22. Juli 2019
22.07.2019

Er war ein Freund des Königs und Wahl-Mallorquiner

Der georgische Prinz und Vertraute von Juan Carlos I. Zourab Tchkotoua ist tot. Auf der Insel mischte er in den 70er-Jahren kräftig und nicht immer ganz koscher im Immobiliengeschäft mit

22.07.2019 | 18:00
Georgischer Prinz mit Wahlheimat Mallorca: Zourab Tchkotoua.

Er war eine der schillerndsten Figuren im Umfeld des Altkönigs Juan Carlos I. – und einer, der auch auf Mallorca Spuren hinterließ: Der georgische Prinz Zourab Tchkotoua ist am Donnerstag (18.7.) im Alter von 82 Jahren in Rabat an Leukämie gestorben. Der Sohn des Prinzen Nicolas Tchkotoua, der im Zuge der bolschewistischen Revolution aus Georgien flüchtete und sich in San Francisco niederließ, lernte Juan Carlos in den 50er-Jahren in einem Jungeninternat im schweizerischen Fribourg kennen. Seitdem verband die beiden Männer eine enge Freundschaft. Zou, wie der Prinz meist genannt wurde, machte sich schnell einen Namen in der europäischen Aristokratie und war bei Veranstaltungen häufig in Begleitung von Juan Carlos anzutreffen.

Im Jahr 1965 kam Tchkotoua nach Palma, wo er mit seiner überzeugenden und diskreten Art bald von den Unternehmern auf der Insel verehrt wurde. Er lernte die Mallorquinerin Marieta Salas Zaforteza kennen, Tochter eines erfolgreichen Geschäftsmannes. Die Hochzeit in der Kathedrale La Seu an einem Augusttag 1974 mit rund 700 geladenen Gästen war eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse der vergangenen Jahrzehnte. 

Auf Mallorca hinterlässt Tchokotua deutliche Spuren, auch wenn sich hinterher nicht alle Geschäfte als einwandfrei herausstellten. Eine wichtige Rolle spielte der Prinz bei der Übergabe des Palastes von Marivent an die Königsfamilie. Im Jahr 1965 hatte die Witwe des griechischen Malers Ioannis Saridakis den Palast an die Provinzverwaltung vermacht. Tchkotoua vermittelte und erreichte, dass Marivent der Königsfamilie überlassen wurde.

13 Jahre später erlangte Zou zweifelhafte Berühmtheit, als er im Immobilien-Betrugs-Skandal „Los Almendros" nur knapp einer Haftstrafe sowie einer Entschädigungszahlung entgehen konnte, nachdem er sich für insolvent erklärt hatte. Gemeinsam mit einer Immobilienfirma hatte Tchkotoua eine Wohnanlage in Palmas Stadtteil Son Rapinya errichten lassen, die nach kurzer Zeit Risse und feuchte Stellen aufwies. Seine beiden Geschäftspartner zahlten umgerechnet zwei Millionen Euro Entschädigung.

Später trieb Tchkotoua den Bau der Urbanisation Sol de Mallorca nahe Magaluf sowie des Casinos voran. Eines seiner letzten Geschäfte auf Mallorca war der Bau des Dorint-Hotels (heute: Steigenberger) in Camp de Mar. Auf Mallorca gehörten auch der Großindustrielle Gunter Sachs, Trauzeuge bei Tchkotouas Hochzeit mit Marieta Salas, und Model Claudia Schiffer zu seinem Freundeskreis. In den vergangenen Jahren lebte Tchkotoua in Marokko und machte im Dunstkreis des Königs Mohammed VI. Geschäfte.

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