Grenzkontrollen für Italien-Flüge auf Mallorca gestartet: Teilweise muss jeder Passagier den Ausweis zeigen
Die Nationalpolizei führt bis zum 7. September verstärkte Grenzkontrollen für Passagiere aus Italien durch

Giuseppe wurde bei seiner Ankunft in Palma kontrolliert. / Guillem Bosch
An den Flughäfen auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln haben die angekündigten Grenzkontrollen für Reisende aus Italien begonnen. Seit Montag (10.8.) und noch bis zum 7. September kontrolliert die Nationalpolizei Passagiere, die aus Italien nach Spanien einreisen. Grundlage ist eine Anordnung des spanischen Innenministeriums als Reaktion auf die Haltung der Regierung von Giorgia Meloni nach der Migrationskrise von Ceuta.
Kontrolliert werden Reisepass oder Personalausweis. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem Reisende aus Nicht-EU-Staaten. Am Flughafen Palma fanden am Montagmorgen erste Überprüfungen bei Flügen aus Rom-Fiumicino und Neapel statt.
Alle Passagiere mussten Papiere vorzeigen
Eigentlich soll die Maßnahme nur etwa fünf bis zehn Prozent der Passagiere betreffen. Mehrere italienische Urlauber berichteten dieser Zeitung jedoch, dass bei einzelnen Flügen sämtliche Reisenden ihre Papiere vorzeigen mussten. Zu nennenswerten Verzögerungen kam es dabei offenbar nicht.

Andrea flog von Rom nach Mallorca und wurde kontrolliert. / Guillem Bosch
„Die Kontrolle ging schnell, es gab kaum eine Schlange“, berichtete Andrea nach seiner Ankunft aus Rom. Die Beamten hätten direkt am Flugzeug gewartet und die Passagiere beim Aussteigen nach Pass oder Ausweis gefragt.
Keine Kontrolle auf Neapel-Flug
Auch Giuseppe, ebenfalls aus Rom, musste gemeinsam mit den übrigen Reisenden seine Dokumente vorzeigen. Rund acht Polizisten seien im Einsatz gewesen. „Es war eine normale Kontrolle. Sie wollten nur den Ausweis sehen, nichts Besonderes“, sagte er. Der Ablauf sei zügig gewesen, allerdings sei die Kontrolle nicht stichprobenartig erfolgt: „Sie haben jeden überprüft.“

Marco, der aus Neapel kam, wurde nicht kontrolliert. / Guillem Bosch
Anders erging es Marco, der aus Neapel nach Mallorca gekommen war. Obwohl er von möglichen Kontrollen wusste, habe er bei seiner Ankunft keine Polizeikontrolle bemerkt. In Neapel sei er darüber nicht informiert worden; erfahren habe er davon aus den Medien.
Der Italiener sieht den Hintergrund der Maßnahme kritisch und meint, Italien habe bestimmte Aspekte der Schengen-Regelungen falsch interpretiert. Zugleich räumt er ein, dass Ceuta in der Migrationsfrage zu einem Brennpunkt geworden sei.
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