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Fehlende Toiletten und mangelnde Barrierefreiheit: Rettungsschwimmer auf Mallorca gehen auf die Barrikaden

Wegen der Missstände fordern die Rettungsschwimmer in Palma von Bürgermeister Jaime Martínez und Umweltdezernent Llorenç Bauzá Verantwortung und kündigen für die Saison Protestaktionen an

Menschen im Rollstuhl kommen laut den Rettungsschwimmern in Palma derzeit kaum ans Meer.

Menschen im Rollstuhl kommen laut den Rettungsschwimmern in Palma derzeit kaum ans Meer. / Unió Socorristes Palma

Redaktion MZ

Redaktion MZ

Die Rettungsschwimmer auf Mallorca prangern seit Langem die Zustände an den Stränden an, genauso wie ihre Arbeitsbedingungen. Am Samstag (4.4.) haben die socorristas von Palma einmal mehr eine Mitteilung herausgegeben, in der sie die Stadt Palma heftig kritisieren.

Die Gewerkschaft Unió Socorristes Palma hat angekündigt, wegen der festgestellten Versäumnisse rechtliche Schritte gegen das Rathaus einzuleiten. Die Organisation spricht von einem „Zustand der Vernachlässigung“, der nach ihrer Darstellung die gesamte Küste betrifft, mit besonderem Schwerpunkt auf der Playa de Palma.

Bauarbeiten verhindern Zugang zum Strand

Gerade dort gebe es einen fast einen Kilometer langen Abschnitt der Promenade, der von laufenden Kanalisationsarbeiten betroffen sei und den direkten Zugang zum Strand verhindere. Hinzu kämen Schäden an verschiedenen Punkten der Uferpromenade im Zusammenhang mit einer Umgestaltung, die in der Osterwoche begonnen habe.

Die Rettungsschwimmer weisen außerdem auf Probleme bei der Barrierefreiheit an dem fast fünf Kilometer langen Strand hin. Nach ihren Angaben wird derzeit keine Badeunterstützung angeboten, sodass Menschen mit eingeschränkter Mobilität weder den Sand noch das Meer problemlos erreichen können.

Toiletten fehlen überall

Verschärft werde die Lage durch das Fehlen öffentlicher Toiletten an der gesamten Playa de Palma – und das in einem Gebiet mit besonders hohem Besucheraufkommen. Nach Ansicht der Organisation verstößt dieser Mangel sowohl gegen die kommunalen Vorschriften als auch gegen das Küstengesetz, das sanitäre Einrichtungen an stark frequentierten Stadtstränden als Pflichtausstattung vorsieht.

Darüber hinaus beklagen die Rettungsschwimmer, dass auch ihnen selbst während ihrer Arbeitszeit keine geeigneten Einrichtungen zur Verfügung stünden, sodass sie gezwungen seien, auf nahe gelegene private Lokale auszuweichen.

Die Organisation fordert nun Verantwortung von Bürgermeister Jaime Martínez und dem Umweltdezernenten Llorenç Bauzá. Zugleich kündigt sie einen Kalender mit Protestaktionen an, der sich über die gesamte Saison hinziehen könnte, falls die Missstände nicht behoben werden. Bereits in den Vorjahren legten die Rettungsschwimmer mehrfach aus Protest über die Arbeitsbedingungen ihre Arbeit nieder.

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