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Saisonstart in Port de Pollença: "Die höheren Preise schlagen sich sofort im Buchungsverhalten nieder"

Die Deutsche Jeanette Erazo führt das Aparthotel Falcó und will vor allem Familien mit Kindern bezahlbare Ferien anbieten

Die Apartamentos Falcó in Port de Pollença.

Die Apartamentos Falcó in Port de Pollença. / privat

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Jeanette Erazo führt das kleine Aparthotel Falcó Apartamentos in Port de Pollença. Am 23. März ist die Unterkunft in die Saison gestartet.

Sind Ihre neun Apartments schon belegt?

Nein, das ist diesmal etwas anders gelaufen. In den ersten beiden Jahren nach der Eröffnung - das war im März 2023 - kannte ich es so, dass ich mich weder um Werbung sonst etwas kümmern musste. Die Leute sind einfach so gekommen. Die Preise waren natürlich etwas anders, vor allem die Energiepreise haben sich seither stark erhöht. Es gibt die Touristensteuer ein, die Gehälter sind gestiegen. Das spüre ich, auch wenn ich versuche, die Preise unten zu halten. Jetzt kommen noch die gestiegenen Preise für die Flüge dazu, die seit Oktober 2025 erheblich teurer geworden sind. Das schlägt sich sofort im Buchungsverhalten der Leute nieder. Es geht deshalb dieses Jahr etwas tröpfelnd los. Ich habe im Unterschied zu den ersten beiden Jahren auf einmal im Oktober einen Einbruch gehabt. Das war das erste Mal, dass in der Nebensaison plötzlich weniger Leute kamen. Das zieht sich jetzt weiter. Leider ist auch eine Gruppe, die vier Zimmer gebucht hatte, kurz vor Ende der kostenfreien Stornofrist zurückgetreten. Diese Apartments konnte ich nicht mehr spontan füllen.

Jeanette Erazo ist die Inhaberin der Falcó Apartamentos.

Jeanette Erazo ist die Inhaberin der Falcó Apartamentos. / privat

Bricht Ihnen die kostenfreie Storno-Möglichkeit bis kurz vor der Anreise bei Booking das Genick?

Es hat im Grunde nur Nachteile für uns und nur Vorteile für Booking. Denn wenn die Leute bei dir stornieren, dann buchen sie über Booking irgendeine andere Unterkunft. Booking tut so, als wäre das ein Service für den Gast, aber es ist für Booking völlig egal, in welchem Hotel gebucht wird, denn man bleibt ja auf der Seite der Plattform. Und als Hotelier wird man gedrängt, möglichst bis zur Ankunft das den Gästen zu ermöglichen. Aber wenn ich nur neun Apartments habe und Angestellte und einen laufenden Betrieb, ist es schwierig, wenn dann vier Reservierungen wegfallen. Bisher ist mir das nicht so aufgefallen, weil sich die Zimmer auch immer kurzfristig gefüllt haben. Das ist aber nun weggefallen. Man kann sich auch nicht gegen diese Bedingungen wehren. Ich bin jetzt auf sechs Wochen Vorlauf umgestiegen, aber es klappt nicht, weil die Flüge so teuer geworden sind.

Wie machen sich die höheren Preise in ihrem Gästesegment bemerkbar?

Die Spontaneität des Reisens geht für preissensible Gäste vor allem aufgrund der Erhöhung der Flugpreise verloren. Speziell, wenn man dann noch liest, dass auch die Restaurants noch teurer werden. Die Art von Gästen, die ich in den ersten Jahren hatte, kommt inzwischen immer weniger. Das waren vor allem Studenten und Freundesgruppen. Alle, die jetzt sparen müssen, kommen nicht mehr.

Wie sieht es im weiteren Verlauf der Saison aus?

Bereits im vergangenen Jahr haben die Leute ihren Sommerurlaub festgemacht. Das führt jetzt dazu, dass der Zeitraum zwischen Juni und September schon beinahe ausgebucht ist. Das ist dann das andere Extrem. Dann kann ich teilweise nur noch vereinzelte Buchungen für ein oder zwei Nächte annehmen.

Wäre es eine Option, statt auf preissensible Gäste auf Urlauber mit mehr Geld zu setzen?

Das geht nicht, das Haus liegt nicht direkt am Meer. Es ist sehr praktisch, aber es ist ein Budget-Haus.

Wie sieht es mit Renovierungen aus? Gibt es die bei Ihnen regelmäßig?

Als wir das Haus aus dem Jahr 1980 übernommen haben, haben wir die Ölheizung durch Solarpaneele ersetzt, neue Türen und neue Fenster eingebaut. Wir machen jeden Winter etwas neu. Aber damit sich das nicht auf die Preise durchschlägt, mache ich das nach und nach. Ich will weiterhin für Familien mit mehreren Kindern eine bezahlbare Unterkunft bleiben. Ich bin mit den Übernachtungspreisen dieses Jahr moderat hochgegangen, anders ging es gar nicht. Es ist ja immer noch ein Betrieb, die Angestellten müssen bezahlt werden. Viele meiner Gäste empfinden es aber noch als günstig, das habe ich schon gehört. Vor allem die US-Amerikaner.

Kommen regelmäßig Gäste aus den USA zu Ihnen?

Ja, vor allem in diesem Jahr. Bisher war es eher sporadisch, aber jetzt werden US-Amerikaner und Kanadier Teil meiner Gäste. Wir haben auch viele Gäste aus Argentinien und Uruguay und aus Osteuropa. Gerade diese schätzen die zweckmäßige und praktische Einrichtung bei uns.

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