Nach dem Tod eines Deutschen an der Cala Mendia: So baden Sie sicher im Meer vor Mallorca
Worauf Sie achten sollten, bevor Sie sich in Mallorcas Gewässer trauen

Wenn das Mittelmeer vor Mallorca so tobt, sollte man das Baden lieber sein lassen. Auch wenn es noch so verlockend erscheint. | FOTO: CLADERA/EFE / johannes krayer
Die ersten Sonnenstrahlen und Temperaturen über 20 Grad locken in diesen Tagen bereits einige Menschen ins Wasser. Und auch wenn das Mittelmeer zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison manchmal noch ruhig und zahm wirkt, kann das Bad fatale Folgen haben. So verstarb am Freitagnachmittag (24.4.) eine 63 Jahre alter Deutscher an der Cala Mendia im Osten Mallorcas, als er anderen Badegästen helfen wollte, die in eine Notlage geraten waren.
Gefährliche Buchten
Dass das Unglück sich in einer kleinen Bucht an der Ostküste ereignete, ist alles andere als ein Einzelfall. Die Cala Mendia selbst war im September 2021 Schauplatz eines tragischen Unfalls, als zwei Schwestern aus Nordrhein-Westfalen bei aufgewühlter See ins Wasser gingen und ertranken. Aber auch in den anderen Buchten der Gegend kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu schweren Unfällen, die nicht selten mit dem Tod endeten.
Vor einigen Jahren erklärte Joan Pol, der damalige Leiter der Einsatzzentrale bei der Rettungsleitstelle 112 auf Mallorca, in einem Interview mit der MZ, dass gerade die kleinen Buchten der Insel häufiger Schauplatz für derartig heikle Situationen sind. Hier entlade sich die geballte Energie des Meeres. „An großen Stränden werden die Wellen viel stärker abgefedert, bis sie ans Ufer kommen, weil das Land flacher ins Meer abfällt. Aber eine kleine Bucht, die von Felsen umgeben ist – da gibt es nichts, was die Kraft der Wellen mindert“, so Pol.
Eine weitere Gefahr, mit der Badegäste zu jeder Tageszeit rechnen müssen, sind Unterströmungen. Sie entstehen ohne Vorwarnung, wenn Wasser sich bündelt und in Form eines unsichtbaren Flusses ins offene Meer zurückfließt. Mehrere Menschen sind in den vergangenen Jahren auf Mallorca durch solche Unterströmungen gestorben.
Die eigenen Fähigkeiten nicht überschätzen
Die beiden wichtigsten Empfehlungen für das Baden im Meer vor Mallorca sind: Nicht alleine hinausschwimmen und nur an bewachten Stränden ins Meer gehen. Die Wahrscheinlichkeit eines Ertrinkungsunfalls ist 500 Mal größer, wenn das Gebiet nicht überwacht wird. Ein voller Magen, möglicherweise sogar mit Alkohol, sollte beim Badegang vermieden werden.
Auch darf man die eigene Schwimmfähigkeit nicht überschätzen. Eine Strömung kann eine Person zum Spielball des Wassers machen. Wenn einen die Strömung doch mitreißt, gilt: Ruhe bewahren. Auf keinen Fall sollte man sich gegen die Wasserbewegungen zur Wehr setzen, sondern versuchen, sich seitlich hinaustreiben zu lassen.
Flaggen beachten
Ein wichtiges Signal für Badegäste sind die am Strand gehissten Flaggen. Sie zeigen, wie gefahrenlos man sich ins Meer trauen kann. Strenges Badeverbot gilt, wenn die rote Flagge weht. Sie weist auf Gefahren im Wasser hin. Weht ein gelbes Fähnchen, sollte man bloß im flachen Bereich des Wassers baden und nicht hinausschwimmen. Orange bedeutet, dass die Rettungsschwimmer gerade abwesend sind. Eine weiße Flagge mit violetten Quallen warnt vor eben jenen. Sind die Flaggen hingegen grün, sollte dem Badespaß nichts im Weg stehen.
So helfen Sie anderen
Wenn man anderen Menschen helfen möchte, die in Seenot geraten sind, wie nun in Cala Mendia geschehen, sind gewisse Dinge zu beachten. Hier gilt: Nicht alleine rausschwimmen, wenngleich ein schnelles Reagieren wichtig ist. Die ersten zehn Minuten sind entscheidend. Wenn der Strand bewacht ist, sollten umgehend Rettungsschwimmer informiert werden oder ein Notruf an die Nummer 112 abgesetzt werden. Wenn man keine andere Wahl hat, als selbst rauszuschwimmen, sollte man sich weitere Helfer suchen und eventuell eine Kette bilden. Empfehlenswert ist dabei, Auftriebskörper wie Schwimmreifen mitnehmen.
Abonnieren, um zu lesen
- Auswanderin aus Hamburg auf Mallorca vermisst: Wer hat Anna W. gesehen?
- Der Nationalpark Cabrera ist Mallorca so nah – ein Ausflug dorthin ist trotzdem kaum zu bezahlen
- Abstieg in die zweite Liga so gut wie besiegelt: Wie Real Mallorca das Wunder rechnerisch noch schaffen könnte
- Hammerurteil in Spanien: Shakira bekommt 60 Millionen Euro vom Finanzamt zurück
- Habe meine geheimen Wege, auf denen ich keinen Urlaubern begegne': Mallorca-Schauspielerin Christine Neubauer ganz privat im MZ-Interview
- Cel Blau kündigt Abschied an: Der sympathische Zwerg im Schatten des Megaparks macht dicht
- Waghalsige Manöver auf der Autobahn kosten 19-jährigen Motorradfahrer auf Mallorca das Leben
- Nach dem Hauskauf kam der Termitenschock: Gericht auf Mallorca gibt Käufern recht
