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Ryanair lässt 89 Passagiere an spanischem Flughafen zurück – weil sie zu spät dran waren

Der Grund waren Verzögerungen bei der Grenzkontrolle, wo Nicht-EU-Reisende ihre Pässe abstempeln lassen müssen

Symbolfoto einer Ryanair-Maschine

Symbolfoto einer Ryanair-Maschine / Ryanair

Brigitte Rohm

Brigitte Rohm

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat am vergangenen Mittwoch (25.2.) insgesamt 89 Passagiere auf der Kanaren-Insel Lanzarote zurückgelassen. Wie lange sie anschließend festsaßen, ist nicht bekannt. Die Fluggäste hätten mit dem Flug FR4756 um 15.15 Uhr vom Flughafen César Manrique-Lanzarote mit Ziel Bristol im Vereinigten Königreich abheben sollen. Das um fast einhundert Personen erleichterte Flugzeug erreichte die englische Stadt mit rund 46 Minuten Verspätung.

Wie die spanische Zeitung "La Voz de Lanzarote" am Freitag (27.2.) berichtete, entstand das Problem bei der Grenzkontrolle für Passagiere, wo Reisende außerhalb des Schengen-Raums ihre Pässe abstempeln lassen müssen. Häufig bilden sich bei diesem Dienst lange Warteschlangen, die zu Verspätungen bei den Flügen führen.

Ryanair sieht Verantwortung bei den Passagieren

In diesem Fall entschied die Airline sich dafür, nicht zu warten, bis alle Fluggäste die Grenzkontrolle passiert hatten, und lud deren Koffer aus dem Flugzeug aus, was sich fast eine Stunde hinzog. Gegenüber "La Voz" schob Ryanair die Verantwortung für den Vorfall auf die Betroffenen ab: "Falls die Passagiere vor Schließung des Gate am Flugsteig eingetroffen wären, hätten sie den Flug antreten können – ebenso wie die übrigen Fluggäste, die sich rechtzeitig eingefunden hatten", wird Ryanair in der Zeitung zitiert.

Zudem verwies die Airline darauf, dass das Boarding nicht wieder eröffnet werden könne, wenn es einmal geschlossen worden ist. Passagieren, die einen Flug verpassen, werde die Option angeboten, die entsprechende Gebühr für einen verpassten Flug (100 Euro / Pfund) zu entrichten, um auf einen neuen Flug umgebucht zu werden.

Probleme durch das Ein- und Ausreisesystem

Es ist nicht das erste Mal, dass diese Art von Vorfällen am Flughafen Lanzarote vorkommt. Im Februar 2025 führte die gleichzeitige Ankunft von siebzehn außereuropäischen Flügen, deren Passagiere bei Ankunft ihre Pässe abstempeln lassen mussten, zu chaotischen Zuständen.

Der Präsident der Handelskammer von Lanzarote und La Graciosa, José Valle, hatte im August 2025 seine Besorgnis über die Einführung des sogenannten Ein- und Ausreisesystem ("Entry-Exit-System – EES") für Nicht-EU-Bürger an Grenzübergängen nach Europa geäußert und vor "schwerwiegenden Zusammenbrüchen" am Flughafen Lanzarote gewarnt. Einreisende müssen nun neben den üblichen Angaben aus dem Reisepass auch biometrischen Daten, also Fingerabdrücke und Gesichtsbilder, machen und speichern lassen. Das System wird seit Oktober 2025 schrittweise eingeführt und soll ab dem 10. April 2026 an allen Übergangsstellen europäischer Außengrenzen funktionieren.

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