Verwirrung um Streik am Flughafen Mallorca: Gewerkschaft widerspricht Absage – Ausstände finden statt
Gewerkschaft CCOO hält an Streiks bei Swissport fest, nachdem UGT Einigung bekannt gab

Die Mitarbeiter der Handling-Firma "Swissport" wollen streiken. / DM
Der angekündigte Streik beim Handlingunternehmen Swissport am Flughafen Mallorca hat zu einem offenen Widerspruch zwischen den Gewerkschaften UGT und Comisiones Obreras (CCOO) geführt. Wenige Stunden nachdem die UGT die Absage der Arbeitsniederlegungen infolge einer Einigung mit dem Unternehmen bekannt gegeben hatte, stellte CCOO klar, dass der eigene Streikaufruf weiterhin gilt.
Der Betriebsrat, in dem die UGT die Mehrheit stellt, hatte am Montagvormittag mitgeteilt, der ab Dienstag (4.8.) geplante unbefristete Streik sei ausgesetzt. Grundlage sei eine am 31. Juli vor dem balearischen Schieds- und Mediationsgericht TAMIB erzielte Vereinbarung, die nach Angaben der UGT sämtliche geforderten Verbesserungen der Arbeitsbedingungen umfasst.
CCOO widersprach dieser Darstellung am Nachmittag. Die Einigung betreffe einen anderen Streikaufruf und habe deshalb keine Auswirkungen auf die von CCOO angekündigten Arbeitsniederlegungen.
An diesen Tagen wird gestreikt
Die Gewerkschaft hält an den Streiks am 4. und 8. August fest. Die Beschäftigten sollen jeweils von 7 bis 12 Uhr sowie von 19 bis 22 Uhr die Arbeit niederlegen. Betroffen sind die Fluggesellschaften Condor, Sunclass, die TUI Group, Air Canada, Etihad Airways, Alba Star und TAP Air Portugal.
Nach Ansicht von CCOO hat Swissport bislang keine ausreichenden Antworten auf die Forderungen der Belegschaft gegeben. Zu den zentralen Forderungen gehören die vollständige Anwendung der Gehaltstabellen des Branchentarifvertrags, die rückwirkende Auszahlung einer Lohnerhöhung von 4,8 Prozent, eine Ausweitung der Arbeitszeit für Beschäftigte, die dies wünschen, Verbesserungen bei den Lohnzulagen sowie wirksame Maßnahmen gegen hohe Temperaturen.
CCOO kritisierte zudem, das Treffen mit dem Unternehmen am 31. Juli sei kein ernsthafter Versuch gewesen, bei den Verhandlungen voranzukommen. Swissport verschiebe Lösungen durch die Ankündigung weiterer Treffen, Untersuchungen und Kommissionen, ohne konkrete Verpflichtungen einzugehen.
Verstoß gegen das Streikrecht?
Darüber hinaus prüft die Gewerkschaft einen möglichen Verstoß gegen das Streikrecht. Bei bestimmten internationalen Flügen würden nach ihrer Auffassung mehr Beschäftigte für die Mindestdienste eingeteilt, als tatsächlich notwendig seien. Der Vorgang sei bereits an die Rechtsabteilung weitergeleitet worden.
CCOO erklärte sich weiterhin zu Verhandlungen bereit, sofern das Unternehmen einen ernsthaften Einigungswillen zeige. Zugleich forderte die Gewerkschaft den Flughafenbetreiber Aena, das balearische Arbeitsministerium und weitere zuständige Behörden auf, sich in die Verhandlungen einzuschalten.
Bis zu einer Einigung will CCOO an den angekündigten Streiktagen festhalten. Eine Ausweitung der Proteste im Laufe des August schließt die Gewerkschaft nicht aus.
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