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Verschärfte Situation am Flughafen Mallorca für Passagiere: Der Begleitdienst PMR streikt jetzt unbefristet rund um die Uhr

Da es nach wie vor zu keiner Einigung zwischen den Angestellten und dem zuständigen Unternehmen Adelte gekommen ist, sind Erstere seit Mittwoch (17.6.) zu einem 24-Stunden-Ausstand übergegangen

Beim PMR-Dienst gibt es schon länger Probleme.

Beim PMR-Dienst gibt es schon länger Probleme. / PMR

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Angekündigt hatte der Gewerkschaftssprecher den unbefristeten 24-Stunden-Streik gegenüber der MZ bereits, nun ist der Stichtag erreicht: Da die Mitarbeiter des Begleitdienstes für Menschen mit Bewegungseinschränkungen und das Unternehmen Adelte weiterhin nicht zu einer Einigung gekommen sind, sind die bis dato vor allem während bestimmter Zeitfenster streikenden PMR-Angestellten am Mittwoch (17.6.) zu einem unbefristeten 24-Stunden-Streik übergegangen.

Wie es in einem Schreiben der Gewerkschaft von Dienstag (16.6.) heißt, seien erneute Verhandlungen zwischen beiden Parteien am selben Tag vor dem Schiedsgericht Tamib gescheitert. "Trotz zahlreicher Versuche der Arbeitnehmervertretung, zu einer Verhandlungslösung zu kommen, hat das Unternehmen ADELTE Transporte y Servicios EFS S.L.U. keine Vorschläge vorgelegt, mit denen die seit Monaten beanstandeten Probleme gelöst werden könnten", heißt es.

Zu den wichtigsten Forderungen der Belegschaft gehören etwa die Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeiten, eine transparente Planung von Schichten und freien Tagen sowie die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Saisonarbeiter und Teilzeitbeschäftigte.

Sieht so Streikrecht aus?

Hinzu kommen Beschwerden vonseiten der Angestellten darüber, dass sie in den vergangenen Wochen nicht gänzlich von ihrem Streikrecht Gebrauch machen konnten. So übernahmen etwa Verwaltungsmitarbeiter, Führungskräfte und leitende Angestellte des Unternehmens Aufgaben von streikenden Mitarbeitern, die die Passagiere vor Ort begleiten. Auch Mitarbeiter anderer Flughafenunternehmen hätten, das würden Fotos und Videos beweisen, während der Streiks Aufgaben der PMR-Angestellten übernommen.

Am Samstag (13.6.) hatten rund 50 Beschäftigte des Betreuungsdienstes für Menschen mit eingeschränkter Mobilität (PMR) am Flughafen versammelt, um auf die Lage aufmerksam zu machen, unter der nach ihrer Darstellung vor allem die nicht durchgehend angestellten Mitarbeiter des Dienstleisters Adelte leiden. Zu der Kundgebung hatte der Betriebsrat unter dem Motto „Gegen Prekarität, für menschenwürdige Arbeitsverträge“ aufgerufen. Die Teilnehmer versammelten sich im Ankunftsbereich mit Transparenten, Trillerpfeifen und Megafonen – an einem Tag mit besonders hohem Passagieraufkommen auf dem Flughafen. Entsprechend zogen sie auch die Aufmerksamkeit vieler ausländischer Reisender auf sich.

In dem Schreiben der Gewerkschaft, das der MZ vorliegt, bedankt sich die Belegschaft für die Unterstützung während des Protests.

Das Streikkomitee werde in den kommenden Tagen eine Generalversammlung der Beschäftigten einberufen, um ausführlich über den aktuellen Stand des Konflikts zu informieren, das Ergebnis der Mobilisierungen zu bewerten und gemeinsam über künftige gewerkschaftliche Maßnahmen und Druckmittel zu entscheiden, die als angemessen erachtet werden.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen. / DM

Darum geht es

Im Zentrum der Kritik steht vor allem das Vertragsmodell, das das Unternehmen bei einem Teil der Belegschaft anwendet. Wie Miguel Ángel Andrés, Koordinator des PMR-Dienstes, Mitglied des Betriebsrats und zuständig für Arbeitsschutz, erklärte, verfügen viele Beschäftigte über unbefristete Saisonverträge mit offiziell Teilzeit von lediglich 50 Prozent. Tatsächlich werde ihre Arbeitszeit aber regelmäßig nach oben erweitert. „Die Menschen hängen praktisch täglich wie versklavt am Telefon, ohne irgendeine Möglichkeit, Beruf und Privatleben miteinander zu vereinbaren. Das ist ein Missbrauch, echte Vereinbarkeit gibt es nicht“, sagte Andrés.

Der Gewerkschaftsvertreter wirft dem Unternehmen vor, zusätzliche Arbeitsstunden systematisch mit nur sehr kurzem Vorlauf mitzuteilen. „Wir fordern nichts anderes, als dass die Stunden, die ohnehin jeden Tag geleistet werden, auch im Vertrag festgeschrieben werden. Wir verlangen keine Lohnerhöhung, sondern anständige Verträge“, betonte er.

Nach Angaben des Betriebsrats wurden allein im April fast 2.000 Arbeitszeiterweiterungen registriert. Den Gewerkschaften zufolge arbeiten viele Beschäftigte, die ursprünglich für vier Stunden eingestellt wurden, am Ende sieben oder acht Stunden täglich.

Zu wenig Personal

„Jeder saisonal fest angestellte Mitarbeiter leistet im Schnitt zwei bis drei solcher Arbeitszeiterweiterungen pro Monat. Das ist absurd. Wenn diese Stunden ohnehin regelmäßig anfallen, müssen sie auch in den Grundvertrag aufgenommen werden“, sagte Andrés.

Aus Sicht der Arbeitnehmervertreter betrifft das Problem nicht nur die Teilzeitkräfte, sondern den gesamten Dienst. „Wir protestieren auch für die psychische Gesundheit aller. Selbst wenn fest angestelltes Personal seine Stunden garantiert bekommt, führt die mangelhafte Personaldecke am Ende zu einer zusätzlichen Belastung für die gesamte Belegschaft“, erklärte er.

Der PMR-Dienst betreut Passagiere mit eingeschränkter Mobilität oder besonderen Bedürfnissen während ihres Aufenthalts am Flughafen – von der Ankunft im Terminal bis zum Ein- oder Aussteigen aus dem Flugzeug.

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