Ryanair zahlte keine Entschädigung für verspäteten Mallorca-Flug: Gericht pfändet Flieger - oder doch nicht?
Der Streit um eine Entschädigung artete aus. Die Fluglinie dementierte die skurrile Meldung jedoch

Ryanair darf selbst mit dem gepfändeten Flugzeug weiter fliegen. / Miguel Vicens
Der Streit um die Entschädigungszahlung wegen eines verspäteten Ryanair-Flugs von Österreich nach Mallorca ist ausgeartet. Die Kanzlei Florianer Anwälte ließ am Montag (9.3.) gemeinsam mit einem Gerichtsvollzieher ein Flugzeug der irischen Airline am Flughafen Linz pfänden. Das bestätigte die Kanzlei in den sozialen Medien. Mehr als eine Drohung ist es vorerst aber nicht. Falls der Fall überhaupt stimmt. Denn Ryanair dementiert die Geschichte.
Alles ging am 11. Juli 2024 mit einem verspäteten Flug von Linz nach Mallorca los. Der Flieger startete nicht wie geplant 8.20 Uhr, sondern erst 13 Uhr. Eine Passagierin wollte nicht warten und buchte kurzerhand einen Ersatzflug.
Später klagte die Frau Entschädigungen ein. Einerseits 250 Euro für den verspäteten Ryanair-Flug, andererseits sollte die Airline die Kosten für den zweiten gebuchten Flug übernehmen. Insgesamt forderte die Passagieren 355,02 Euro.
Gegenüber der österreichischen Tageszeitung "Heute" bestätigte Anwalt Georg Wageneder von der Kanzlei Florianer Anwälte, dass Ryanair der Forderung nicht nachkam. Was bei der Einleitung rechtlicher Schritte eher selten vorkomme.
"Grundsätzlich kann alles von Wert gepfändet werden", sagte Wageneder der Zeitung. "Nachdem es ein irisches Unternehmen ist, muss man schauen, was in Österreich greifbar ist."
Pilot wollte die Schulden nicht aus eigener Tasche bezahlen
Vor Ort am Flughafen Linz hätten der Anwalt gemeinsam mit dem Gerichtsvollzieher danach geschaut, was es an Wertsachen von der irischen Fluglinie zu holen gibt. Selbst die Crew eines angekommenen Ryanair-Fliegers forderten sie auf, die Schulden zu begleichen, die durch diverse Kosten auf 892,62 Euro angestiegen waren. In bar wohlgemerkt, was die Angestellten nicht konnten oder wollten.
Kurzerhand klebte der Gerichtsvollzieher daher einen "Gepfändet"-Sticker an die Wand des Fliegers. Ryanair darf das Flugzeug nun nicht mehr verkaufen, aber vorerst weiter verwenden. Ob die Airline den Aufkleber entfernt hat, ist nicht bekannt. Im Extremfall könne der Flieger beschlagnahmt und versteigert werden.
Das sagt Ryanair dazu
Gegenüber der MZ dementierte Ryanair die Geschichte. "Das ist nicht wahr. Keines unserer Flugzeuge wurde gepfändet. Alle Berichte, die etwas anderes behaupten, sind sachlich falsch", sagte eine Sprecherin. Die MZ hat bei der Anwaltsfirma nachgehakt. Eine Antwort steht noch aus.
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