Streik am Flughafen Mallorca: Was Reisende tun können
Der Präsident des balearischen Reisebüroverbands Aviba befürchtet für Mallorca als Reiseziel negative Auswirkungen durch den Arbeitskampf bei Groundforce

Kati Winter
Die angekündigten unbefristeten Arbeitsniederlegungen beim Bodendienstleister Groundforce könnten zu Ostern zu Verspätungen und Flugausfällen am Flughafen auf Mallorca führen. Der Streik bei dem zum Globalia-Konzern gehörenden Unternehmen begann am Freitag (27.3.) um 5 Uhr morgens und könnte den Betrieb in Son Sant Joan spürbar beeinträchtigen. Das Auswärtige Amt hatte deutsche Reisende bereits vorab vor den Folgen des Ausstandes gewarnt.
UPDATE
Am Flughafen von Palma kommt es am Freitag (27.3.) beim Handlinganbieter Groundforce nun doch nicht zum angedrohten Streik. Wie der MZ der zuständige Verhandlungsführer José Antonio Negreira am Freitagmorgen berichtete, wurde die Arbeitsniederlegung wegen fehlender Dokumentation ausgesetzt. Ohnehin habe man nicht vorgehabt, direkt zum Saisonstart die Abläufe am Flughafen "zu torpedieren".
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Auch für das Image Mallorcas als Reiseziel habe ein solcher Arbeitskampf möglicherweise Folgen, sagte Pedro Fiol, Präsident des balearischen Verbands der Reisebüros Aviba. Er glaubt, dass sich die Auswirkungen vor allem in längeren Wartezeiten für die Passagiere zeigen, insbesondere bei Check-in, Kontrollen und Gepäckabfertigung. „Schon ab den frühen Morgenstunden kann es zu erheblichen Verzögerungen kommen. Wenn sich diese im Laufe des Tages aufstauen, könnten wir auch Streichungen erleben“, sagt Fiol. Am Freitagmorgen waren allerdings keine nennenswerten Verspätungen festzustellen.
Zu diesen Zeiten soll gestreikt werden
Der Streik wurde von den Gewerkschaften CCOO, UGT und USO wegen Tarifstreitigkeiten mit dem Unternehmen ausgerufen. Er betrifft die Früh-, Spät- und Nachtschicht – konkret von 5 bis 7 Uhr, von 11 bis 17 Uhr sowie von 22 bis 24 Uhr – und soll unbefristet fortgesetzt werden.
Hinzu kommt eine weitere Protestaktion, die am Samstag beginnt: UGT, die Mehrheitsgewerkschaft, hat bei einem anderen Handling-Anbieter, Menzies, einen separaten Streik angekündigt. Dieser soll am 28. und 29. März sowie vom 2. bis 6. April jeweils rund um die Uhr stattfinden, wie Gewerkschaftsquellen gegenüber EFE mitteilten.
Kettenreaktion bei Verspätungen
Das Problem liegt nach Worten von Pedro Fiol darin, dass die Handlingdienste die gesamte Abfertigungskette am Boden betreffen. Verzögerungen beim Gepäckladen oder beim Boarding führen zu einer Kettenreaktion und schlagen schließlich auf die Flugpläne durch. „Am Morgen lässt sich das vielleicht noch eher kontrollieren. Aber wenn sich die Verspätungen aufaddieren, müssen die Flugzeuge auf ihre Abfertigung warten, und das wirkt sich am Ende auf den gesamten Betrieb aus“, erklärt er.
In der Branche fürchtet man zudem um das Bild Mallorcas als Urlaubsziel zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. „Am Ende ist der Kunde der Leidtragende solcher Konflikte. Uns beunruhigt vor allem das Bild, das wir zum Saisonauftakt nach außen tragen“, betont Fiol.
Der Aviba-Präsident unterstreicht, dass nicht jede Streikphase zwangsläufig zu Annullierungen führen müsse. Ob Flüge tatsächlich gestrichen würden, hänge davon ab, wie sich die Arbeitsniederlegungen im Verlauf entwickelten.
Empfehlungen für Reisende
Vor diesem Hintergrund wird den Passagieren geraten, zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um mögliche Unannehmlichkeiten so gering wie möglich zu halten. Vor allem empfiehlt es sich, deutlich früher als üblich am Flughafen zu erscheinen, da sich die Wartezeiten bei Sicherheitskontrollen, Check-in und Gepäckaufgabe erheblich verlängern könnten.
Außerdem wird empfohlen, nach Möglichkeit online einzuchecken, um den Ablauf zu beschleunigen und unnötige Warteschlangen zu vermeiden. Diese Hinweise sollen dazu beitragen, dass die Reiseerfahrung der Fluggäste trotz der operativen Schwierigkeiten möglichst wenig beeinträchtigt wird.
In der Branche hofft man weiterhin, dass die Situation nicht in ein Szenario mit großflächigen Flugausfällen mündet. Gleichwohl ist die Sorge über mögliche Folgen mitten in der Osterwoche groß.
Regierung legt Mindestdienste fest
Das spanische Verkehrsministerium hat für den Streik im Handling-Bereich Mindestdienste festgelegt. Nach der entsprechenden Verfügung müssen auf Inlandsstrecken von oder zu nicht auf dem Festland gelegenen Gebieten sowie auf Verbindungen mit öffentlicher Dienstleistungspflicht während der Osterzeit 80 Prozent der Dienste gewährleistet werden. Für den gesamten April liegt die Quote bei 84 Prozent.
Für Gran Canaria wurden Mindestdienste von 80 Prozent festgelegt, für Alicante 79 Prozent, für Bilbao, Lanzarote und Valencia 77 Prozent, während Madrid auf 76 Prozent, Barcelona auf 71 Prozent und Palma während der gesamten Osterzeit auf 70 Prozent kommt.
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