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Nach wochenlangem Chaos: Einigung beim Mobilitätsservice PMR am Flughafen Mallorca

Eine Errungenschaft der Belegschaft: 35 Mitarbeiter sollen unbefristete Verträge erhalten

Der Streik der Angestellten des Begleitdienstes PMR am Flughafen ist beendet.

Der Streik der Angestellten des Begleitdienstes PMR am Flughafen ist beendet. / Mielniezuk

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Der Arbeitskampf des Betreuungsdienstes für Menschen mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen Palma mit der zuständigen Betreiberfirma, der mitten in der Hochsaison Unannehmlichkeiten für viele Passagiere zur Folge hatte, ist beendet. Nach fast zwei Monaten mit Streiks, Protesten und schwierigen Verhandlungen haben das Streikkomitee und die Leitung des Unternehmens Adelte eine Vorvereinbarung erzielt. Adelte ist am Flughafen Son Sant Joan für den sogenannten PMR-Service zuständig, der Passagiere mit eingeschränkter Mobilität unterstützt.

Auf Grundlage der Einigung können beide Parteien die Festlegung der neuen Arbeitsbedingungen endgültig unterzeichnen. Die Proteste waren bereits seit dem 6. Juli ausgesetzt. Damals hatte die Belegschaft beschlossen, die Streiks zunächst für drei Tage zu unterbrechen und den Verhandlungen eine weitere Chance zu geben.

Die Beschäftigten des Begleitdienstes hatten im Mai unter anderem „Druck und Einschüchterungsversuche“ durch das Unternehmen sowie eine „chronische Prekarität“ beklagt. Die schlechten Arbeitsbedingungen hätten sich auch auf die Betreuung der Passagiere ausgewirkt. Mehrere zentrale Forderungen der Belegschaft wurden nun in die Vorvereinbarung aufgenommen.

Bei PMR-Dienst gibt es schon länger Probleme.

Bei PMR-Dienst gibt es schon länger Probleme. / PMR

35 Beschäftigte bekommen unbefristete Verträge

Zu den wichtigsten Punkten gehört die Umwandlung befristeter Arbeitsverträge in unbefristete Beschäftigungsverhältnisse (fijos indefinidos). Insgesamt 35 Mitarbeiter sollen fest in die Belegschaft aufgenommen werden.

Für einen Teil der saisonal unbefristet Beschäftigten (fijos discontinuos) wird zudem bis zum Ende der laufenden Saison eine Mindestarbeitszeit von 75 Prozent garantiert. Für diese Gruppe sollen künftig monatliche Dienstpläne veröffentlicht werden. Darüber hinaus sollen ihre Arbeitsbedingungen im kommenden Jahr weiter verbessert werden. Damit soll nach Angaben der Beschäftigten dem „übermäßigen Einsatz von Teilzeitverträgen und den ständigen, mit nur sehr kurzer Vorankündigung angeordneten Arbeitszeitverlängerungen“ ein Ende gesetzt werden.

Die neue Vereinbarung sieht außerdem vor, mögliche Verstöße gegen die vorgeschriebenen Ruhezeiten zwischen Januar und Mai 2026 zu überprüfen und entsprechend auszugleichen. Dafür soll eine eigene Kontrollkommission eingerichtet werden.

Auch die Kriterien für die Vergabe von Urlaubstagen und frei verfügbaren Tagen werden künftig schriftlich geregelt. Schulungen außerhalb der regulären Arbeitszeit sollen vergütet und die tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden vollständig auf der Gehaltsabrechnung ausgewiesen werden.

Hinzu kommen verbindliche Regelungen zum Arbeitsschutz, zur Überprüfung der eingesetzten Fahrzeuge und zum Recht auf digitale Nichterreichbarkeit. Insbesondere die Nutzung von WhatsApp für dienstliche Mitteilungen soll klar geregelt werden.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen.

Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen. / DM

Beschäftigte kritisieren Vermittlerin des Arbeitsministeriums

Trotz der Einigung übt die Belegschaft deutliche Kritik an den staatlichen Stellen, die zu Beginn des Konflikts zwischen den Parteien vermittelt hatten. In einem Schreiben an die balearische Generaldirektorin für Arbeit, Mari Luz Moreno Romero, werfen die Beschäftigten der Vermittlerin vor, sie während der Gespräche zur Annahme deutlich schlechterer Angebote gedrängt zu haben.

In dem bewusst ironisch formulierten Brief erinnern die Mitarbeiter an eine angebliche Warnung der Generaldirektorin: „Wenn ihr hier nicht nachgebt, verschwinde ich, und die Dinge, die ihr erreichen werdet, werden viel schlechter sein. Das garantiere ich euch.“

„Du hast dein Wort gehalten. Du bist verschwunden. Wir mussten voller Angst allein weitermachen“, heißt es in dem Schreiben der Belegschaft. Die Beschäftigten stellen der damaligen Warnung die nun erreichten Verbesserungen gegenüber.

Das Ergebnis sei „hundertmal besser“ als das Angebot, zu dessen Annahme die Vermittlerin sie habe bewegen wollen. „Am Ende war das Beste, was du für uns getan hast, deine Drohung wahrzumachen und zu verschwinden“, schreiben die Mitarbeiter.

Unterzeichnung steht noch aus

Die endgültige Vereinbarung soll voraussichtlich am 29. Juli unterzeichnet werden. Das Streikkomitee bezeichnet den Vorstoß als einen „historischen Fortschritt bei Rechten, Transparenz und Organisation“. Er sei ausschließlich dem „Einsatz und dem Zusammenhalt“ der Belegschaft während des langwierigen Konflikts zu verdanken.

Der PMR-Dienst betreut Passagiere mit eingeschränkter Mobilität oder besonderen Bedürfnissen während ihres Aufenthalts am Flughafen – von der Ankunft im Terminal bis zum Ein- oder Aussteigen aus dem Flugzeug. /sw

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