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Mallorcas Rettungsschwimmer schlagen Alarm: „Lage an Calviàs Küste ist untragbar“

Rollstuhlfahrer haben keinen Zugang zum Strand, bereits 18 Uhr wird die Arbeit eingestellt

Die Rettungsschwimmer arbeiten nur bis 18 Uhr.

Die Rettungsschwimmer arbeiten nur bis 18 Uhr. / Nele Bendgens

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Die Gewerkschaft der Rettungsschwimmer von Mallorcas Gemeinde Calvià warnt vor erheblichen Mängeln bei Sicherheit und Barrierefreiheit an den Stränden. Die aktuelle Situation an der Küste im Südwesten sei „untragbar“, heißt es in einer am Donnerstag (11.6.) verschickten Pressemitteilung. Deshalb fordert die Organisation ein dringendes Treffen mit dem Rathaus.

Beschwerden von Anwohnern und Urlaubern gebe es regelmäßig. In Santa Ponça hätten Nachbarn erst vor wenigen Tagen eine Unterschriftensammlung gestartet, um den Einbau von Holzstegen zu fordern, die den Zugang zum Strand erleichtern sollen.

Rollstuhlfahrer quälen sich zum Wasser

Besonders kritisch sehen die Rettungsschwimmer, dass es in der Gemeinde, die mit ihrer Qualität wirbt, weiterhin Strände ohne barrierefreien Zugang und ohne öffentliche Toiletten gebe. Menschen mit Rollstühlen oder Rollatoren müssten ihre Hilfsmittel „buchstäblich durch den Sand ziehen“, um ans Meer zu gelangen.

Menschen im Rollstuhl kommen laut den Rettungsschwimmern in Palma derzeit kaum ans Meer.

Menschen im Rollstuhl kommen laut den Rettungsschwimmern in Palma derzeit kaum ans Meer. / Unió Socorristes Palma

Auch bei der Ausstattung der Rettungskräfte gebe es Defizite. Rund 50 Prozent der Rettungsschwimmer verfügten demnach noch immer nicht über geeignete Kommunikationssysteme und seien gezwungen, „ihre privaten Mobiltelefone zu benutzen“, um Notfälle zu koordinieren und operative Unterstützung anzufordern.

Um 18 Uhr ist Feierabend

Hinzu komme, dass der öffentliche Rettungsdienst um 18 Uhr ende – zu einer Zeit, in der sich noch viele Badegäste an den Stränden aufhielten. Die Gewerkschaft erinnert daran, dass sie seit Jahren auf fehlende Sicherheits- und Zugänglichkeitsstandards hinweise. In den vergangenen zwölf Monaten seien drei Menschen an Stränden ertrunken, „an denen zum Zeitpunkt der Vorfälle kein öffentlicher Rettungsdienst vorhanden war“.

Die Organisation macht dafür auch Ausschreibungen und Verträge verantwortlich, die „nicht den tatsächlichen Bedürfnissen der Gemeinde entsprechen“. Das habe Folgen, die „die Sicherheit, die Barrierefreiheit und die Würde von Einwohnern und Besuchern direkt beeinträchtigen“.

In den vergangenen Jahren ist es immer wieder zu ähnlichen Beschwerden und Streiks der Rettungsschwimmer wegen dieser Problematik gekommen.

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