18. Februar 2019
18.02.2019

Die letzten Mönche verlassen das Kloster Lluc auf Mallorca

Mallorca verliert eine 128 Jahre alte Tradition: Nach der Krisensitzung des Priesterrats steht fest, dass das Kloster in Lluc von den Mönchen aufgegeben wird

18.02.2019 | 11:22
Für Besucher würde sich durch den Auszug der Mönche vorerst wenig ändern.

Die sechs verbliebenen Mönche verlassen das Kloster Lluc auf Mallorca. Das berichtet die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Montag (18.2.). Bereits vergangene Woche gab es eine Krisensitzung des Priesterrats der Diözese. Seit 128 Jahren sind die Geistlichen in dem Kloster. 

Doch immer weniger Mönche teilten sich in den vergangenen Jahren die Arbeit in den berühmten Gemäuern im Tramuntana-Gebirge. Anfang Februar verstarb einer der aktivsten Mönche des Klosters Lluc, Manel Soler, im Alter von 72 Jahren. Nun teilen sich die Arbeit sechs Mönche, von denen drei aufgrund ihres hohen Alters nicht mehr bei bester Gesundheit sind, berichtet "El Mundo". Und Nachwuchs scheint nicht in Aussicht. Das Mönchsleben begeistert immer weniger junge Menschen.

Das Bistum von Mallorca drückte in einer Pressemitteilung sein Bedauern über die Entscheidung an, wenngleich die Gründe verständlich seien. Man werde nun in Ruhe daran arbeiten, wie man die Instandhaltung des Klosters stemmen könne, hieß es. Ziel sei es, dass das Kloster weiterhin das "Herrenhaus für alle Mallorquiner" und das "spirituelle Herz der Insel" bleibe. Das Bistum bat alle Gläubigen der Insel um Gebete, damit die beste Entscheidung für die Zukunft des Klosters getroffen werde.

Das Kloster Lluc gehört nicht zu einer der klassischen alten Mönchsorden (wie Benediktiner, Zisterzienser) oder den im 12. und 13. Jahrhundert entstandenen Bettelorden (wie Franziskaner, Dominikaner). Lluc steht unter der Leitung einer dem Bistum unterstehenden Kongregation, der Misioneros de los Sagrados Corazones, die auf Mallorca landläufig "Coritos" genannt werden. Die Entscheidung über die Zukunft von Lluc liegt also in den Händen des Bistums und damit des Bischofs von Mallorca, Sebastià Taltavull. Vergangene Woche beriet sich der Bischof mit dem 25-köpfigen Priesterrat über die Frage. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Bis September 2017 arbeiteten in Lluc zusätzlich mehrere Franziskaner-Nonnen. Auch hier fehlte der Nachwuchs, bis schließlich die letzten drei verbliebenen Nonnen von Lluc abgezogen und auf andere Klöster verteilt wurden. Dasselbe könnte nun mit den Mönchen geschehen. Die "Coritos" betreiben neben dem Kloster Lluc auch noch die Klöster La Real, Sant Honorat (Puig de Randa) und einem im Zentrum von Palma. Als wahrscheinlich gilt, dass sie in zwei Klöster zusammengezogen werden.

Nicht von dem Auszug der Mönche betroffen wird wohl der Betrieb der Internatsschule sein. Auch der Chor - die berühmten "Blauets" - wird wohl weiter vom Bistum geführt. Und die Kloster-Herberge wurde schon vor Jahren an ein Privatunternehmen ausgelagert. Für die meisten Touristen wird sich bei einem Besuch der Sehenswürdigkeit auf den ersten Blick erstmal wenig verändern.  /tg/pss

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