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Toilettengang in Palmas Markthallen kostet ab sofort 50 Cent

Bezahlt werden kann nur per Kredit- oder Bankkarte

Der Toilettengang kostet 50 Cent.

Der Toilettengang kostet 50 Cent. / Ramon

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J.F. Mestre

J.F. Mestre

Wer im städtischen Markt Pere Garau in Palma die öffentlichen Toiletten benutzen will, muss seit Samstag (9.5.) bezahlen. Der Zugang kostet 50 Cent und ist ausschließlich per Kredit- oder Bankkarte möglich. Münzen akzeptiert der neue Drehkreuz-Automat nicht.

Der Pere-Garau-Markt ist damit der erste der drei städtischen Märkte Palmas, der ein verpflichtendes Bezahlsystem für die Toiletten eingeführt hat. Auch im Mercat de l’Olivar und im Markt von Santa Catalina soll die Maßnahme in den kommenden Wochen umgesetzt werden.

Problem mit Obdachlosen

Hintergrund sind nach Angaben der Marktleitung wiederholte Probleme mit Verschmutzungen und Vandalismus. Die Vorsitzende des Pere-Garau-Marktes, Paquita Bonnín, erklärte, die Toiletten seien fast täglich in einem Zustand gewesen, der eine normale Nutzung kaum noch möglich gemacht habe. Obdachlose hätten sich dort gewaschen, zudem sei es immer wieder vorgekommen, dass Menschen auf den Boden urinierten oder sogar Kot an Wänden und Boden hinterließen.

Auch andere Vorfälle hätten zur Einführung der Zugangskontrolle beigetragen. Laut Bonnín reinigten einige Kundinnen Fisch in den Waschbecken, andere hätten Seife mitgenommen. Zudem seien täglich Toilettenpapierrollen verschwunden, deren Kosten bislang von den Markthändlern getragen wurden.

Kein Gewinn, sondern kostendeckend

Die Marktleitung betont, dass es bei der Gebühr nicht darum gehe, Gewinn zu machen. Die Einnahmen sollen die Reinigungskosten decken. Der Markt beschäftigt demnach eine Reinigungskraft am Vormittag und eine am Nachmittag. Vor Einführung des Bezahlsystems lagen die monatlichen Kosten für Reinigung und Material bei rund 2.000 Euro, die von den Händlern finanziert wurden.

Für die Händler im Inneren des Marktes bleibt die Nutzung der Toiletten kostenlos. Für Verkäufer im Außenbereich wurde eine Pauschale von fünf Euro pro Monat vorgeschlagen, mit der sie die Toiletten unbegrenzt nutzen können. Viele Obst- und Gemüsehändler hätten diese Regelung bereits akzeptiert. Anders sieht es bei den ambulanten Kleiderverkäufern aus: Sie lehnen die Zahlung ab. Am Montag wurde nach Angaben der Marktleitung ein als Umkleide genutzter Raum im Markt mit Exkrementen und Urinflecken vorgefunden.

Kritik am Zahlsystem

Die neue Regelung stößt dennoch nicht überall auf Zustimmung. Einige Händler befürchten, dass zahlungspflichtige Toiletten Kunden abschrecken könnten. Eine Verkäuferin kritisierte zudem, dass ausschließlich Kartenzahlung möglich ist.

Befürworter der Maßnahme verweisen dagegen darauf, dass die Toiletten seit der Installation des Drehkreuzes am Ende des Tages deutlich sauberer seien. Menschen, die die Räume bislang zum Drogenkonsum oder zum Waschen genutzt hätten, kämen nun offenbar nicht mehr hinein.

Auch im Mercat de l’Olivar soll das System bald eingeführt werden. Dort ist allerdings eine andere Lösung geplant: Kunden, die etwas kaufen, sollen von den Händlern eine Karte mit QR-Code erhalten, mit der sie die Toiletten kostenlos nutzen können. Wer nichts kauft, muss hingegen zahlen.

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