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Digitale Rechnungsstellung auf Mallorca: Warum Selbstständige sich jetzt darum kümmern sollten

Die spanische Regierung verschiebt die Einführung der verpflichtenden digitalen Rechnungsstellung mit „Verifactu“. Was Selbständige und Unternehmen jetzt beachten müssen

Selbständige sollten nicht länger warten mit der Nutzung von "Verifactu".

Selbständige sollten nicht länger warten mit der Nutzung von "Verifactu". / DAVID NAVARRO

Patrick Schirmer Sastre

Patrick Schirmer Sastre

Selbstständige und Unternehmer bekommen wahrscheinlich ein Jahr länger, um die Digitalisierung und Vereinheitlichung der Rechnungsstellung mit der Software „Verifactu“ umzusetzen. Ursprünglich sollte der Einsatz für Gesellschaften, die der Körperschaftsteuerpflicht unterliegen, am 1. Januar 2026 beginnen. Kleine und mittlere Unternehmen sowie Selbstständige hätten bis zum 1.Juli kommenden Jahres Zeit gehabt.

Die spanische Regierung hat nun diese beiden Fristen auf 2027 verschoben. Damit kommt sie einer von zahlreichen Interessenverbänden gestellten Forderung nach. Die Verlängerung wurde am Donnerstag (11.12.) vom Abgeordnetenhaus abgesegnet.

„Verifactu“ dient sowohl der Transparenz als auch der Nachverfolgbarkeit von Zahlungen durch die Steuerbehörden. Die Rechnungsdaten werden automatisiert an das Finanzamt weitergeleitet. Sobald die Pflicht zur digitalen Rechnungsstellung greift, werden Formate wie Excel-Dokumente oder PDFs nicht mehr akzeptiert. Die Rechnungen müssen fortan alle unter anderem mit einem QR-Code versehen sein. Dort müssen alle zentralen Informationen zur Rechnung hinterlegt sein. Damit könne von allen Beteiligten unkompliziert geprüft werden, ob eine Rechnung den legalen Anforderungen entspricht.

Strafen bis zu 50.000 Euro

Die Fristverlängerung ist für viele Unternehmen bitter nötig. Denn obwohl die Einführung des Systems bereits im Dezember 2023 beschlossen wurde, nutzen es Informationen der Zeitung „El País“ zufolge nur acht Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen. 15 Prozent waren demnach dabei, das System einzuführen. Bei Verstößen gegen die Verordnung drohen Strafen von bis zu 50.000 Euro.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Einführung der digitalen Rechnungsstellung verschoben wird. Ursprünglich war die Einführung für 2025 vorgesehen. Technische Schwierigkeiten machten eine Verschiebung unumgänglich. Mittlerweile scheinen sowohl das kostenlose Tool der Steuerbehörde als auch die zahlreichen privaten Lösungen zu funktionieren.

Das raten Experten

Selbst wenn bis 2027 Zeit sein sollte, empfehlen Experten allen Betroffenen, mit der Umstellung nicht bis zur Einführung der Systeme zu warten. In einer längeren Probephase können Probleme einfacher behoben werden. Zumal: Früher oder später wird „Verifactu“ tatsächlich Pflicht.

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