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Arm trotz Arbeit: Warum der Armutsbericht für die Balearen so besorgniserregend ist

Ein Drittel aller minderjährigen Bewohner von Mallorca und den Nachbarinseln sind direkt von Armut betroffen oder von ihr bedroht. Und es werden immer mehr. Das hat Gründe

Das Netzwerk "Xarxa per la Inclusió Social" (EAPN) stellte den diesjährigen Armutsbericht am Freitag (18.10.) im Balearen-Parlament vor.

Das Netzwerk "Xarxa per la Inclusió Social" (EAPN) stellte den diesjährigen Armutsbericht am Freitag (18.10.) im Balearen-Parlament vor. / Europa Press

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Knapp 250.000 Menschen auf Mallorca und den Nachbarinseln leben in Armut oder sind von sozialer Ausgrenzung bedroht. Das entspricht 20,6 Prozent der Gesamtbevölkerung - und ein Drittel der minderjährigen Inselbewohner ist darin mit inbegriffen. So steht es in dem Armutsbericht, den das Netzwerk "Xarxa per la Inclusió Social" (EAPN) erstellt und am Freitag (18.10.) im Balearen-Parlament vorgestellt hat. Das Besorgniserregende: Die Zahlen haben sich aufgrund der steigenden Lebenshaltungskosten und des Wohnraummangels in den vergangenen Jahren verschärft.

Der Bericht basiert auf Daten aus dem Jahr 2023 und zeichnet ein Bild der verletzlichsten Bevölkerungsgruppen auf den Balearen. Laut dem AROPE-Index, der Armutsraten, schwere materielle und soziale Entbehrung sowie niedrige Arbeitsintensität kombiniert, sank die Gesamtzahl der Betroffenen zwar um 0,9 Prozentpunkte im Vergleich zum Jahr 2022. Unter den Minderjährigen ist aber ein Anstieg von 6,3 Prozentpunkten zu verzeichnen.

Wohnraummangel und prekäre Arbeitsbedingungen

Wie Xavi Torrens, Vorsitzender der EAPN, in einer Pressekonferenz betonte, sei die „praktische Unmöglichkeit“, Zugang zu angemessenem Wohnraum zu erhalten, der „wichtigste Faktor für Armut und Ausgrenzung“.

Auch außerhalb der verletzlichsten Milieus sieht die Lage dem Bericht zufolge nicht gerade rosig aus. So habe fast die Hälfte (46 Prozent) der Balearen-Bevölkerung Schwierigkeiten, über den Monat zu kommen - trotz vergleichsweise geringer Arbeitslosenquote. "Arbeit zu haben bedeutet nicht mehr automatisch, der Armut oder Ausgrenzung zu entkommen“, so ein Resüme des Berichts. Neben den horrenden Wohnkosten trügen auch prekäre Arbeitsverhältnisse, befristete Verträge und Ausbeutung am Arbeitsplatz zu den Missständen bei.

Immerhin: Die Rate der extremen Armut zeigt eine rückläufige Tendenz: 7 Prozent der balearischen Bevölkerung lebten laut dem Bericht 2023 in extremer Armut, im Jahr 2022 waren es noch 8,4 Prozent. Diese Menschen überleben mit weniger als 611 Euro für eine alleinstehende Person oder 320 Euro pro Kopf in einem Vier-Personen-Haushalt.

"Wenn ein Teil zurückbleibt, machen wir etwas nicht richtig"

„Wie viel Armut ist tolerierbar? Sind die Daten positiv, weil es einen Stillstand gibt?“, fragte Torrens, bevor er die Daten des Berichts vor einem kleinen Kreis von Parlamentsabgeordneten und Politikern verschiedener Institutionen der Balearen präsentierte. Torrens forderte alle dazu auf, Maßnahmen zu ergreifen, um diese Situation zu ändern, und bedauerte, dass das Wirtschaftswachstum auf den Balearen in den letzten Jahren nicht mit einer Verringerung der Armut einhergegangen ist. „Wenn ein Teil der Gesellschaft zurückbleibt, machen wir etwas nicht richtig“, kritisierte er.

Die EAPN umfasst 23 Organisationen der Inseln und erstellt jährlich einen Bericht über den Stand der Armut, basierend auf Daten des spanischen Statistikinstituts (INE).

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