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Aktuelle Lage am Flughafen Mallorca: Endet der Streik der Mitarbeiter des Begleitdienstes bald?

Noch geht der Streik der Mitarbeiter des PMR-Dienstes, die bewegungseingeschränkten Passagieren am Airport helfen, weiter. Am Montagabend (1.6.) hat sich nun allerdings das zuständige Unternehmen Adelte gemeldet

Für Passagiere mit Bewegungseinschränkungen kommt es schon seit einer Woche zu Unannehmlichkeiten.

Für Passagiere mit Bewegungseinschränkungen kommt es schon seit einer Woche zu Unannehmlichkeiten. / PMR

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Simone Werner

Simone Werner

Tagelang stellte das Unternehmen Adelte auf Durchzug, obwohl die Mitarbeiter des Begleitservices für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen Mallorca streikten. Am Montagabend (1.6.) gegen 22 Uhr tauchte dann erstmals ein Licht am Ende des Tunnels auf: "Nach acht Streiktagen (seit vergangenem Dienstag) mit jeweils 80 bis 90 Prozent Beteiligung hat das Unternehmen für Mittwoch (3.6.) um 10.30 Uhr eine Besprechung über Teams einberufen", heißt es seitens des Sprechers des Betriebsrats. Er bewertet die Initiative von Adelte als positiv. "Sie haben zumindest irgendetwas unternommen."

Bis es allerdings tatsächlich zu einer Einigung mit der Firma kommt, halten die Beschäftigten weiter am Streik fest. Auch am Dienstag und Mittwoch (3.6.) wird daher zu den festgelegten Zeitfenstern gestreikt.

Die Streikzeitfenster sind seit Beginn der "huelga" folgende:

  • Montags: 12–15 Uhr und 18–21 Uhr
  • Dienstags: 5–7 Uhr, 12–14 Uhr, 18–20 Uhr
  • Mittwochs: 12–15 Uhr, 18–21 Uhr
  • Donnerstags: 5–7 Uhr, 12–14 Uhr, 18–20 Uhr
  • Freitags: 12–15 Uhr, 18–21 Uhr
  • Samstags: 24-stündiger Streik
  • Sonntags: 12–15 Uhr, 21–23.59 Uhr
Ein Großteil der Angestellten macht dieser Tage vom Streikrecht Gebrauch.

Ein Großteil der Angestellten macht dieser Tage vom Streikrecht Gebrauch. / DM

Chaotische Zustände

An den bisherigen Streiktagen war es am Flughafen teils zu chaotischen Zuständen gekommen. Damit es nicht zum vollständigen Kollaps des Dienstes kam, packten dieser Tage sogar Führungskräfte und Büromitarbeiter des Dienstes mit an und schoben Passagiere von A nach B.

MZ-Leserin betroffen

Dass die Lage am Flughafen derzeit sehr angespannt ist, hat auch MZ-Leserin Steffi Korff mitbekommen: "Ich habe es Mittwoch (27.5.) selbst zu spüren bekommen. Bei meinem Rückflug musste ich den langen Weg zum Gate laufen, obwohl mir lange Strecken sehr schwerfallen. Ich war beim Boarding dann nass geschwitzt und fix und fertig. Aber es war beim Hinflug, zehn Tage vorher, schon grenzwertig. Ab der Türe zu den Kofferbändern wurde ich allein gelassen", schrieb sie der MZ.

Bei PMR-Dienst gibt es schon länger Probleme.

Bei PMR-Dienst gibt es schon länger Probleme. / PMR

Schon länger Probleme

Am Tag von Korffs Hinflug war der Streik noch gar nicht in Gang. Die Unannehmlichkeiten sind wohl der Tatsache geschuldet, dass es schon länger Probleme gibt.

Bis 2025 funktionierte der Dienst, den es schon seit 2008 gibt, zumindest nach außen hin gut. Im vergangenen Jahr häuften sich dann die Probleme. Auch einige MZ-Leser berichteten von ihren negativen Erfahrungen mit dem Dienst, manche Passagiere verpassten sogar ihre Flüge, weil die Mitarbeiter nicht rechtzeitig zur Stelle waren. Die Klagen über den Personalmangel und die schlechten Arbeitsbedingungen landeten dann vor dem Schiedsgericht Tamib, ein Streik konnte das Unternehmen mit Zugeständnissen verhindern, die aber teilweise nicht eingehalten worden sein sollen.

Die Kritikpunkte der Angestellten

Die Beschäftigten fordern unter anderem bessere Bedingungen in Sachen Arbeitszeit und Organisation. Für die rund 230 fest angestellten Saisonkräfte verlangen sie etwa, dass ihnen in den Sommermonaten mindestens 75 Prozent der regulären Arbeitszeit garantiert werden. Ein weiterer Kritikpunkt sind regelmäßig kurzfristige Dienstplanänderungen, die für die Beschäftigten die Vereinbarkeit von Privatem und Beruf oder dem Job am Airport und einem zweiten Job erheblich erschweren.

„Es gibt keinerlei vorausschauende Planung“, bemängelt der Betriebsrat-Sprecher. Dabei stünden die Flüge, Flugzeiten und wer mitfliegt, doch schon lange im Voraus fest. Auch klagen die Mitarbeiter in diesem Zusammenhang über zu viele Überstunden. So beschäftige die Firma Angestellte nur für wenige Stunden pro Tag, biete ihnen dann aber fast täglich Last-minute-Überstunden an und mache sich somit die finanzielle Abhängigkeit der Mitarbeiter zunutze. „Wenn es der eine nicht macht, macht es der andere. Das wissen sie. Sie finden immer jemanden“, so der Sprecher weiter. Manche Angestellte würden ihre Schicht zum Beispiel um 5 Uhr beginnen, hätten laut ihrem Vertrag eigentlich um 9 Uhr Schluss, würden dann aber spontan gefragt werden, ob sie nicht bis 13 Uhr bleiben können.

"Man weiß nie, wann die Schicht aufhört"

„Man weiß zwar, wann die eigene Schicht anfängt, aber nie, wann sie aufhört.“ Neben einem rückwirkenden Ausgleich für die im vergangenen Jahr geleisteten Überstunden pochen die Gewerkschaften auch auf verlässliche Ruhetage und die Einhaltung der vorgeschriebenen Pausen. „Es gab vom Unternehmen aus nicht eine Geste des Nachgebens, dabei ist es unverschämt, über solche Dinge überhaupt verhandeln zu müssen“, so der Betriebsrat-Sprecher. Immer wieder käme es am Flughafen zu verbalen oder körperlichen Angriffen auf die Mitarbeiter, etwa weil Nutzer des Begleitdienstes aufgrund des Personalmangels lange warten müssen oder gar ihren Flug verpassen.

„Wir sind überall zu spät dran“, so der Betriebsrat-Sprecher. Viele Mitarbeiter seien aufgrund des hohen Stresslevels und Drucks psychisch und körperlich am Ende.

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