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Deutsche auf Mallorca beklagt Wasserkosten von 1.600 Euro im Quartal

Die Anwohnerin in Galilea wundert sich über unerklärlich hohe Abbuchungen seitens der Gemeinde. Der zuständige Bürgermeister von Puigpunyent bietet halbherzig Hilfe an

Idyllisch gelegen: das Tramuntana-Dorf Galilea.

Idyllisch gelegen: das Tramuntana-Dorf Galilea. / Johannes Krayer

Johannes Krayer

Johannes Krayer

Was ist nur los mit den Wasserkosten im idyllischen Bergdörfchen Galilea im Westen von Mallorca? Eine Leserin hat sich bei der MZ gemeldet, weil sie die Abbuchungen für ihren Wasserverbrauch ganz und gar nicht nachvollziehen kann. Begonnen hätten die Schwierigkeiten, als im vergangenen Jahr die alten Wasserzähler durch digitale Apparate ersetzt worden seien.

Die Leserin hat der zuständigen Gemeindeverwaltung in Puigpunyent eine Einzugsermächtigung für die Wasserrechnungen erteilt, einmal im Quartal gehe das Geld von ihrem Konto ab, sagt sie. Allerdings mit höchst unterschiedlichen Beträgen.

Normalerweise maximal 100 Euro im Quartal

„Seither passiert es, dass Hunderte oder in einem Fall auch mal mehr als tausend Euro abgebucht werden.“ Besonders drastisch sei es im November 2024 gewesen, als die Wasserkosten für das zweite Quartal fällig wurden. „Da kam eine Abbuchung von 1.651,83 Euro ohne irgendeine Erklärung.“ Üblicherweise, so erklärt die Deutsche, fielen in ihrem Haushalt Wasserkosten zwischen 30 und 100 Euro im Quartal an.

Das Problem mit den hohen Abbuchungen für Wasser habe sie im Übrigen nicht allein. Mehrere ihrer Nachbarn hätten ihr von ähnlich hohen Summen berichtet. Sie könne die Kosten vor allem auch deshalb nicht nachvollziehen, weil sie in einer zweiwöchigen Periode angefallen sind, in denen sie im Urlaub gewesen sei und das Haus in dieser Zeit leer gestanden habe.

Vor allem in Palma kann man das Leitungswasserung ohne Bedenken trinken.

Teuer ist das Leitungswasser für die Anwohnerin in Galilea. / dpa

Rathaus stellt keine Rechnungen aus

Erst recht kein Verständnis hat die Anwohnerin dafür, dass das Rathaus keine Rechnungen ausstellt, auf denen der Wasserverbrauch nachvollziehbar ist, sondern einfach den Betrag abbucht. Wenn sie im Rathaus vorstellig werde, bekomme sie lediglich einen Zahlungsbeleg, auf dem die Summe vermerkt ist, ansonsten aber keine weiteren Angaben stehen.

Die Deutsche versucht nun, über ihre Hausratversicherung zumindest einen Teil der exorbitanten Wasserkosten wiederzubekommen, doch auch das stellt sich ohne Rechnung als kompliziert heraus.

Bürgermeister vermutet Leck

Bürgermeister Antoni Marí bestätigt im Gespräch mit der MZ, dass es in der Gemeinde Puigpunyent keine Wasserrechnungen gebe. „Die öffentliche Verwaltung stellt nun einmal keine Rechnungen aus, sie ist ja kein Privatunternehmen“, sagt er nur. Für die höchst unterschiedlich hohen Rechnungen hat er keine Erklärung, außer, dass wohl doch eine undichte Stelle oder ein exzessiver Verbrauch vorgelegen habe.

Die Bürger sollten überprüfen, ob die Leitungen auf ihrem Grundstück dicht seien. „Das liegt in der Verantwortung jedes Einzelnen, die der Gemeinde hört am Zähler auf.“ Überhaupt funktionierten die neuen digitalen Wasserzähler deutlich zuverlässiger als das frühere System.

Anlaufstelle im Rathaus keine große Hilfe

Wer Unregelmäßigkeiten bei den Abbuchungen vermute, könne jederzeit ins Rathaus nach Puigpunyent kommen und werde, sofern es gerade gehe, direkt zum zuständigen Mitarbeiter vorgelassen. Auch ein Anruf unter 971-61 44 55 sei möglich.

Für die Deutsche ist das keine große Hilfe. „Ich war schon mehrfach im Rathaus wegen der Rechnungen. Entweder ist der Sachbearbeiter im Urlaub, krank oder er druckt mir lediglich den Zahlungsbeleg aus.“

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