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Betrunkene, Wohnungslose, Handgepäck-Streit: Wenn es am Flughafen Palma eskaliert, kommt diese Truppe

Die Eicop-Brigade kümmert sich am Flughafen um Konflikte – ihr wichtigstes Mittel ist dabei nicht der Schlagstock, sondern das Gespräch

Sie bekommen die Randalierer am Flughafen von Palma in Griff: die Mitglieder der Eicop-Brigade.

Sie bekommen die Randalierer am Flughafen von Palma in Griff: die Mitglieder der Eicop-Brigade. / Nele Bendgens

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Sarah López

Sarah López

Das einzige Wort, das der Kubaner Alexis Espinosa auf Deutsch sagen kann, ist: „Ruhe!“ Und das kommt bei seinem Job als Leiter der Eicop-Brigade am Flughafen Palma häufiger zum Einsatz. Die Truppe aus sechs Frauen und sechs Männern ist für problematische Passagiere, Wohnungslose und ganz allgemein für Menschen zuständig, die am Airport in Schwierigkeiten sind oder Schwierigkeiten machen. Die Einheit gehört dem Sicherheitsunternehmen Trablisa an, es gibt sie seit 2020. Das Projekt war spanienweit ein Pilotversuch. Mittlerweile gibt es ähnliche Teams in Barcelona und Madrid.

Sie sind für Ordnung am Flughafen zuständig. Wann schreiten Sie ein?

Die Lage ist oft angespannt. Wir fahren mit Rollern herum und schreiten ein, wenn es Konflikte gibt – nur mit Worten und ohne Gewalt. Zudem helfen wir unseren Kollegen von der Nationalpolizei und der Guardia Civil, wenn es zu Diebstählen kommt, oder kümmern uns um Menschen, die längere Zeit am Flughafen verweilen.

Wer sind die Menschen, denen Sie helfen?

Es gibt unterschiedliche Profile. Immer wieder kommt es vor, dass sich ältere Menschen mit Demenz am Flughafen verirren oder verlaufen. Der Flughafenbetreiber Aena wird auch von Konsulaten kontaktiert, weil Familienmitglieder im Heimatland wissen, dass ihre Angehörigen sich derzeit am Flughafen aufhalten, sich Sorgen um sie machen und sie in einem Flieger wissen wollen. In solchen Fällen handelt es sich oft um Menschen, die stark alkoholisiert sind oder unter Drogen stehen und planlos am Flughafen ausharren. Die Familie kauft ein Flugticket in die Heimat, und wir müssen die Personen ausfindig machen und sie aufpäppeln: duschen, anziehen, etwas zu essen geben und in den Flieger begleiten.

Was ist mit den Personen, die am Flughafen leben? Wie gehen Sie mit ihnen um?

Mittlerweile gibt es keine mehr, aber es gab eine Zeit, in der rund 50 Menschen hier am Flughafen lebten. Zuerst im Gebäude, dann im Parkhaus. Ganz ehrlich: Auch wenn die meisten sehr rücksichtsvoll und ruhig waren, machte das keinen guten Eindruck. Zwei oder drei hatten Alkoholprobleme und fielen negativ auf. Einige NGOs hatten sich beim Flughafenbetreiber gemeldet, um diesen Menschen zu helfen, und wir agierten als Mittler zwischen den Flughafenbewohnern und den Organisationen. Die Menschen, die im öffentlich zugänglichen Bereich lebten, wurden täglich vom Roten Kreuz besucht. Heute lebt dort niemand mehr. Es gab auch einige, die am Flughafen verstarben. Das hat mich schon mitgenommen: In der Zeit war schon fast ein freundschaftliches Verhältnis entstanden.

Alexis Espinosa im Flughafen.

Alexis Espinosa im Flughafen. / Nele Bendgens

Kommt es auch zum Tod von Passagieren?

Ja, im vergangenen Jahr starben drei Menschen am Flughafen. Meist sind es ältere Personen, die den langen Fußweg auf sich nehmen und ohnehin gestresst sind – für einige ist es dann zu viel. In solchen Fällen sind wir die Ersten vor Ort, da wir mit den Rollern am schnellsten dort sind. Es gibt nur einen Krankenwagen auf dem gesamten Flughafen, und es dauert sehr lange, bis die Sanitäter eintreffen. Wir sind in Erster Hilfe ausgebildet, und ich habe hier schon Menschen das Leben retten können. Seit ich am Flughafen arbeite, haben sich auch zwei Personen das Leben genommen.

Vor einigen Wochen hat ein Passagier einem Mitarbeiter die Zähne ausgeschlagen. Erleben Sie solche Gewalt häufiger?

Ich musste noch nie meinen Schlagstock oder meine Handschellen herausholen. An jenem Tag waren auch wir vor Ort, aber da hatte sich die Situation bereits beruhigt. Wir sind immer zu zweit unterwegs. Die Männer in unserem Team sind große Muskelpakete. Die Frauen haben viel Erfahrung in Jobs mit Kundenkontakt. Auf unsere Kolleginnen hören die problematischen Passagiere viel eher. Es reicht oft, ihnen zu sagen, dass sie von der Polizei festgenommen oder auf die schwarze Liste der Fluggesellschaft gesetzt werden könnten – und schon hört das Drama auf. Sicherlich hilft es auch, dass sie vor uns einen gewissen Respekt haben, weil wir groß und stark sind.

Wodurch entstehen die größten Konflikte?

Es gibt zwei Hauptgründe: Entweder haben die Menschen ein paar Drinks zu viel gehabt oder stehen stark unter Drogeneinfluss, weshalb ihnen der Einstieg ins Flugzeug verweigert wird. Einige kommen aber auch schon betrunken am Flughafen an, und dann kommt es zu Konflikten.

Auch wegen der Größe des Handgepäcks gibt es Probleme. Oft können oder wollen die Menschen vor Ort nicht zahlen. Manchmal geht die Airline auch ungerecht mit den Passagieren um, aber wir können nichts dagegen tun. Besonders bei Ryanair gibt es Probleme. An manchen Tagen muss ich bei zehn verschiedenen Flügen Streit schlichten. Ich musste einmal in einem sehr extremen Fall einschreiten, bei dem ein Passagier nicht für sein zu großes Handgepäck bezahlen wollte. Nach dem Streit sollte er nicht mehr mitfliegen. Er gelangte trotzdem an Bord und wollte nicht wieder aussteigen. Wir mussten alle Passagiere aus dem Flugzeug holen. Danach versuchten mehrere Beamte der Guardia Civil und ich, ihn zu überreden – ohne Erfolg. Schließlich griffen wir zu härteren Mitteln und versuchten, den 190 Kilogramm schweren Mann hinauszutragen. Am Ende verließ er den Flieger nach zwei Stunden Zureden selbst.

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