15. Juli 2019
15.07.2019

"Goodbye Deutschland"-Auswanderer will mit Promi-Touren durchstarten

2014 begleitete der Sender Vox René Zierl erst in die Karibik und später nach Mallorca. Nun bietet der 47-Jährige auf der Insel Führungen
zu anderen TV-Auswanderern an

15.07.2019 | 01:00
Garantiert den Tour-Teilnehmern TV-Sternchen: René Zierl.

Wer in René Zierls Range Rover einsteigt, um mit ihm auf Mallorca auf Promi-Tour zu gehen, kann Gefahr laufen, sich selbst bald im Fernsehen zu sehen. Der 47-Jährige bietet VIP-Fahrten zu prominenten TV-Auswanderern an. Seit 2014 begleitet ein Kamera-Team des Senders Vox René Zierl und zeigt im Format „Goodbye Deutschland" seine Auswanderer-Geschichte.

Dabei geht es immer wieder auch ums Scheitern. Zum Beispiel, als er mit seinem damaligen Mann Marcel auf die zu den niederländischen Antillen gehörende Insel Bonaire in der Karibik zieht, um dort Kreuzfahrt-Touristen die schönsten Plätze zu zeigen. Nach nur eineinhalb Jahren müssen die beiden zurück nach Deutschland, weil sich Zierl zweimal das Denguefieber einfängt. „Das war kein Spaß", sagt er. An der Ostsee eröffnen die beiden dann ein Café. Doch die Ehe und das gemeinsame Projekt zerbrechen, während Zierl versucht, 2017 für die beiden ein Winterdomizil auf Mallorca aufzubauen. „Marcel wollte nie auf die Insel", sagt er. Mit einem potenziellen, ebenfalls prominenten Geschäftspartner will er ein Café in Peguera eröffnen. Doch es kommt zum Streit und Zierl versucht es auf eigene Faust. Nach wenigen Monaten ist Schluss, es habe Probleme mit dem Personal gegeben, sagt er heute.

Eine alte, neue Idee

Zierl pendelt seit zwei Jahren zwischen der Insel und dem Haus seiner Mutter in Goslar. Seine neue Idee, Promi-Touren anzubieten, hat der gebürtige Thüringer dem Ende 2018 verstorbenen Jens Büchner zu verdanken. Die beiden hatten sich schon Jahre zuvor in Deutschland kennengelernt, wo Zierl als Eventmanager für Großraumdiskos, Schützenfeste und Musikfestivals gearbeitet hat. Büchner hatte sich selbst einst als prominenter Fremdenführer auf der Insel angeboten, scheiterte zwar, fand die Idee aber immer gut.

Friedvolles Miteinander?

Mit den sogenannten „Goodbye Deutschland-VIP-Touren" seiner Firma Gymaré fährt Zierl bis zu vier Gäste für 140 Euro pro Person während eines Tagestrips etwa zwischen der Faneteria der Büchners in Cala Millor, dem Fitnessstudio und Iron-Diner von Caro und Andi Robens in Arenal und Krümels Stadl in Peguera hin und her. Um den Tour-Teilnehmern garantieren zu können, dass sie die TV-Sternchen auch tatsächlich antreffen, verabredet er sich im Voraus mit ihnen. Einen besonderen Deal habe er mit den Auswanderern, die sich dank ihm stets ein paar Minuten für ein persönliches Gespräch mit Zierls Gästen nehmen, nicht. „Wenn meine Gäste in Jenny Matthias' Laden Jenny Delüx in Cala Millor etwas kaufen, kriege ich davon keinen Cent", so Zierl. Etwa zehn Führungen hat er schon gemacht. Die meisten Teilnehmer sind Fans, teilweise auch von ihm. „Klar könnten sich potenziell Interessierte auch einen Mietwagen ausleihen und die Auswanderer-Lokale alleine abfahren. Doch viele trauen sich ohne mich nicht, die Leute anzusprechen", erzählt Zierl.

Die TV-Auswanderer seien, nachdem er sich ihnen nach und nach vorgestellt habe, „wie eine Art Familie" für Zierl geworden. Dabei kommt es wie in jeder guten Familie auch einmal vor, dass sich die Mitglieder untereinander fetzen. Wie zuletzt bei Daniela Büchner und dem Ehepaar Peggy und Steff Jerkel, die für sie die Faneteria leiten sollten. Da muss sich René Zierl dann raushalten und will damit auch gar nichts zu tun haben.

Schwer zu schaffen machen ihm die Kommentare in Hass-Gruppen wie „World of Lüchners 2.0", in denen er im Zusammenhang mit den Büchners regelmäßig beleidigt wird, weil er in engem Kontakt zu der Familie steht. Im aktuellen Feed lassen sich keine Hasskommentare über ihn finden. „Ich melde sie regelmäßig", sagt er.

Und was ist, wenn er mit seiner Idee wieder scheitern sollte? „Wenn ich merke, dass aus alledem in zwei bis drei Jahren nichts wird, würde ich wieder in Deutschland in der Gastronomie arbeiten." Wir werden es sehen. Spätestens auf Vox.

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