27. März 2018
27.03.2018
Mallorca Zeitung

Deutsche und Mallorquiner musizieren gemeinsam

Der Jugendchor Stapelmoor ist ein Herzensprojekt von Marianne Gerke. Sie und ihr Mann, der Winterpfarrer Manfred Gerke, freuen sich auf den Besuch von 45 Sängern auf Mallorca

27.03.2018 | 01:00
Marianne und Manfred Gerke in Santa Ponça.

Die Bezeichnung Name Jugendchor Stapelmoor ist irreführend. Das gibt die Gründerin des Chors, Marianne Gerke, sofort und ohne Umschweife zu. Sie ist die Frau des diesjährigen Winterpfarrers der evangelischen Gemeinde auf Mallorca, Manfred Gerke. Marianne Gerke rief den Chor während ihrer ehrenamtlichen Arbeit in der Gemeinde Stapelmoor in Ostfriesland – „ein sehr direktes, offenes Völkchen", sagt sie – ins Leben, in die ihr Mann nach dem Theologie­studium in Göttingen als Vikar versetzt wurde. „Als ich 1979 den Chor aufbaute, kamen erst einmal nur Kinder und kaum Jugendliche. Und heute, nach fast 40 Jahren, sind diese Kinder erwachsen und haben selbst Kinder, die mitsingen."

Man habe sich aber trotzdem dazu entschieden, den Namen Jugendchor Stapelmoor zu behalten „Es geht bei uns mehr um den Geisteszustand als das wirkliche Alter", sagt Marianne Gerke und lacht. Außerdem sei es streng genommen gar kein reiner Chor mehr, denn auch einige Instrumentalisten haben sich angeschlossen.

Das Ehepaar Gerke wirkt glücklich beim MZ-Besuch in der Wohnung in Costa de la Calma, die sie von der evangelischen Gemeinde zur Verfügung gestellt bekamen. Die Zeit als Winterpfarrer auf Mallorca erlebt ­Manfred ­Gerke als sehr intensiv, ein Höhepunkt war sicherlich der Inselbesuch der ehemaligen Bischöfen Margot Käßmann. Gerke hatte sich Spanien als Einsatzort gewünscht, zu Mallorca hegt das Ehepaar eine lange Beziehung. Einige Reisen auf die Insel hatten die beiden in der Vergangenheit bereits ­unternommen. Besonders die ­reibungslose Zusammenarbeit mit den Katholiken beeindruckt das Ehepaar auf Mallorca. „Da haben wir eine große Offenheit erlebt", erzählt der Winterpfarrer.

Und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Jetzt gibt noch der Chor ein Stelldichein auf Mallorca. „Wir hatten bei unserem Abschied aus Stapelmoor da eher drüber gewitzelt", sagt Marianne Gerke. So kommt es nun, dass am Dienstag (27.3.) insgesamt 45 Sänger und 15 Begleitpersonen aus dem Nordwesten Deutschlands in aller Herrgottsfrühe Hunderte Kilometer an den Flughafen von Düsseldorf fahren und von dort aus nach Palma fliegen. Und man kann sie sich ­natürlich ansehen und anhören.

In Palma findet am Mittwoch (28.3.) ab 20.15 Uhr in der Basilika von Sant Francesc ein gemeinsames Chorkonzert des Jugendchors Stapelmoor und des Erwachsenenchors Cor d'Adults des Mallorquiners Juan Rosselló statt. Der Chorleiter von der Insel ist Chef von gleich vier Ensembles. Gesungen werden Stücke quer durch alle Epochen und Stilrichtungen – wobei zunächst die Stapelmoorer auftreten und dann der Chor von Rosselló. „Am Ende singen beide gemeinsam das Hallelujah von Leonard Cohen", sagt Marianne Gerke. Am Ostermontag (2.4.) gibt es um 12 Uhr bei einem Familiengottesdienst nahe Esporles einen weiteren Auftritt der Stapelmoorer.

Dann geht es bald wieder für das Ehepaar nach Hause, nur nicht ganz. Nachdem ihr Mann im vergangenen Mai in Ruhestand gegangen war, musste das Paar aus dem Pfarrhaus in Stapelmoor, in dem es vier Jahrzehnte gelebt hatte, ausziehen. „Es war das älteste noch bewohnte Pfarrhaus Deutschlands", berichtet Manfred Gerke, „aus dem Jahr 1429." Sie werden dann ins nahe Leer ziehen, wo ein neues Haus auf sie wartet.

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