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"Strände dürfen nicht zum Luxusprodukt werden": Mallorcas Umweltschützer wettern gegen Preiserhöhung an der Playa de Palma

Der größte Umweltschutzverband der Insel Gob zweifelt an der Legalität der von der Stadt Palma angestrebten Erhöhung der Tarife für Dienstleistungen an den Stränden im Gemeindegebiet

Sonnenschirme an der Playa de Palma.

Sonnenschirme an der Playa de Palma. / Gob

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Die teils drastische Erhöhung der Preise für Sonnenschirme, Liegen und andere Angebote an den Stränden Palmas sorgt weiter für Diskussionen. Nun hat sich auch Mallorcas größter Umweltschutzverband Gob zu Wort gemeldet. In einem Ende Dezember veröffentlichten Kommuniqué zweifeln die Umweltaktivisten die Legalität der Preiserhöhung an. Demnach habe das Rathaus in der Ausschreibung der Bewirtschaftung der Strände ab diesem Jahr die Tarife willkürlich festgelegt, ohne die entsprechenden gesetzgeberischen Vorgaben zu beachten.

Zudem zeige die angestrebte Preiserhöhung vor allem eines: Die Dienstleistungen am Strand seien ausschließlich auf Urlauber ausgerichtet, die sich die happigen Tarife leisten könnten. Die Einheimischen würden weiter verdrängt. "Die Politik darf die Strände nicht in ein Luxusprodukt verwandeln", fordert der Gob. „Die Strände sind ein Raum zur öffentlichen Nutzung, und die Dienstleistungen müssen zugänglich, transparent und gesetzeskonform sein – sowohl für die Einwohner als auch für die Besucher.“

Der Fall Cala Major

Die Umweltschützer erinnern in der Pressemitteilung zudem daran, dass die von der Stadt festgelegten Preise von den Konzessionären nicht immer respektiert werden. So deckte der Verband erst im September 2025 auf, dass am Strand von Cala Major "Premium-Pakete" angeboten wurden. Zwei Strandliegen mit Sonnenschirm kosteten dort 70 Euro – eine Erhöhung um 288 Prozent des festgelegten Preises. Auch vor solchen Aktivitäten müsse man die Strandbesucher schützen, fordert der Gob.

Ausschreibung Ende November

Die Stadt Palma hatte Ende November 2025 die Bewirtschaftung der Strände erstmals nach knapp 30 Jahren wieder ausgeschrieben. Neben der Playa de Palma werden auch Konzessionen für Cala Major, Ciutat Jardí, Cala Estància und Can Pere Antoni vergeben. Die Lizenz gilt für vier Jahre (2026-2029), mit einer Option, diese um weitere vier Jahre zu verlängern. Im Fall des Stadtstrands Can Pere Antoni gilt die Lizenz für drei Jahre (2026-2028).

Wie aus der Ausschreibung hervorgeht, steigen die Preise in vielen Bereichen deutlich an. Die Strandliegen, die bislang 6 Euro pro Tag kosten, werden in der kommenden Saison für 10 Euro vermietet – ein Anstieg um rund 67 Prozent. Gleiches gilt für die Sonnenschirme. Das bedeutet: Ein Tag am Strand für zwei Urlauber kostet inklusive Sonnenschirm und zwei Liegen 30 Euro. Bucht man einen Safe für die Wertsachen hinzu, kommen nochmal 5 Euro obendrauf. Bislang gab es diese – angesichts der vielen Taschendiebe – durchaus nützliche Dienstleistung für einen Euro.

Richtig in die Tasche greifen müssen jene, die ein wenig Luxus-Strandgefühl wollen. Der Preis für Premium-Liegen erhöht sich von 30 auf 45 Euro pro Tag. Doppelliegen sind im Sommerurlaub 2026 für 70 statt 45 Euro zu haben. Auch bei den Wasserspielzeugen schlägt die Stadt kräftig drauf.

Die Stadt begründete die Erhöhung damals mit dem gestiegenen Verbraucherpreisindex. Dieser sei seit der letzten Aktualisierung der Preise um 22,4 Prozent gestiegen. Zudem müssen die Strandbetreiber – gerade an der Playa de Palma – auch den Rückgang der Kapazitäten ausgleichen. Bisher gab es dort 6.000 Liegen, künftig wird es nur noch 4.436 geben sowie nur noch 2.218 Sonnenschirme statt wie bisher 2.503.

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