11. November 2018
11.11.2018

Beim Sex gefilmt und an Freunde verschickt

"Sexting" ist laut der Ortspolizei auch auf Mallorca unter Jugendlichen immer weiter verbreitet. In einer Kampagne zeigen die Beamten, welche Konsequenzen das haben kann

11.11.2018 | 09:38
Außergewöhnliche Unterrichtsstunde an der IES Calvià

Zwischen zwei Unterrichtsstunden an einer Gesamtschule auf Mallorca zeigt ein Junge - nennen wir ihn Pol - seinen Freunden ein Video auf seinem Handy. Dort ist er zu sehen, bei sexuellen Handlungen mit seiner Freundin. Er schickt es an seine Kumpels weiter. "Mach du auch mal eins", versucht er seinen Freund - nennen wir ihn Johan - zu überzeugen. Der zögert erst, doch nach wenigen Wochen präsentiert er der stolz Aufnahmen von seiner schlafenden Freundin, nackt.

Was sich in Zeiten des Smartphones unter Jugendlichen immer weiter verbreitet, ist nicht nur verboten, sondern kann schwerwiegende Konsequenzen mit sich ziehen. Johans Freundin bekommt Wind von der Sache, stürzt in Depressionen, versucht sich umzubringen. "Wir nennen die Verbreitung von heimlich aufgenommenem Videomaterial mit sexuellen Inhalten "sexting"", sagt Pep López, leitender Ortspolizist in Calvià. "Die Jugendlichen normalisieren ein solches Verhalten immer mehr und sind sich der Schwere ihrer Handlungen kaum bewusst."

Es seien nicht nur Einzelfälle, in denen die Beamten von solchen Fällen unterrichtet würden, so López weiter. Deshalb veranstaltet er mit seinem Kollegen Toni Gayà derzeit Unterrichtsbesuche an der Gesamtschule in Calvià. "Wir sprechen mit den Jugendlichen darüber, zeigen ihnen fiktive Fälle wie die von Pol und Johan auf", so López. Er hofft, die jungen Menschen so zum Nachdenken anzuregen - und sie letztlich davon abzuhalten, selbst zur Handykamera zu greifen.

Gemeinsam mit den Schülern sprechen die Beamten über das Fallbeispiel und lassen sie auch von eigenen Erfahrungen berichten und ihre Empfindungen zum Ausdruck bringen. "Es können euch viele Türen auf dem Arbeitsmarkt verschlossen bleiben, wenn ihr eure digitale Würde verliert", erklären die Beamten den Jugendlichen. Denn das Internet vergisst nicht. Auch den Irrglauben, Minderjährige müssten keine rechtlichen Konsequenzen fürchten, nimmt López ihnen. "Und auch eure Eltern werden zur Rechenschaft gezogen, wenn auffliegt, dass ihr "sexting" betreibt. Überlegt euch gut, ob ihr wirklich so viel Schaden anrichten wollt." /somo

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