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Streik am Flughafen Mallorca: Betreuer für Passagiere mit Handicap protestieren weiter

Der Ausstand verschärft sich: Beschäftigte des Betreuungsdienstes kritisieren das Vertragsmodell des Dienstleisters Adelte deutlich

Der Streik der Mitarbeiter des PMR-Dienstes am Flughafen.

Der Streik der Mitarbeiter des PMR-Dienstes am Flughafen. / Manu Mielniezuk

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Der Streik am Flughafen Mallorca geht weiter: Rund 50 Beschäftigte des Betreuungsdienstes für Menschen mit eingeschränkter Mobilität (PMR) am Flughafen Palma haben sich am Samstag (13.6.) in Son Sant Joan versammelt, um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern und auf die Lage aufmerksam zu machen, unter der nach ihrer Darstellung vor allem die nicht durchgehend angestellten Mitarbeiter des Dienstleisters Adelte leiden.

Zu der Kundgebung hatte der Betriebsrat unter dem Motto „Gegen Prekarität, für menschenwürdige Arbeitsverträge“ aufgerufen. Der Protest begann um zehn Uhr und dauerte bis zum Mittag. Die Teilnehmer versammelten sich im Ankunftsbereich mit Transparenten, Trillerpfeifen und Megafonen – an einem Tag mit besonders hohem Passagieraufkommen auf dem Flughafen. Entsprechend zogen sie auch die Aufmerksamkeit vieler ausländischer Reisender auf sich.

Darum geht es

Im Zentrum der Kritik steht vor allem das Vertragsmodell, das das Unternehmen bei einem Teil der Belegschaft anwendet. Wie Miguel Ángel Andrés, Koordinator des PMR-Dienstes, Mitglied des Betriebsrats und zuständig für Arbeitsschutz, erklärte, verfügen viele Beschäftigte über unbefristete Saisonverträge mit offiziell Teilzeit von lediglich 50 Prozent. Tatsächlich werde ihre Arbeitszeit aber regelmäßig nach oben erweitert.

„Die Menschen hängen praktisch täglich wie versklavt am Telefon, ohne irgendeine Möglichkeit, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Das ist ein Missbrauch, echte Vereinbarkeit gibt es nicht“, sagte Andrés.

"Verlangen keine Lohnerhöhung, sondern anständige Verträge"

Der Gewerkschaftsvertreter wirft dem Unternehmen vor, zusätzliche Arbeitsstunden systematisch mit nur sehr kurzem Vorlauf mitzuteilen. „Wir fordern nichts anderes, als dass die Stunden, die ohnehin jeden Tag geleistet werden, auch im Vertrag festgeschrieben werden. Wir verlangen keine Lohnerhöhung, sondern anständige Verträge“, betonte er.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen. / DM

Nach Angaben des Betriebsrats wurden allein im April fast 2.000 Arbeitszeiterweiterungen registriert. Den Gewerkschaften zufolge arbeiten viele Beschäftigte, die ursprünglich für vier Stunden eingestellt wurden, am Ende sieben oder acht Stunden täglich.

Zu wenig Personal

„Jeder saisonal fest angestellte Mitarbeiter leistet im Schnitt zwei bis drei solcher Arbeitszeiterweiterungen pro Monat. Das ist absurd. Wenn diese Stunden ohnehin regelmäßig anfallen, müssen sie auch in den Grundvertrag aufgenommen werden“, sagte Andrés.

Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter betrifft das Problem nicht nur die Teilzeitkräfte, sondern den gesamten Dienst. „Wir protestieren auch für die psychische Gesundheit aller. Selbst wenn fest angestelltes Personal seine Stunden garantiert bekommt, führt die mangelhafte Personaldecke am Ende zu einer zusätzlichen Belastung für die gesamte Belegschaft“, erklärte er.

Weitere Proteste sind wahrscheinlich

Die Kundgebung reiht sich in den laufenden Arbeitskonflikt zwischen den Beschäftigten und Adelte ein, der in den vergangenen Wochen bereits zu mehreren Streiktagen geführt hat.

Die Gewerkschaften betonen, dass die Verhandlungen mit dem Unternehmen weiterhin festgefahren seien, und kündigen an, die Proteste fortzusetzen, falls es keine Fortschritte gebe. „Wir haben begonnen, und wir haben nicht vor, aufzuhören, bis man sich mit uns an einen Tisch setzt und würdige Arbeitsverträge anbietet“, sagte der Gewerkschaftssprecher. Wie die MZ von einem Gewerkschaftssprecher erfuhr, soll der Streik ab dem 17. Juni unbefristet und 24 Stunden am Tag gelten.

Der PMR-Dienst betreut Passagiere mit eingeschränkter Mobilität oder besonderen Bedürfnissen während ihres Aufenthalts am Flughafen – von der Ankunft im Terminal bis zum Ein- oder Aussteigen aus dem Flugzeug. Gerade in den Sommermonaten, wenn Son Sant Joan zu den Flughäfen mit dem höchsten Verkehrsaufkommen Europas zählt, gilt dieser Service als unverzichtbar.

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