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Zu wenig Busse nach Cala Ratjada und Co: Kritik an Winterfahrplan der Überlandbusse

Statt das Busnetz weiter auszubauen werde es schlechter, so die Kritik der linksgrünen Oppositionspartei Més an der Verkehrspolitik der konservativen Regierung. Besonders der Inselosten gucke im Winter in die Röhre

Archivbild eines öffentlichen Überlandbusses auf Mallorca

Archivbild eines öffentlichen Überlandbusses auf Mallorca / Miquel Bosch

Die linksgrüne Regionalpartei Més per Mallorca hat am Dienstag (25.11.) im Balearen-Parlament die spärlichen Busverbindungen in den Nordosten der Insel angeprangert. Vor allem im Winter gebe es kaum Verbindungen der öffentlichen Überlandbusse TIB nach Cala Ratjada, Artà und Co.

Expresslinie nur im Sommer

Konkret sprach der Més-Abgeordnete Ferran Rosa von einer "Vernachlässigung“ und kritisierte, dass die konservative Regierung nichts dafür tue, um die im Februar 2024 einstimmig angenommene Initiative voranzutreiben, die den öffentlichen Nahverkehr im Inselosten (Llevant) verstärken soll. „Es sind 21 Monate vergangen und die Menschen im Llevant warten immer noch auf Lösungen für die Mobilitätsprobleme“, erzürnte sich Rosa.

Vor allem im Winter würde es an regelmäßigen Busverbindungen fehlen. So wurde beispielsweise die im Juni eingeführte Expresslinie 411e zwischen Palma und den Gemeinden Sant Llorenç, Artà, Capdepera und Cala Ratjada, die ohne Zwischenstopp in Manacor auskommt, am 1. November wieder gestrichen. „Die Mobilität der Nutzer darf nicht davon abhängen, ob Touristen da sind oder nicht“, betonte Rosa und erinnerte daran, dass im Inselosten das ganze Jahr über rund 90.000 Menschen leben, die sich auch außerhalb der Hochsaison auf der Insel bewegen wollen. Die betroffenen Gemeinden hätten bereits entsprechende Anträge gestellt, um die Expresslinie auch im Winter fortzuführen.

Statt die Verbindungen zu verbessern, hätten sie sich seit Beginn der Legislaturperiode sogar verschlechtert, so Rosa weiter. „Viele Verbindungen hatten Anschluss nach Manacor, und die Nutzer mussten nur etwa fünf Minuten auf den Umstieg warten, doch derzeit schwankt die Wartezeit in vielen Fällen zwischen 20 und 40 Minuten – in der Kälte“, erklärte Ferran Rosa - und forderte den balearischen Verkehrsminister José Luis Mateo auf, im November selbst einmal mit dem Bus von Palma nach Cala Ratjada zu fahren: „Die Fahrt dauert 2 Stunden und 20 Minuten, während man mit dem Auto in einer Stunde ankommt“, beklagte er.

Rückgang der Busnutzer

Außerdem kritisierte er den Mangel an Verbindungen zwischen benachbarten Gemeinden im Llevant. „Capdepera und Son Servera, die Nachbarn sind, haben keine einzige direkte Buslinie. Die Nutzer dieser Orte müssen nach Manacor fahren, um von dort in die jeweils andere Gemeinde zu gelangen“, beklagte er. Rosa verwies zudem auf die Streichung weiterer notwendiger Linien im Winter, wie Porto Cristo–Cala Rajada, eine der meistgenutzten der Insel, oder Porto Cristo–Cala d’Or. „Die Bewohner des Inselostens müssen im Sommer die Urlaubermassen aushalten, haben aber im Winter keinerlei Vorteile“, schloss der Abgeordnete von Més.

Verkehrsminister Mateo wies die Vorwürfe der Opposition zurück. „Zwischen November und März geht die Zahl der Fahrgäste zurück, und wir müssen uns dieser Realität anpassen", betonte er.

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