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Betrug bei der Einkommensteuer: Warum auf Mallorca die Steuerpflicht manchmal nicht so ernst genommen wird

Einer Studie zufolge wurden im Jahr 2022 über eine Milliarde Euro an Einkommen nicht versteuert. Es gibt aber auch positive Nachrichten

Kein Spaß, aber notwenig: die Einkommensteuererklärung.

Kein Spaß, aber notwenig: die Einkommensteuererklärung. / GESTHA

Rund 1,4 Milliarden Euro an Einkommen werden jährlich auf Mallorca und den Nachbarinseln nicht versteuert. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Stiftung für Angewandte Wirtschaftsforschung (FEDEA), die sich mit dem Steuerjahr 2022 beschäftigt hat. Demnach wird nur rund 82 Prozent des steuerpflichtigen Einkommens tatsächlich versteuert.

Wobei die Art der Einkünfte eine entscheidende Rolle bei der Zahlungsmoral der Steuerbürger spielt. Arbeitseinkommen werden demnach zu 97 Prozent versteuert – was im landesweiten Vergleich eine der höchsten Raten darstellt. Dagegen konzentriert sich der größte Teil des Steuerbetrugs weiterhin auf Einkünfte aus unternehmerischer Tätigkeit sowie aus Immobilienvermögen, bei denen die erklärten Beträge kaum die Hälfte des real erzielten Einkommens erreichen.

Tourismus als Motor für den Steuerbetrug

Die Autoren führen dieses Muster auf die Produktions- und Wirtschaftsstruktur der Balearen zurück: das starke Gewicht des Tourismus, der hohe Anteil kleiner Betriebe und Selbstständiger, die saisonale Prägung der Aktivität und die starke Zersplitterung der Unternehmenslandschaft – Faktoren, die Kontrolle und Nachverfolgbarkeit von Einnahmen erschweren. Hinzu kommt die Insellage, die die administrativen Kosten der Überwachung erhöht. Dennoch sind auch Fortschritte festzustellen. Im Jahr 2003 etwa wurden auf Mallorca und den Nachbarinseln lediglich 64,3 Prozent der Einkünfte versteuert.

Die Studie ordnet die Entwicklung auf den Balearen außerdem in einen allgemeinen Trend einer erhöhten Steuerehrlichkeit in den letzten Jahren ein. Nach den hohen Betrugsniveaus in den ersten beiden Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts – mit landesweiten Spitzenwerten von 157 Milliarden Euro im Jahr 2006 und 140 Milliarden Euro im Jahr 2019 – führte die Pandemie zu einem starken Einbruch der wirtschaftlichen Aktivität und damit auch der versteckten Einkommen. 2020 fiel das Volumen nicht deklarierter Einkommen abrupt auf rund 91 Milliarden Euro. /pss

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