Streik am Flughafen auf Mallorca: Das müssen Passagiere jetzt wissen
Der Betreuungsdienst für Personen mit eingeschränkter Mobilität beginnt ab Montag (25.5.) einen unbefristeten Streik

Fluggäste, die Betreuung benötigen, müssen oft lange am Flughafen Mallorca warten. / DM
Passagiere mit Mobilitätseinschränkungen, die dieser Tage nach Mallorca oder von der Insel zurück in die Heimat reisen, müssen unter anderem mit längeren Wartezeiten rechnen. Die Beschäftigten des Betreuungsdienstes PMR am Flughafen Son Sant Joan haben einen unbefristeten Streik angekündigt, der ab Montag (25.5.) beginnen.
Die Mitarbeiter streiken montags bis freitags sowie sonntags in unterschiedlichen Zeitfenstern. Samstags dauert der Streik sogar 24 Stunden:

Die Beschäftigten des Begleitdienstes streiken ab Montag (25.5.) in verschiedenen Zeitfenstern. / Betriebsrat
Der Betriebsrat hatte vor einigen Tagen bereits angekündigt, dass es Streiks geben werde, sofern es bei einer Verhandlung mit der Betreiberfirma Adelte am Donnerstag (21.5.) vor dem Schiedsgericht TAMIB nicht zu einer Einigung komme. Laut einem Schreiben, dass der MZ vorliegt, geschah genau dies.
Nach Angaben des Streikkomitees hat sich das Unternehmen lediglich teilweise zu Zugeständnissen im Zusammenhang mit Prävention und Arbeitsrisiken verpflichtet, die ohnehin vorgeschrieben sind und die die Belegschaft schon seit Monaten einfordert. Echte Lösungen habe es keine gegeben.
Das sind die Kritikpunkte
Einer der Kritikpunkte des Betriebsrates sind etwa regelmäßig kurzfristige Dienstplanänderung, die für die Beschäftigten die Vereinbarkeit von Privatem und Beruf oder dem Job am Flughafen und einem zweiten Job erheblich erschweren. "Es gibt keinerlei vorausschauende Planung", so der Betriebsrat-Sprecher zur MZ. Dabei stünden die Flüge, Flugzeiten und wer mitfliegt, doch schon lange im Voraus fest, führt er aus.
Auch klagen die Mitarbeiter über zu viele Überstunden. So beschäftige die Firma Angestellte nur für wenige Stunden pro Tag, biete ihnen dann aber häufig Last-Minute-Überstunden an und mache sich somit die finanzielle Abhängigkeit der Mitarbeiter zunutze. "Wenn es der eine nicht macht, macht es der andere. Das wissen sie. Sie finden immer jemanden", so der Sprecher weiter. Manche Angestellte würden ihre Schicht um 5 Uhr beginnen, hätten laut ihrem Vertrag eigentlich um 9 Uhr Schluss, würden dann aber spontan gefragt werden, ob sie nicht bis 13 Uhr bleiben können, nennt er als Beispiel. "Man weiß zwar, wann die eigene Schicht anfängt, aber nie, wann sie aufhört." Punktuelle Überstunden machen zu müssen, weil Kollegen krank sind oder es anderweitige Engpässe gibt, sei kein Problem. Dass es beinahe täglich dazu kommt, sehr wohl.
Vermehrt Angriffe auf Angestellte
Auch Personalmangel und infolgedessen immer schlechtere Arbeitsbedingungen sind weitere Kritikpunkte. "Wir sind überall zu spät dran", so der Betriebsrat-Sprecher. Wenn es dann vonseiten der Passagiere heiße: "Meine Tochter wartet schon an der Gepäckausgabe auf mich" oder ähnliches, würden die Angestellten und nicht Adelte die Beschwerden abbekommen.
Immer wieder kommt es am Flughafen zu verbalen oder körperlichen Angriffen auf die Angestellte, etwa weil Nutzer des Begleitdienstes aufgrund des Personalmangels lange warten müssen oder gar ihren Flug verpassen. Die Schuld, so der Betriebsrat, liege bei Adelte und nicht bei den überlasteten Mitarbeitern.

Passagiere, die den PMR-Dienst am Flughafen Palma nutzen wollen, brauchen dieser Tage Geduld. / AENA
Bitte um Verständnis der Passagiere
Viele der Angestellten, heißt es weiter, seien aufgrund des hohen Stresslevels und Drucks psychisch und körperlich am Ende und würden daher einen Arbeitsplatzwechsel ins Auge fassen.
Am Ende des Schreibens entschuldigt sich das Streikkomittee bei Passagieren mit Mobilitätseinschränkungen für potenzielle Unannehmlichkeiten. Immerhin ein Mindestdienst würde angeboten werden. Was genau das bedeutet, sei allerdings noch nicht klar.
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