04. Dezember 2018
04.12.2018

Mallorca-Hippie "Bauchi" zu Bewährungsstrafe verurteilt

Georg Berres, der mit der Besetzung der Becker-Finca Schlagzeilen gemacht hatte, war mit einem erfundenen Nummernschild auf der Insel unterwegs

04.12.2018 | 12:41
Auf freiem Fuß: Bauchi muss nicht ins Gefängnis.

Ein Gericht in Palma de Mallorca hat Georg Berres, den zeitweiligen Besetzer der Boris-Becker-Finca auf Mallorca, zu einer Geldbuße und einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bauchi, wie er sich selber nennt, war monatelang mit einem Nummernschild des ehemaligen Online-Netzwerks Terrania herumgefahren. Seine Argumente vor Gericht nutzten wenig - die Richterin stufte den Fall als Dokumentenfälschung ein.

Hintergrund: So tickt der Deutsche, der die Villa von Boris Becker auf Mallorca besetzt

Bauchi: Als Obdachloser leichter zu identifizieren

Wie der Deutsche selbst in einem Video erklärt, ist er in den Jahren 2013 und 2014 zehn Monate lang mit einem Nummernschild des sozialen Netzwerks Terrania unterwegs gewesen. "Einmal pro Woche kam ich in eine Polizeikontrolle. Als ich den Polizisten erklärt habe, dass ich als Obdachloser so einfacher zu identifizieren bin, fanden die das alle toll und haben mich weiterfahren lassen." Laut Berres konnte man durch einfaches Googeln des Nummernschildes alle seine Daten erfahren.

Im August 2014 fand einer der Beamten das Nummernschild nicht mehr so lustig und konfiszierte das Wohnmobil von Bauchi. "Er hat mir mein Zuhause weggenommen", klagte dieser und wollte den Polizisten daraufhin anzeigen.

Sein Wohnmobil bekam er zurück, aber der Prozess wegen Dokumentenfälschung gegen ihn lief weiter, und er wurde bereits in erster Instanz beim Gericht in Manacor deswegen verurteilt. Da Bauchi das Urteil nicht annahm, kam es nun in zweiter Instanz zur Gerichtsverhandlung in Palma de Mallorca. Seine Pflichtverteidigerin erklärte ihm, dass er laut Artikel 390 Absatz 1 eine Straftat begangen habe.

"Man setzt mir eine Pistole auf die Brust und fordert all mein Geld", sagte Berres zu dem Ergebnis der Gerichtsverhandlung. Die Pflichtverteidigerin hatte für Bauchi immerhin das Mindeststrafmaß erkämpft. Dieses umfasst eine sechsmonatige Haftstrafe, die in eine zweijährige Bewährungsstrafe umgewandelt wird. Zudem muss Berres 360 Euro Bußgeld zahlen. "Ich bin jetzt ein Verbrecher. Also der Gangster-Hippie-Guru", sagte Bauchi, der in diesem Jahr mit der Besetzung der Becker-Finca für Schlagzeilen sorgte. /rp

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