13. Februar 2019
13.02.2019

Secondhand-Mode: So geht Ausmisten und Trödeln auf Mallorca

Kleidung wird mehr und mehr zum Wegwerfprodukt. Plattformen wie Percentil und Kleiderkreisel halten dagegen

13.02.2019 | 01:00
Das Eigeninteresse mit dem Umweltschutz verbinden – das ist die Botschaft von Online-Plattformen wie Percentil oder Kleiderkreisel.

In Deutschland ist die Plattform Kleiderkreisel bekannt, um gebrauchte Kleidung loszuwerden. Der Online-Secondhandshop Percentil ist das spanische Gegenstück, kauft und verkauft gebrauchte Kinder-, Damen- und Herrenbekleidung bekannter Marken von Privatpersonen nach Spanien, Frankreich, Deutschland und die Niederlande.
Im Gegensatz zum deutschen Kleiderkreisel, wo der Nutzer seine Kleidung selbst auf der Plattform einstellt, übernimmt Percentil die Vermarktung und den Verkauf der zugeschickten Kleidung. Bei dem Unternehmen handelt es sich um ein spanisches Start-up, das Luis Ongil, Lourdes Ferrer und Daniel Bezares im September 2012 gründeten. Der Hauptsitz und das Lager des Unternehmens befinden sich in Madrid, wo derzeit 50 Mitarbeiter beschäftigt sind.

Warum secondhand shoppen?

„Bei der Herstellung von Kleidung werden große Mengen an Wasser und andere Ressourcen verbraucht. Percentil wirkt dem durch das große Angebot an Secondhand-Mode entgegen und verringert so die Neuproduktion von Kleidung", sagt Daniela Schoon, Verantwortliche für den Kundendienst von Percentil in Deutschland . Nach eigenen Angaben auf der spanischen Website hat das Unternehmen seit 2012 die Herstellung von 1.383.000 Kleidungsstücken vermieden. Außerdem könnten mit dem Kauf eines gebrauchten Baumwoll-Kleidungsstücks etwa 2.900 Liter Wasser gespart werden. Diese Menge sei nötig, um Baumwolle anzubauen und zu verarbeiten.

„Mit dem Secondhandshop wollen wir das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft stärken und zeigen, dass es nicht nur bei neuwertiger Mode tolle Trends gibt. Percentil schenkt Artikeln ein zweites Leben", so Daniela Schoon. Der Kunde, der gebrauchte Kleidung an das Unternehmen schickt, habe die Vorteile, den Kleiderschrank ausmisten zu können und einen kleinen Nebenverdienst zu erhalten.

Wie funktioniert Percentil?

Um Kleidungsstücke an Percentil zu schicken, erstellt man online ein Konto und lässt sich eine Percentil-Tüte gratis zuschicken. Ab mindestens zehn Teilen kann man das Paket an das Lager in Madrid senden, sodass sich der Versand lohnt. Der Kunde sollte dabei im Voraus einige Kriterien beachten, wie die 32-Jährige erklärt: „Die Kleidung sollte nicht älter als fünf Jahre sein und die Etiketten mit Größe und Marke müssen noch vorhanden sein. Falls zugeschickte Teile unsere Qualitätskontrolle nicht überstehen, können wir sie zurückschicken, recyceln lassen oder an Organisationen spenden." Der Kunde könne vor dem Abschicken zwischen den Optionen wählen. Außerdem nehme Percentil keine Billigmarken wie Primark oder C&A an.

„Pro Tag erhalten wir etwa 120 Kleidertüten. Davon akzeptieren wir circa 50 Prozent", so Schoon. Qualitätsgeprüfte Artikel bleiben 120 Tage im Online-Shop. Wenn Percentil Kleidung verkauft, erhält der Kunde innerhalb von 30 Tagen seinen Anteil des Geldes auf sein „Percentil-Konto", womit er Bestellungen bezahlen kann. Das Geld kann man auch auf das normale Konto übertragen. Der Kunde erhält anteilig vom Verkaufspreis im Percentil-Shop Geld für seine gebrauchte Kleidung. Bei einem Verkaufspreis von 12 Euro bis 24,99 Euro sind es 30 Prozent. Bei 35 Euro bis 99,99 Euro 50 Prozent.

Auf Mallorca nur Bestellung

Derzeit sind 53.964 Marken-Kleidungsstücke im Online-Secondhandshop von Percentil – mit Rabatten von bis zu 85 Prozent. Von Mallorca aus kann derzeit nur über die spanische Website www.percentil.com bestellt werden, aber nichts eingeschickt werden. Die Bestellung wird nicht an die Privatadresse, sondern an Paketshops versandt. Ab 49 Euro ist der Versand gratis, Rücksendungen sind kostenfrei. „Percentil plant, auch das Zusenden von Kleidung von den Inseln aus zu ermöglichen", sagt Daniela Schoon.

Alternative VIBBO

Wer Kleidung online abgeben will, kann auch auf die Plattform www.vibbo.com zurückgreifen. Dort können Privatpersonen spanienweit gratis Anzeigen veröffentlichen. Das Prinzip ähnelt dem von Ebay.

Auf Mallorca alte Kleidung abgeben

Nicht online, sondern persönlich können Sie alte Kleidung auf Mallorca unter anderem bei der gemeinützigen Fundació Deixalles abgeben: Die Stiftung hat verschiedene Standorte auf der ganzen Insel und verkauft oder recycelt gebrauchte Kleidung, Möbel oder Elektrogeräte (Adressen unter www.deixalles.org).
Eine weitere Möglichkeit: Quint Mallorca betreibt zwei Läden mit Vintage sowie aktueller Secondhand-Mode in Palma. Der Ankauf findet im Carrer de Blanquerna, 48 statt. Weitere Infos unter www.quintmallorca.com

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