Zum Hauptinhalt springenZum Seitenende springen

Rente, Steuern, Autofahren: Was sich 2025 alles ändert auf Mallorca

Auch das neue Jahr kommt mit einigen Neuerungen daher. Es gibt Änderungen bei den Steuern, im Bereich Mobilität und beim Arbeitsrecht. Eine Übersicht

Den Start ins Jahr 2025 merken die Bewohner auf Mallorca vor allem im Geldbeutel: Unter anderem erhöht sich die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wieder.  | FOTO: MANU MITRU

Den Start ins Jahr 2025 merken die Bewohner auf Mallorca vor allem im Geldbeutel: Unter anderem erhöht sich die Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel wieder. | FOTO: MANU MITRU

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

So richtig optimistisch wird Sie dieser Artikel nicht stimmen: Alles deutet darauf hin, dass das Leben auf Mallorca im neuen Jahr weiter teurer wird. Steuersenkungen der vergangenen Jahre werden aufgehoben, in manchen Fällen werden Abgaben erhöht. Andererseits: Wenn Sie Autofahrer sind oder regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente brauchen, gibt es auch ein paar positive Nachrichten. Die Änderungen, die uns im neuen Jahr bevorstehen, im Überblick – ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Steuern auf Lebensmittel

Die Senkung der Mehrwertsteuer (IVA) auf bestimmte Lebensmittel läuft aus. Ab 1. Januar werden Grundnahrungsmittel wie Obst, Gemüse, Brot, Eier, Milch und Fleisch wieder mit vier Prozent IVA belegt, bei den übrigen Lebensmitteln sind es wieder zehn Prozent.

Strompreise

Auch auf der Stromrechnung wird sich eine Änderung bemerkbar machen. Seit 2022 lag die Umsatzsteuer hier bei zehn Prozent. Im Januar wird die zwischenzeitliche Senkung aufgehoben. Dann wird der Strom wieder mit 21 Prozent belegt.

Auch Rauchen wird teurer

Raucher, die 2025 nach Mallorca kommen, werden bemerken: Tabak ist teurer geworden. Kurz vor dem Jahreswechsel hat die spanische Regierung die Abgaben erhöht. Durchschnittlich 37 Cent zahlt man ab sofort mehr pro Schachtel. Der Durchschnittspreis liegt nun bei rund 5 Euro. Zudem werden erstmals auch die Flüssigkeiten für E-Zigaretten mit einer Sonderabgabe belegt. Die neuen Preise für jede in Spanien verfügbare Zigarettensorte können Sie im Amtsblatt BOE unter diesem Link nachschauen: Tabakpreise

Einkommensteuer

Wer viel verdient, soll mehr zur Gemeinschaft beitragen, findet die spanische Regierung. Wer 2025 mehr als 300.000 Euro durch aktives oder passives Einkommen verdient, muss ab sofort 30 Prozent statt bislang 28 Prozent Einkommensteuer (IRPF) berappen.

Mehr ITV-Termine

Das Wartechaos beim spanischen TÜV soll beendet werden. Im Januar übernimmt die Firma Vega Baja die Konzession der ITV-Stationen von der bisherigen Betreiberfirma SGS. Ab sofort sollen monatlich rund 40.000 Termine (citas previas) buchbar sein statt der bisher 20.000. Wie lange diese Verdopplung gilt, ist nicht ganz klar, der Inselrat spricht von den ersten Monaten des Jahres. Über das gesamte Jahr gesehen sollen dann künftig statt rund 480.000 Terminen 650.000 Termine zur Verfügung stehen, also rund 35 Prozent mehr.

Umweltzone in Palma

Nach mehrjähriger Verspätung bekommt Palma eine Umweltzone. Seit dem 1. Januar dürfen Benziner, die vor 2001, oder Diesel, die vor 2006 zugelassen wurden, nicht mehr ins Zentrum fahren – der Innenstadtring markiert die Grenze. Alle anderen müssen für die Zufahrt eine von vier Plaketten besitzen. Es gibt zahlreiche Ausnahmen, unter anderem für Anwohner und Lieferanten. 19 Kameras kontrollieren die Zufahrten. Bußgelder gibt es 2025 noch nicht. Danach drohen 200 Euro Strafe.

Renteneintritt

Wer in Spanien erwerbstätig ist, muss ab kommenden Jahr länger arbeiten, wenn er eine hundertprozentige Rente beziehen möchte. Das Renteneintrittsalter liegt nun bei 66 Jahren und acht Monaten. Allerdings kann man bereits mit 65 Jahren in den Ruhestand treten, wenn man bis zu dem Zeitpunkt 38 Jahre und drei Monate in die Sozialversicherung eingezahlt hat. Ziel ist es übrigens, das Renteneintrittsalter bis 2027 schrittweise auf 67 Jahre zu erhöhen. Die gute Nachricht für diejenigen, die schon Rentner sind: Die Bezüge steigen im kommenden Jahr um 2,8 Prozent.

Elektronische Rechnung

Ab 1. Juli 2025 müssen alle Selbstständigen in Spanien ihre Rechnungen elektronisch einreichen. Formate wie PDFs oder Excel-Dokumente werden nicht mehr akzeptiert. Die spanische Steuerbehörde will dafür eine kostenlose Software namens Verifactu zur Verfügung stellen. Auch zahlreiche private Anbieter dürften in den kommenden Monaten ihre Produkte auf den Markt bringen. Allerdings scheint es Probleme bei der Umsetzung zu geben. Es wird daher spekuliert, ob die Frist auf 2026 verschoben wird.

Apotheken

Ebenfalls noch nicht hundertprozentig festgezurrt, aber für 2025 geplant ist ein neues Medikamentengesetz. Der Entwurf sieht unter anderem vor, dass der Selbstbehalt, der für verschreibungspflichtige Medikamente bezahlt werden muss, von der Höhe des Einkommens abhängig gemacht wird. Zudem sollen Apotheker in manchen Fällen Medikamente ausgeben können, für die es kein aktuelles Rezept gibt, aber die schon in der Vergangenheit verschrieben wurden. Wann das Gesetz in Kraft tritt, ist noch nicht bekannt.

Mindestlohn

Der Mindestlohn soll nach dem Willen der Zentralregierung weiter steigen. Nur die Höhe ist unklar. Die Verhandlungen von Gewerkschaften und Arbeitgeberverbänden laufen noch. Experten gehen davon aus, dass die Erhöhung drei bis sechs Prozent betragen könnte. Derzeit liegt der gesetzlich vorgeschriebene Mindestverdienst bei 1.134 Euro und 14 Monatsgehältern. Ziel der Gewerkschaften ist ein Mindestlohn von mehr als 1.200 Euro.

Abonnieren, um zu lesen

Tracking Pixel Contents