"In ein paar Monaten könnte die Hälfte der Kutschen elektrisch sein": So laufen die Verhandlungen um die Pferdekutschen in Palma
Bei der Zusammenkunft am Mittwoch (29.4.) mit Verantwortlichen des Rathauses und den Kutschern ging es auch darum, wie und wann die schrittweise Umstellung erfolgen soll

Einige der Kutscher beim Treffen mit den Verantwortlichen der Stadtverwaltung. / Rathaus Palma
Es geht voran in Sachen Gespräche zwischen den Kutschern von Palma und der Stadtverwaltung, was die schrittweise Umstellung von Pferde- auf Elektro-Kutschen betrifft. Bei einem Treffen am Mittwoch (29.4.) legten die Kutscher 17 Punkt vor, die ihre Bedürfnisse im Hinblick auf den Modellwechsel betreffen. Der Stadtrat für Mobilität, Toni Deudero, empfing dafür acht Vertreter der Kutscher und zeigte sich den Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen. Nach Angaben des Vorsitzenden der Kutschervereinigung, Venancio Vargas, „könnten in zwei oder drei Jahren bereits alle Kutschen elektrisch sein, wenn unsere Anforderungen erfüllt werden“.
Mehr als 90 Prozent der Mitglieder der Kutscher-Vereinigung – rund 25 Personen – unterstützen die Entscheidung, auf E-Modelle umzusteigen. Wie Vargas nach dem Treffen gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" erklärte, knüpfen sie die den Wechsel jedoch daran, dass sich das Rathaus verpflichtet, die Lizenzen der Fahrer zu aktualisieren. Die meisten davon seien mehrere Jahrzehnte alt. „Die Mehrheit von uns ist für den Wechsel, wenn alle Punkte erfüllt werden. Wir haben vier oder fünf hervorgehoben, die wir als vorrangig eingestuft haben, und man sagte uns, dass die Umsetzung aller machbar sei. Es müssten lediglich technische Fragen dazu geprüft werden“, so Vargas.
Erneutes Treffen geplant
Beide Parteien werden sich Mitte Mai erneut treffen, um die nächsten Schritte zu konkretisieren. Die „caleseros“ hätten bislang noch keine Elektrofahrzeuge angeschafft. „Wir müssen noch mehr wissen, bevor wir die E-Kutschen bestellen. Wir gehen aber davon aus, dass in ein paar Monaten bereits die Hälfte der Kutschen elektrisch sein könnte“, erklärte Vargas.
Der Vorsitzende der Kutscher-Vereinigung wies zudem darauf hin, dass die Stadtverwaltung vorhat, mit der Regionalregierung oder der Zentralregierung in Madrid über finanzielle Förderlinien zu verhandeln, die die Finanzierung der neuen teuren E-Kutschen erleichtern soll.
Die Stadtverwaltung von Palma wiederum teilte nach dem Treffen in einer Pressemitteilung mit, dass bereits an einer notwendigen Gesetzesänderung arbeite und sich jeden Monat mit den Kutschern treffen wolle, damit sich beide Seiten auf dem Laufenden halten und etwa auch technische Fragen klären.
Weitere Anzeigen der Tierschutzpartei
Unterdessen meldete die Tierschutzpartei „Progreso en Verde“ am Mittwoch (29.4.), wenige Stunden nach dem Treffen zwischen den Verantwortlichen vom Rathaus und den Kutschern, dass mehrere Kutscher mit mehr Passagieren als erlaubt unterwegs waren, „obwohl die Vorschriften eindeutig eine Höchstzahl von fünf Passagieren plus Fahrer vorschreiben“. „Passagiere neben dem Fahrer, Parken an unzulässigen Stellen, verbotene Fahrmanöver, Ausbeutung der Pferde..... Und all dies mit Billigung der Stadtverwaltung von Palma und der Ortspolizei“, kritisierten sie in einer Erklärung.
„Es wurden mehrere Kutschen mit bis zu acht Personen gesichtet; andere parken an unzulässigen Stellen, führen unzulässige Wendemanöver durch, halten ständig hinter dem Urlauberbus, sogar mitten auf der Fahrbahn... – das sind die Verstöße, die sich ständig wiederholen. Das ist unzulässig. Diese Verstöße werden sogar vor den Augen der örtlichen Polizei begangen, ohne dass diese einschreitet. Erreichen die von uns eingereichten Anzeigen die Beamten überhaupt? Bezahlen sie die Bußgelder?“, fragte sich Guillermo Amengual, Vorsitzender von Progreso en Verde.

Auch, dass die Kutschen an Orten halten, an denen es eigentlich verboten ist, kritisierte die Partei. / PV
„Es geht nicht mehr um einen schlecht geführten städtischen Kutschendienst, sondern um Kutscher, gegen die Dutzende von Anzeigen erstattet wurden und gegen die Verfahren laufen, weil sie ihre Pferde in einem schlechten Zustand halten, gegen Gesetze und Verordnungen verstoßen und sich Auseinandersetzungen mit der örtlichen Polizei und Bürgern liefern“, beklagte Amengual.
Wo Elektrokutschen bereits implementiert wurden
Palma ist auf Mallorca längst nicht die erste Gemeinde, in der die Pferdekutschen durch Elektro-Kutschen ersetzt wurden. Wie die Tierschutzpartei Progreso en Verde vor wenigen Wochen uf ihrem X-Kanal teilte, wagte 2016 Capdepera den ersten Schritt. Fast zehn Jahre später folgte 2025 Alcúdia und in Muro ist für 2026 der Wandel vorgesehen. Für 2032 ist in Sant Llorenç de Cardassar auch ein Verbot der Pferdekutschen geplant.
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