19. Oktober 2018
19.10.2018

Deutsches Konsulat auf Mallorca zeigt aufwendig hergestellte Kunst

In Palma stellt die deutsche Künstlerin Barbara Kuhn Radierungen aus, die in einem hochkomplexen Verfahren mit Säure hergestellt werden

19.10.2018 | 15:40
Barbara Kuhn im Deutschen Konsulat.

Wer in den nächsten vier Wochen ins Deutsche Konsulat nach Palma muss, der sollte sich einen Moment Zeit nehmen, um die dort ausgestellten 22 Radierungen der Künstlerin Barbara Kuhn (68) etwas genauer zu betrachten. Die abstrakten und farbigen Schattierungen verraten auf den ersten Blick nicht, wie viel Arbeit sich hinter dieser Kunst verbirgt, die aus einem uralten Druckverfahren hervorgegangen ist. Schon Albrecht Dürer (1471-1528) habe diese Technik benutzt, erläuterte Barbara Kuhn bei der Vernissage am Donnerstag (18.10.).

Gut 40 Stunden braucht sie, um eines ihrer Bilder herzustellen. "Dafür lasse ich drei Kupferplatten anfertigen, eine für die rote, eine für die gelbe und eine für die blaue Farbe", sagt Barbara Kuhn. Auf den Platten wird eine dünne Asphaltschicht aufgetragen, die dann mit einer zwei Millimeter großen Kaltnadel bearbeitet wird. "Damit kann ich Linien einzeichnen, andere Bereiche werden schraffiert", so Kuhn. Dann werden die Platten in ein Säurebad gegeben. Ja nachdem, wie lange sie in dem Bad bleiben und wie oft man sie wiederholt, greift die Säure die Stellen an, an denen die Deckschicht entfernt wurde. Bis zu 14 Mal werden die Platten behandelt, je poröser die Oberfläche, desto besser und intensiver wird später die Farbe aufgenommen. Die eingefärbten Platten werden dann nacheinander in eine große Presse gegeben, die Farben werden so aufs Papier gebracht, sie vermischen sich, neue Farbtöne in unterschiedlicher Intensität entstehen. "Das Ergebnis überrascht mich manchmal selbst", sagt Kuhn.

"Bereits seit 14 Jahren besucht die Schwebheimer Künstlerin Barbara Kuhn Mallorca, jetzt hat sie uns einige ihrer Werke mitgebracht", so Konsulin Sabine Lammers bei ihrer Eröffnungsrede. Sie habe angesichts der vielen Opfer bei der Flutkatastrophe lange überlegt, ob sie die Vernissage nicht absagen solle. "Aber jetzt bin ich froh, sie hier alle zu sehen und dass wir einen Moment der Freude teilen." Kuhns Bilder lassen Farben, Formen und Strukturen erkennen. Sie vermitteln unbeschwerte Heiterkeit und wollen nichts erklären.

Die Bilder kann man auch kaufen, die Preise bewegen sich zwischen 180 und 250 Euro.

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