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Kein Ende des Streiks in Sicht: So ist aktuell die Lage beim Begleitservice am Flughafen Mallorca

Der Streik der Mitarbeiter des PMR-Dienstes, die bewegungseingeschränkten Passagieren am Airport helfen, hält weiter an. Welche Auswirkungen er derzeit auf Passagiere hat und wann sie mit Einschränkungen rechnen müssen

Der Streik der Angestellten des PMR-Dienstes geht auf Kosten von Passagieren mit Bewegungseinschränkungen.

Der Streik der Angestellten des PMR-Dienstes geht auf Kosten von Passagieren mit Bewegungseinschränkungen. / DM

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Simone Werner

Simone Werner

Seit Dienstag (26.5.) müssen Reisende mit eingeschränkter Mobilität an Mallorcas Flughafen mit Unannehmlichkeiten rechnen. Da der Betriebsrat der Angestellten des Begleitservices bisher zu keinerlei Einigung mit der zuständigen Firma Adelte gekommen ist, halten die Beschäftigten weiter am Streik fest. Es läuft nur ein Mindestbetrieb. Am Freitag (29.5.) etwa streiken die Angestellten von 12 bis 15 Uhr und von 18 bis 21 Uhr. Dann sind nur 75 Prozent der Mitarbeiter im Einsatz. Die Zeitfenster der anderen Streiktage sind wie folgt:

  • Montags: 12–15 Uhr und 18–21 Uhr
  • Dienstags: 5–7 Uhr, 12–14 Uhr, 18–20 Uhr
  • Mittwochs: 12–15 Uhr, 18–21 Uhr
  • Donnerstags: 5–7 Uhr, 12–14 Uhr, 18–20 Uhr
  • Freitags: 12–15 Uhr, 18–21 Uhr
  • Samstags: 24-stündiger Streik
  • Sonntags: 12–15 Uhr, 21–23.59 Uhr

Chaotische Zustände

In den ersten Streiktagen ist es am Flughafen laut einem Schreiben des Betriebsrats zu chaotischen Zuständen gekommen. Zwischen 85 und 90 Prozent der Angestellten des PMR-Dienstes hätten von ihrem Streikrecht Gebrauch gemacht. Aus der Sicht des Betriebsrats spiegelt die hohe Beteiligung den enormen Unmut innerhalb der Belegschaft wider. Damit es nicht zum vollständigen Kollaps des Dienstes kam, packten dieser Tage sogar Führungskräfte und Büromitarbeiter des Dienstes mit an und schoben Passagiere von A nach B.

Die Lage am Flughafen sei derzeit sehr angespannt. So komme es täglich zu zahlreichen Verspätungen, langen Wartezeiten bei Abflügen und Ankünften sowie Situationen, in denen Begleitpersonen aufgrund des Personalmangels gezwungen sind, Rollstühle zu schieben.

Viele Passagiere, die keine Hilfe bekommen haben

Am Dienstag (26.5.) etwa waren 1.945 Hilfeleistungen für Personen mit eingeschränkter Mobilität gebucht. Letztendlich konnten jedoch nur 1.217 durchgeführt wurden. Rund 700 Passagiere haben also keine Hilfe erhalten und mussten sich selbst vor Ort nach Alternativen umsehen.

Am Mittwoch (27.5.) hatten 1.714 Passagiere den Dienst gebucht. Umfassend betreut werden konnten jedoch nur 427. Rund 1.300 Passagiere mussten sich am Flughafen an dem Tag selbst behelfen.

Warnungen der Fluggesellschaften

Einige Fluggesellschaften wie Jet2, Eurowings oder TUI raten Passagiere dringend, mit noch mehr Vorlaufzeit als sonst am Flughafen zu sein.

Dem unbefristeten Teilstreik waren seit Donnerstag (21.5.) lange Verhandlungen – oder eher Verhandlungsversuche – zwischen den PMR-Beschäftigten und Adelte vorausgegangen. Die Verhandlungen wurden auch vor dem Schiedsgericht Tamib und dem balearischen Arbeitsministerium geführt – teilweise sogar am Wochenende.

Adelte verweist in einem dieser Tage an die Belegschaft übermittelten Dokument auf finanzielle Schwierigkeiten, die etwa durch Mehrkosten wegen der Bauarbeiten im Terminal und neue Tarifverträge zustande kämen. Ein Streik würde zusätzliche Kosten verursachen. Adelte droht den Angestellten, die sich den Streiks anschließen, mit Streichung von Bonuszahlungen.

Schon länger anhaltende Probleme

Bis 2025 funktionierte der Dienst, den es schon seit 2008 gibt, zumindest nach außen hin gut. Im vergangenen Jahr häuften sich dann die Probleme. Auch einige MZ-Leser berichteten von ihren negativen Erfahrungen mit dem Dienst, manche Passagiere verpassten sogar ihre Flüge, weil die Mitarbeiter nicht rechtzeitig zur Stelle waren. Die Klagen über den Personalmangel und die schlechten Arbeitsbedingungen landeten dann vor dem Schiedsgericht Tamib, ein Streik konnte das Unternehmen mit Zugeständnissen verhindern, die aber teilweise nicht eingehalten worden sein sollen.

Ein Großteil der Angestellten macht dieser Tage vom Streikrecht Gebrauch.

Ein Großteil der Angestellten macht dieser Tage vom Streikrecht Gebrauch. / DM

Die Kritikpunkte der Angestellten

Die Beschäftigten fordern unter anderem bessere Bedingungen in Sachen Arbeitszeit und Organisation. Für die rund 230 fest angestellten Saisonkräfte verlangen sie etwa, dass ihnen in den Sommermonaten mindestens 75 Prozent der regulären Arbeitszeit garantiert werden. Ein weiterer Kritikpunkt sind regelmäßig kurzfristige Dienstplanänderungen, die für die Beschäftigten die Vereinbarkeit von Privatem und Beruf oder dem Job am Airport und einem zweiten Job erheblich erschweren.

„Es gibt keinerlei vorausschauende Planung“, bemängelt der Betriebsrat-Sprecher. Dabei stünden die Flüge, Flugzeiten und wer mitfliegt, doch schon lange im Voraus fest. Auch klagen die Mitarbeiter in diesem Zusammenhang über zu viele Überstunden. So beschäftige die Firma Angestellte nur für wenige Stunden pro Tag, biete ihnen dann aber fast täglich Last-minute-Überstunden an und mache sich somit die finanzielle Abhängigkeit der Mitarbeiter zunutze. „Wenn es der eine nicht macht, macht es der andere. Das wissen sie. Sie finden immer jemanden“, so der Sprecher weiter. Manche Angestellte würden ihre Schicht zum Beispiel um 5 Uhr beginnen, hätten laut ihrem Vertrag eigentlich um 9 Uhr Schluss, würden dann aber spontan gefragt werden, ob sie nicht bis 13 Uhr bleiben können.

"Man weiß nie, wann die Schicht aufhört"

„Man weiß zwar, wann die eigene Schicht anfängt, aber nie, wann sie aufhört.“ Neben einem rückwirkenden Ausgleich für die im vergangenen Jahr geleisteten Überstunden pochen die Gewerkschaften auch auf verlässliche Ruhetage und die Einhaltung der vorgeschriebenen Pausen. „Es gab vom Unternehmen aus nicht eine Geste des Nachgebens, dabei ist es unverschämt, über solche Dinge überhaupt verhandeln zu müssen“, so der Betriebsrat-Sprecher. Immer wieder käme es am Flughafen zu verbalen oder körperlichen Angriffen auf die Mitarbeiter, etwa weil Nutzer des Begleitdienstes aufgrund des Personalmangels lange warten müssen oder gar ihren Flug verpassen.

„Wir sind überall zu spät dran“, so der Betriebsrat-Sprecher. Viele Mitarbeiter seien aufgrund des hohen Stresslevels und Drucks psychisch und körperlich am Ende.

Kein Ende in Sicht

Solange die Unternehmensleitung den Forderungen nicht nachkommt, streiken die Mitarbeiter wie geplant unbefristet zu den oben genannten festgelegten Zeitfenstern.

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