Streik am Flughafen Mallorca mitten in der Hochsaison: An diesen Tagen legen Swissport-Mitarbeiter die Arbeit nieder
Neben finanziellen Forderungen kämpft die Gewerkschaft CCOO für mehr Personal, bessere Arbeitsorganisation und verstärkte Schutzmaßnahmen bei hohen Temperaturen

Die Mitarbeiter der Handling-Firma "Swissport" wollen streiken. / DM
Die Beschäftigten des Handling-Unternehmens Swissport am Flughafen von Palma haben für den 28. Juli sowie den 1., 4. und 8. August Teilstreiks angekündigt. Die Arbeitsniederlegungen sollen jeweils von 7 bis 12 Uhr und von 19 bis 22 Uhr stattfinden. Swissport übernimmt am Flughafen Palma die Bodenabfertigung für mehrere Airlines, darunter Condor und Marabu Airlines. Zuvor waren die Verhandlungen zwischen der Gewerkschaft CCOO und der Unternehmensleitung ohne Einigung zu Ende gegangen.
Nach Angaben von CCOO geht es bei dem Streik um bessere Arbeitsbedingungen. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine Angleichung der Gehälter an den Branchentarifvertrag, eine korrekte Bezahlung der von anderen Unternehmen übernommenen Beschäftigten, mehr Personal und eine bessere Arbeitsorganisation. Auch höher verantwortete Tätigkeiten sollen finanziell anerkannt und die Schutzmaßnahmen bei hohen Temperaturen verstärkt werden.
Ein zentraler Streitpunkt sind die geplanten Mindestdienste während der Streiks. Laut CCOO schlug Swissport vor, 99 Prozent der Belegschaft einzusetzen. Die Arbeitnehmervertreter forderten dagegen eine Quote von 50 Prozent. Bei den 99 Prozent handle es sich bislang lediglich um den Vorschlag des Unternehmens.
Mindestdienst von 99 Prozent sinnlos
CCOO kritisiert, dass ein Mindestdienst von 99 Prozent das Streikrecht praktisch wirkungslos machen würde. Eine Arbeitsniederlegung dürfe nicht nur auf dem Papier stattfinden, während der Betrieb nahezu unverändert weiterlaufe.
Die Gewerkschaft betont, dass es nicht ausschließlich um finanzielle Forderungen gehe. Auch die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten, insbesondere bei großer Hitze, sowie eine bessere Organisation der Abläufe stünden im Mittelpunkt. Gleichzeitig solle eine sichere Abfertigung für Fluggesellschaften und Passagiere gewährleistet bleiben.
Der vorgelegte Forderungskatalog der Gewerkschaft umfasst auch die Forderung für Vollzeitverträge für Beschäftigte, die dies wünschen und weniger Überstunden.
Weitere Gewerkschaft könnte sich ebenfalls anschließen
Nach Darstellung der Gewerkschaft wollte Swissport die Verhandlungen vor allem auf den Inflationsausgleich und die Personalpolitik beschränken. Die Probleme gingen jedoch deutlich darüber hinaus. CCOO erklärte sich weiterhin zu Gesprächen bereit, um noch vor den angekündigten Streiktagen eine Einigung zu erzielen.
Zugleich rief die Gewerkschaft UGT dazu auf, sich den Streiks anzuschließen. Es gehe nicht darum, welche Gewerkschaft sich durchsetze, sondern um Verbesserungen für die gesamte Belegschaft von Swissport in Palma.
Abonnieren, um zu lesen
- Weil mitten im Sommer die Strandliegen fehlen: Balearen-Regierung feuert oberste Küstenchefin
- Balearen-Regierung zu den Restriktionen am Tag der Sonnenfinsternis: 'Werden Mallorca-Urlauber weder bevorzugen noch benachteiligen
- Randalierender Ryanair-Passagier auf Mallorca-Flug zu Strafe und Schadenersatz verurteilt – so reagiert die Airline
- Sonnenfinsternis auf Mallorca für Spontane: So teuer sind Hotels und Flüge jetzt
- Auch das Meer kommt ins Schwitzen: Neuer Temperaturrekord vor Mallorca erreicht
- Gestrandete deutsche Segelyacht 'Acoa' vor Mallorca mit tourismuskritischen Graffiti besprüht
- Seltenes Phänomen: Grüner Lichtstrahl läutet Finale der Sonnenfinsternis ein
- Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig: Mallorca-Rückflug geht gehörig schief