18. Juli 2018
18.07.2018

Rapper Geeno spielt mit dem Malle-Sound

Cihan Simsek lebt seit fünf Jahren in Palma und versucht einen neuen Insel-Rap zu etablieren

18.07.2018 | 01:00
Rapper Geeno möchte seinen Rap-Songs ein Mallorca-Flair verleihen.

Deutscher Rap gehört nicht nach Mallorca? „Von wegen", findet Rapper Geeno aus Mainz. Cihan Simsek, so sein bürgerliche Name, möchte eine ganz eigene Art von Insel-Rap etablieren. Den in Deutschland derzeit populärem Gangster-Rap will er eine Leichtigkeit verleihen, einen anderen Rhythmus hineinbringen. Dabei könne der Inhalt, also die Texte, durchaus eine gewisse Ernsthaftigkeit mitbringen.

Seine Songs sollen motivieren und auch tanzbar sein. „Das passt besser hierher", findet der 35-Jährige. „Ich erlebe zum Beispiel am Strand, dass Leute Rap-Musik hören und auch ab ein oder zwei Uhr Hip-Hop und R?&?B in den Clubs auf Mallorca läuft." Er sei bislang der ­Einzige, der in diese Richtung gehe. Es kommen zwar auch andere ­Rap-Künstler zum Videodrehen auf die Insel, aber die würden Mallorca eigentlich nur als Kulisse nutzen.

Am 19. Juni hat ­Geeno seinen neuen Song „Wollen alle reden" veröffentlicht, in dem er über die Verwirklichung seiner Träume rappt – ein erster Schritt zum neuen Malle-Sound. In zwei, drei Jahren könne er sich vorstellen, dass diese Art von Rap hier viel verbreiteter sei. Den Song kann man sich auf Youtube anhören. Dort kann man auch das Lied „Ballermann 6" finden, das er zusammen mit dem befreundeten Rapper Zit veröffentlicht hat. Ein Song in dem es – wie könnte es anders sein – ums Saufen, Kiffen und Feiern rund um die Schinkenstraße geht: „tanzende Weiber im Sangria-Eimer" heißt es im Refrain. Doch dies sei ­eigentlich nicht die Art von Song, wie sie dem Künstler vorschweben.

2006 hat Geeno angefangen, seine eigene Musik herauszubringen. Sein erstes eigenes Album hieß „Straßenhighsociety". Zwei Jahre später folgte das Album „Neuer Tag". Einen Plattenvertrag hatte er noch nicht, aber er sei in Deutschland auf Hip-Hop-Festivals aufgetreten. Nebenbei studierte er Mediendesign in Mainz. Daher dreht und schneidet Geeno seine Videos auch heute größtenteils selbst. 2013 erfasste der Mainzer mit türkischen Wurzeln den Entschluss auszuwandern. Er wollte etwas anderes sehen und erleben. In Deutschland hatte er mit Vorurteilen und einer depressiven Phase zu kämpfen. Das melancholische Gefühl habe er auf der Insel verloren und Eindrücke gesammelt, die er jetzt in seinen Songs zum Ausdruck bringt.

Der Rapper lebt seit fünf Jahren mit seiner Freundin in Palma. Hier dreht er Videoclips für Musiker vor allem aus der Hip-Hop-Szene. Seine alte Heimat Mainz hat er nicht ganz aufgegeben. Seit Anfang des Jahres hat der ehrgeizige Rapper dort noch ein neues Projekt: „Doppelradmusik". Zusammen mit sechs befreundeten Rappern unterstützt er auf der Plattform Newcomer aus Mainz. Sie produzieren zusammen ­Musikvideos, teilen diese und bauen Nachwuchskünstler auf. Ihre eigenen Songs veröffent­lichen die Betreiber auch auf dem Youtube-Kanal mit 1.200 Abonnenten. Mainz beschreibt Geeno heute als seine Heimat, Mallorca als sein Zuhause. „Auf die Insel auszuwandern war die beste Idee meines Lebens. Mallorca gibt Power, es gibt hier viele positive Menschen."

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