Horrornacht im Flughafen Mallorca: Easyjet lässt Familien mit kleinen Kindern auf dem Boden schlafen
Der Flug am Montag nach Lyon verspätete sich um einen Tag

Archivfoto: Campende Urlauber im Flughafen. / Guillem Bosch
Um die 100 Passagiere eines Easyjet-Flugs von Mallorca nach Frankreich mussten eine Nacht im Flughafen Palma verbringen. Gegenüber der französischen Zeitung "Le Progrès" beklagen die Urlauber, dass die Fluggesellschaft sie auf dem Boden habe schlafen lassen. Darunter waren Familien mit kleinen Kindern.
Konkret handelte es sich um den Flug EJU 4374, der planmäßig um 21.45 Uhr in Palma Richtung Lyon starten sollte. Wegen eines Unwetters in Frankreich verzögerte sich der Abflug dermaßen, dass die Crew ihre Arbeitszeiten überschritt. Easyjet hatte keine alternative Besatzung parat und der Flug musste auf Dienstag verschoben werden.
Keine Hotelzimmer frei
Die Passagiere beklagen, dass die Airline zu keinem Zeitpunkt mit offenen Karten gespielt habe und die Fluggäste ohne Informationen im Flughafen gestrandet zurückließ. Die Zeitung zitiert eine Frau namens Syhame, die angab, dass Easyjet mitgeteilt habe, dass sich die Passagiere über die App der Fluggesellschaft ein Hotel buchen können. "Allerdings waren fast alle Hotelbetten in Palma belegt. Nur ab 1.000 Euro für die Nacht war etwas frei."

Easyjet-Flieger. / DM
Diesen Preis wollten viele Passagiere offenbar nicht zahlen, da sie eine ausbleibende Rückerstattung der Kosten seitens Easyjet befürchteten. Syhame baute für ihre drei Kinder im Alter von fünf, sechs und acht Jahren provisorische Betten aus den Koffern. Sie und ihr Mann drückten die Nacht kein Auge zu. "Die Fluggesellschaft hat uns einfach zurückgelassen", beklagt sie.
Das sagt Easyjet dazu
In der Nacht kam es zu einem regelrechten Protest der Passagiere vor dem Easyjet-Schalter. Die Angestellten der Airline drohten damit, den Sicherheitsdienst zu rufen, um die Situation zu beruhigen. Am nächsten Tag ging das Warten weiter. Der neu angesetzte Flug um 13 Uhr verspätete sich um weitere vier Stunden, ehe er endlich abhob. Easyjet sagte aus, alles Mögliche getan zu haben, um den Passagieren zu helfen. Die Fluggäste könnten Kosten wie die Hoteltarife einreichen. Die Flugverschiebung sei nicht Schuld des Unternehmens gewesen. Dennoch bedaure man die Umstände.
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