiner vollständig erhaltenen Stadtmauer und engen gepflasterten Gassen; Artà, eingebettet in eine hügelige Landschaft mit seiner beeindruckenden Wallfahrtskirche Sant Salvador; oder Capdepera, wo die mittelalterliche Burg majestätisch über dem Ort thront – all diese Orte entführen Besucher in eine vergangene Zeit voller kultureller Tiefe und landschaftlicher Schönheit.

Doch heute richten wir unseren Blick auf eine besonders faszinierende mittelalterliche Stadt auf dem spanischen Festland, die sogar von der Welttourismusorganisation (UNWTO) im Jahr 2023 als eine der schönsten Städte der Welt ausgezeichnet wurde: Sigüenza in der Provinz Guadalajara. Unsere Reise führt uns nach Guadalajara, um Sigüenza zu entdecken, dessen mittelalterliches architektonisches Erbe als Kulturdenkmal (Conjunto Histórico-Artístico) gilt, aber ohne Zweifel den Titel UNESCO-Welterbe verdient hätte.

Ein Blick auf die Straßen des mittelalterlichen Dorfes

Ein Blick auf die Straßen des mittelalterlichen Dorfes. / Istock / Jose Miguel Sanchez

Die große Kathedrale und die mittelalterliche Burg

Diese mittelalterliche Stadt beherbergt eine der am besten erhaltenen Burgen Spaniens. Sie stammt aus dem Jahr 1123 und wird heute als Parador Nacional (staatliches Traditionshotel) genutzt. Einst lebten hier Kardinäle, Bischöfe und sogar Könige. Wahrhaft beeindruckend ist jedoch die Kathedrale, entworfen von Alonso de Covarrubias und eine der bedeutendsten architektonischen Werke der spanischen Renaissance.

Das Erste, was ins Auge fällt, ist das Eingangsportal, errichtet im Jahr 1537, mit angeschlossenen Säulen auf gewaltigen Sockeln, ergänzt durch Nischen mit Apostelstatuen, die dem Ganzen eine prächtige Erscheinung verleihen. Im Inneren sticht besonders die Deckendekoration hervor, die 304 große und ausdrucksstarke Köpfe sowie weitere 3.000 kleinere steinerne Gesichter umfasst.

Das Innere der Kathedrale in Sigüenza

Das Innere der Kathedrale in Sigüenza / Istock / Antonio Lopez Velasco

Ein weiteres Monument, das als UNESCO-Welterbe in Betracht gezogen werden sollte, ist die gotische Grabplastik von Martín Vázquez de Arce, bekannt als El Doncel, im Inneren der Kathedrale.

"El Doncel" in der Kathedrale von Sigüenza

"El Doncel" in der Kathedrale von Sigüenza / Istock / photooiasson

Zudem sind in der Stadt noch viele Abschnitte der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten sowie Renaissance-Elemente auf der Plaza Mayor, barocke Architektur in der Straße der ehemaligen Universität und klassizistische Gebäude in der Alameda.

Ein reiches immaterielles Erbe

Nicht zu vergessen sind die Mittelalterlichen Festtage, die jedes Jahr zu Ehren von Königin Blanca von Bourbon gefeiert werden, die einst im Schloss von Sigüenza lebte. Dazu kommen die Arcos de San Juan, die Stierkämpfe zu San Roque oder das Ritual der Kreuzabnahme. Hinzu kommt die wunderschöne Naturlandschaft.

Dieses mittelalterliche Juwel liegt zwischen den Flüssen Dulce und Salado – daher die Bezeichnung „süß-salzige Landschaft“. Ein Ort, an dem man die Natur genießen kann: im Naturpark Río Dulce, das Gebiet von gemeinschaftlichem Interesse am Río Salado und im Mikroschutzgebiet der Salinenlandschaft des Río Salado.

Sigüenza hat alles, um die schönste mittelalterliche Stadt der Welt zu sein – auch wenn sie noch nicht auf der UNESCO-Liste steht.

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