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(Einigermaßen) nachhaltig fliegen: Diese Mallorca-Airlines sind im Ranking oben dabei

Insgesamt schneidet der Luftverkehr aber nach Angaben der Organisation Atmosfair bei den Klimaschutzbemühungen schlecht ab

Nach wie vor weit entfernt davon, umweltfreundlich zu sein: Flugreisen.

Nach wie vor weit entfernt davon, umweltfreundlich zu sein: Flugreisen. / Christoph Schmidt/dpa

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Eine deutsche Fluggesellschaft hat es im sogenannten Atmosfair Airline Index (AAI) unter die Top 20 der Welt geschafft, was nachhaltiges Fliegen angeht. Von den in der Studie der Klimaschutzorganisation Atmosfair mehr als 200 berücksichtigten Fluggesellschaften weltweit ist Tuifly auf Platz 16 gelandet. Direkt dahinter ist die auf Mallorca beheimatete Flugline Air Europa auf Platz 17 gelandet. Iberia kam auf Rang 19. Die übrigen deutschen Fluggesellschaften schneiden in dem Ranking eher mäßig ab. Condor steht auf Platz 46, Discover Airlines auf Platz 85 und die Lufthansa Group nur auf Platz 100.

Atmosfair hat für den Atmosfair Airline Index einzeln den Kerosinverbrauch der Fluggesellschaften verglichen und daraus die Treibhausgasemissionen abgeleitet. Anhand der gewonnenen Daten wird die Effizienz jeder einzelnen Airline bewertet. Im AAI kann jede Fluggesellschaft zwischen 0 und 100 CO₂-Effizienzpunkten erhalten, getrennt nach Kurz-, Mittel- und Langstrecke. Tuifly beispielsweise kam auf einen Wert von 76,1.

Swiss schneidet schlecht ab

Der Sieger Sky Airline aus Chile erreicht hier einen Wert von 81. Die Lufthansa Group beispielsweise kommt gerade einmal auf 60,1. Und Swiss erreicht gar nur 54 Punkte, vor allem aufgrund des hohen Anteils von Business Class (19 Prozent gegenüber 9 Prozent weltweit) und First Class (3 Prozent gegenüber 0,5 Prozent weltweit).

Wie der Geschäftsführer von Atmosfair, Dr. Dietrich Brockhagen, in einer Pressemitteilung zitiert wird, sind vor allem die Passagiere in der Business und First Class ein Problem für die Nachhaltigkeit. „Business und First Class Passagiere sind weit überproportional für die Klimaeffekte des Flugverkehrs verantwortlich. Eine Abgabe auf diese Flugklassen wäre sozialverträglich, von den Passagieren bezahlbar und entspricht dem Verursacherprinzip."

Billigflieger in eigener Kategorie

Billigflieger werden im Index laut der Pressemitteilung in einer eigenen Klasse gewertet. Auf der einen Seite schneiden diese Airlines bei Auslastung und Bestuhlung häufig besser ab als traditionelle Linienfluggesellschaften, gleichzeitig profitieren sie laut Atmosfair aber oft von Subventionen und setzen diese dann über künstlich niedrige Ticketpreise in Flugkilometer und damit CO₂-Emissionen um, die sonst nicht entstanden wären. Unter den Billigfliegern erreichen die beste Wertung Wizz (UK/Malta), SpiceJet (Indien) sowie Scoot (Singapur). Insgesamt schneiden asiatische Billigflieger besser ab als die europäischen.

Insgesamt sind die Bemühungen um den Klimaschutz in der Branche aber nach wie vor unzureichend, findet Atmosfair. Der weltweite Passagierluftverkehr verfehle weiterhin deutlich den Kurs auf die Pariser Klimaziele. Trotz höherer Auslastung würden die international vereinbarten Effizienzziele nicht erreicht, die CO₂-Emissionen lägen fast wieder auf dem Niveau von vor Corona.

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