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Bargeldloses Bezahlen: In Deutschland (noch) Zukunftsmusik, auf Mallorca schon lange Realität

Auf der Insel wird im Alltag vielfach mit Handy oder Bankkarte bezahlt, auch bei kleinen Rechnungsbeträgen. Es gilt ein strenges Limit für Bargeldgeschäfte. Doch Scheine und Münzen haben trotzdem ihren Wert

Per "Bizum" lässt sich mit dem Handy in Sekundenschnelle Geld überweisen.

Per "Bizum" lässt sich mit dem Handy in Sekundenschnelle Geld überweisen. / DPA

In Deutschland kommt es traditionell häufiger vor, dass ein Konsument in Restaurants, Bars oder kleineren Läden nur mit Bargeld bezahlen kann. Doch auch im Land der Scheine und Münzen wird zunehmend das Bargeld zurückgedrängt und auf digitale Bezahlung umgestellt. Diesen Trend belegen etwa Beispiele aus dem öffentlichen Nahverkehr: In Regensburg ist der Ticketkauf im Stadtbusverkehr vollständig digital. Barzahlung im Bus ist nicht mehr möglich. Andere Städte wie Erfurt und auch die Düsseldorfer Rheinbahn haben angekündigt, ebenfalls auf bargeldlosen Ticketkauf im Fahrzeug umzustellen.

Bezahlung per Handyapp

Auf Mallorca ist bargeldlose Zahlung im Alltag dagegen gang und gäbe, auch bei kleinen Beträgen etwa in Bars. Zudem gibt es mit Bizum einen Anbieter für digitalen Zahlungsverkehr, der mit der Handynummer der Nutzer verbunden ist, und allen Inhabern eines spanischen Bankkontos zur Verfügung steht. Viele Spanier nutzen die Handyapp für schnelle Überweisungen unter Freunden und Kollegen und mittlerweile unter anderem auch zur direkten Bezahlung in Geschäften oder Taxis.

Busfahren in Palma in Zukunft auch digital möglich

Wer als Nichtresident auf Mallorca in Palma im öffentlichen Stadtbusverkehr unterwegs ist, mag sich dagegen bisweilen wie in einer verkehrten Welt, zumindest aber in die Vergangenheit versetzt fühlen: Beim Einsteigen in den Bus können Tickets beim Busfahrer gelöst werden. Dieser akzeptiert aber bisher nur Bargeldzahlungen. Ohne Scheine und Münzen an einen Fahrschein kommt nur, wer sein Ticket an einem der Automaten ersteht, die aber nur an einigen wenigen Haltestellen aufgestellt sind. In den Überlandbussen auf Mallorca dagegen ist Kartenzahlung auch beim Busfahrer möglich. Dabei gibt es sogar Rabatte für Zahlungen mit Bankkarte. Dieses System soll in Zukunft auch im Stadtbusverkehr von Palma eingeführt werden.

Strenges Bargeldlimit für Geschäfte in Spanien

Während EU-weit ab 2027 Bargeldzahlungen im Geschäftsverkehr nur noch bis zu einem Limit von 10.000 Euro erlaubt sein werden, ist die Rechtslage in Spanien schon heute deutlich restriktiver. Für Geschäfte zwischen spanischen Residenten gilt eine Obergrenze von lediglich 1.000 Euro. Ist einer der Beteiligten kein Resident in Spanien, erhöht sich diese auf 10.000 Euro. Als Grund für die Einführung der Regelungen wurde der Kampf gegen Steuerbetrug angegeben.

Warnungen vor Abschaffung des Bargelds

Kritiker warnen demgegenüber angesichts einer europaweit restriktiveren Bargeldpolitik und der geplanten Einführung eines digitalen Euro vor einer gänzlichen Bargeldabschaffung. Zwar wird von offizieller Seite betont, dass dies nicht geplant sei. Gleichzeitig finden sich auch Stimmen, die sich für eine bargeldlose Gesellschaft aussprechen.

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Manchmal doch noch hilfreich: Geld in Form von analogen Banknoten. / Redaktion DM

Auf einmal nur noch Scheine und Münzen

Dass Bargeld einen hohen Wert hat, wurde im vergangenen Jahr wiederum in Spanien allerdings auf dem Festland besonders deutlich. Beim festlandweiten Stromausfall funktionierten Kartenlesegeräte nicht mehr. Viele Supermärkte hatten geschlossen. Bezahlen konnte man noch in Bars mit Bargeld. Wer gewohnheitsmäßig keines mitführte, konnte ohne Strom plötzlich ungeachtet des digitalen Bankguthabens nicht mal mehr eine Flasche Wasser kaufen.

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