Weiter keine Einigung: Streik von Handlingfirma Swissport am Flughafen Mallorca geht in neue Runde
Die Gewerkschaft CCOO kritisiert fehlende finanzielle Angebote von Swissport und fordert bessere Bezahlung und Arbeitsbedingungen für die Angestellten

Ein Mitarbeiter von Swissport bei der Arbeit. / Oliver Roesler
Der Streik der Swissport-Beschäftigten am Flughafen Mallorca geht weiter. Ein Treffen zwischen Unternehmensleitung und Streikkomitee am Donnerstag (6.8.) endete ohne Einigung. Nach Angaben der Gewerkschaft CCOO gab es keine Fortschritte, weil Swissport „keine konkreten finanziellen Vorschläge“ vorgelegt habe, die eine Annäherung ermöglicht hätten.
CCOO erklärt, man sei mit klarer Verhandlungsbereitschaft und Forderungen nach besseren finanziellen, organisatorischen und arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen in das Gespräch gegangen. Das Unternehmen bleibe jedoch bei „Zusagen für die Zukunft ohne konkrete und sofortige Maßnahmen“. „Die Beschäftigten brauchen heute Lösungen und keine Versprechen für morgen“, heißt es von der Gewerkschaft.
Weitere Streiktage wahrscheinlich
Nach dem erneuten Scheitern der Gespräche hält CCOO deshalb am Streik fest. Die nächste Runde des Streiks ist für Samstag (8.8.) von 7 bis 12 Uhr sowie von 19 bis 22 Uhr vorgesehen.
„Und wir schließen nicht aus, dass wir noch im August weitere Streiktage ausrufen oder sogar in einen unbefristeten Streik übergehen. Das prüfen gerade unsere Anwälte“, hatte die Gewerkschaftssprecherin Carmen Gamboa der Comisiones Obreras (CCOO) am Dienstag (4.8.) der MZ gesagt.

Die Mitarbeiter der Handling-Firma "Swissport" streiken. / DM
Forderungen der Beschäftigten
Zu den wichtigsten Forderungen zählt eine bessere Bezahlung. Nach Angaben der Gewerkschaft erhalten die Swissport-Beschäftigten in Palma „die niedrigsten Löhne im gesamten Handling-Bereich des Flughafens“. „Wir verlangen nicht, mehr als andere zu verdienen. Wir wollen nur nicht länger diejenigen sein, die am wenigsten bekommen“, so CCOO. Gamboa hatte gegenüber der MZ gesagt, dass die Angestellten von Swissport rund 400 bis teilweise 700 Euro weniger im Monat verdienen als Kollegen auf vergleichbaren Posten bei anderen Firmen am Flughafen von Palma.
Die Gewerkschaft kritisiert zudem, dass Swissport bei dem Treffen auch andere Zulagen für eine Aufbesserung des Gehalts abgelehnt hatte. Auch bei der Forderung, Beschäftigten auf Wunsch Vollzeitverträge anzubieten, habe das Unternehmen „keine konkreten Zusagen“ gemacht.
Auswirkungen des Streiks sind schnell zu spüren
CCOO argumentiert, das Wachstum von Swissport auf Mallorca und die Aufnahme weiterer Fluggesellschaften in die Abfertigung müssten sich auch in besseren finanziellen, organisatorischen und arbeitsschutzrechtlichen Bedingungen für die Belegschaft niederschlagen. „Wir werden weiter mobilisieren, bis die Arbeit dieser Belegschaft anerkannt wird und sie das erhält, was ihr zusteht“, erklärte die Gewerkschaft.
Ein weiteres Ziel der Streiks sind auch wirksame Maßnahmen gegen die hohen Temperaturen an den Arbeitsplätzen. So gebe es Fahrzeuge, die den ganzen Tag in der Sonne unterwegs sein müssten, aber keine Klimaanlage hätten.
Am jüngsten Streiktag, dem Dienstag, waren die Auswirkungen des Ausstandes schnell zu spüren. Bereits am frühen Nachmittag verspäteten sich zwölf Maschinen. Abends kamen weitere Verzögerungen dazu.
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