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Es gibt doch Kindergeld auf Mallorca - aber kaum jemand beantragt es

Nur eines von fünf Elternpaaren auf den Balearen beantragt die Sozialhilfe

Auch in Spanien gibt es Kindergeld.

Auch in Spanien gibt es Kindergeld. / Foto: Bendgens

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Ralf Petzold

Ralf Petzold

Auf Mallorca gibt es kein (spanisches) Kindergeld. So war meist die landläufige Annahme. Falsch gedacht! Neben einer Einmalzahlung des Finanzamtes nach der Geburt können Eltern in Spanien auch eine monatliche Zahlung beantragen. Auf der Insel macht das aber nur jeder fünfte Bezugsberechtigte.

Bei dem Kindergeld handelt es sich um den sogenannten Complemento de Ayuda para la Infancia (CAPI). Die Sozialleistung ist für Menschen mit geringem oder mittlerem Einkommen gedacht und an den spanischen Mindestlohn (Ingreso Mínimo Vital (IMV)) geknüpft. Anders als beim IMV gelten bei der Beantragung aber höhere Sätze. Während man beim IMV deutlich unter der spanischen Gehaltsuntergrenze verdienen muss, gibt es das Kindergeld mitunter für Normalverdiener.

Beim ersten Kind liegt die Grenze bei 34.802,88 Euro, die beide Eltern zusammengerechnet brutto jährlich verdienen dürfen. Alleinerzieher dürfen jährlich 28.277,34 Euro einnehmen. Je mehr Kinder es sind, desto höher liegt die Grenze. Die Zahlen sind hier nachzuschauen.

So viel Kindergeld gibt es

Werden weitere Bedingungen erfüllt - so dürfen etwa keine größeren Besitztümer in Form von Immobilien vorliegen - gibt es monatlich bis zum dritten Geburtstag des Kindes 115 Euro, bis zum sechsten Lebensjahr 80,50 Euro und bis zur Volljährigkeit 57,50 Euro. Zudem gelten alle Bedingungen, die auch für den Bezug des spanischen Mindeslohns gelten.

Laut der Autoridad Independiente de Responsabilidad Fiscal (AIReF) - einer unabhängigen Kontrollbehörde für staatliche Finanzen - verzichten 84 Prozent der Bezugsberechtigten auf das Kindergeld. Wohl, weil sie es gar nicht kennen. Dabei geht es nicht um abgelehnte Fälle, sondern um gar nicht erst gestellte Anträge von Personen, die laut der Behörde Kindergeld beziehen könnten. Die Balearen stehen mit dieser Ziffer nicht alleine da. Auch auf dem Festland ist die CAPI-Hilfe unbekannt. Ähnlich sieht es übrigens beim IMV aus. Hier verzichten 65 Prozent der balearischen Bezugsberechtigten auf die Sozialhilfe. Die AIReF fordert daher Aufklärkampagnen, um die Bürger über die Zahlungen, die Voraussetzungen und die Antragstellung zu informieren.

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