Heimlich den Posten verlassen, zum Flughafen gefahren und in den Sicherheitsbereich eingedrungen: Gericht verurteilt Beamten der Guardia Civil auf Mallorca
Eigentlich hatte der Sergeant Dienst in Calvià. Stattdessen fuhr er zum Flughafen Palma und gelangte in Uniform hinter die Sicherheitskontrolle. Nun hat ein Militärgericht seine Strafe bestätigt.

Archivbild der Sicherheitskontrolle des Flughafens Mallorca / Redaktion DM
Ein Militärgericht hat einen in Calvià im Südwesten von Mallorca stationierten Sergeant der Guardia Civil für zwölf Tage vom Dienst suspendiert und ihm für diese Zeit das Gehalt gestrichen. Der Beamte hatte im März 2023 während seiner Dienstzeit seinen Posten verlassen und war zum Flughafen Palma gefahren. Dort nutzte er nach Auffassung des Gerichts seine Uniform, um in einen Sicherheitsbereich zu gelangen.
Der Vorfall ereignete sich am Morgen des 21. März 2023. Der Sergeant hatte an diesem Tag Wachdienst in seiner Dienststelle in Calvià. Gegen 11 Uhr tauchte er jedoch am Flughafen Palma auf. Er trug seine Uniform, hatte darüber aber eine Jacke gezogen und hielt einen Motorradhelm in der Hand.
Am Sicherheitsfilter für Passagiere sprach er mit einem Sicherheitsmitarbeiter, um in den Bereich hinter der Kontrolle zu gelangen. Zutritt hatten dort nur Passagiere mit Flugticket sowie Polizeibeamte mit einer speziellen Zugangskarte des Flughafens. Das Gericht wirft dem Sergeant vor, er habe seine Uniform genutzt, um in den beschränkt zugänglichen Bereich zu kommen.
Vorgesetzter wusste von nichts
Ein Kollege fragte den Sergeant dort nach dem Grund für seine Anwesenheit. Der Beamte erklärte, er wolle einen Angehörigen begleiten, der „ziemlich krank“ sei und Schwierigkeiten beim Gehen habe.
Einige Tage später erfuhr der Leiter der Zoll- und Grenzabteilung am Flughafen von dem Vorfall. Es war aufgefallen, dass ein uniformierter Beamter, der nicht zur Sicherheitskontrolle von Son Sant Joan gehörte, den Bereich hinter der Kontrolle betreten hatte.
Eine Überprüfung im Computersystem ergab, dass der Sergeant zum fraglichen Zeitpunkt eigentlich in Calvià Dienst hatte. Seinen Vorgesetzten hatte er nicht mitgeteilt, dass er mit seinem Motorrad zum Flughafen Palma gefahren war.
Schwerer Verstoß
Daraufhin leitete die Guardia Civil ein Disziplinarverfahren gegen ihn ein. Die Generaldirektion verhängte eine Sperre von zwölf Tagen ohne Gehaltszahlung. Das Militärgericht bestätigte diese Sanktion und wertete das Verhalten als schweren Verstoß, weil der Sergeant seinen Dienst vernachlässigt habe.
Das Urteil weist zudem darauf hin, dass Angehörige der staatlichen Sicherheitskräfte während ihres Dienstes am Flughafen von der Sicherheitskontrolle befreit sind. Außerhalb des Dienstes müssen sie die Zugangskontrollen dagegen wie alle anderen Bürger durchlaufen.
Abonnieren, um zu lesen
- Warum Mallorquiner mit mir 'aus Respekt' Spanisch sprechen, obwohl ich ihre Sprache kann
- Mitten in der Hochsaison: Gastronomie baut vermehrt Jobs ab
- Sie tun nichts': Sóller macht seinem Ärger um Verkehrschaos Luft - und sieht einen klaren Schuldigen
- Langzeitprognose: So wird das Wetter im Herbst auf Mallorca
- Kind im Speiseraums des Hotels fotografiert: Gericht spricht deutschen Mallorca-Urlauber frei
- Neue Parkfläche eröffnet: 150 zusätzliche Stellplätze in Port d’Andratx
- Schweizer Urlauber verliert beim Baden auf Mallorca fast sein Leben
- MZ vor Ort: So bunt ist der Wochenmarkt in Alcúdia
