01. Oktober 2019
01.10.2019

Die Stiftung Vicente Ferrer sagt der Armut den Kampf an

Seit 50 Jahren engagiert sich die fundación in einer bitterarmen Region in Südindien. Zeitgleich zum Jubiläum hat die Außenstelle auf Mallorca ihr neues Büro in Palma de Mallorca bezogen. Aus Indien kam Moncho Ferrer, der Sohn des Gründers

01.10.2019 | 01:00
Episoden extremer Dürre erschweren die Lebensverhältnisse im Süden Indiens zusätzlich.

Ob Nahrung, gesundheitliche Versorgung, Arbeit oder Bildung: Die Stiftung Vicente Ferrer kümmert sich auch auf Mallorca seit einem halben Jahrhundert darum, dass die Bevölkerung in der in Südindien gelegenen Stadt Anantapur und Umgebung grundlegende Dinge zum Überleben bekommt. Mittlerweile unterstützen 140.000 Privatpersonen und Unternehmen die Projekte der Nicht-Regierungs-Organisation, die ihren Hauptsitz in Barcelona hat. Selbst nach Indien reisen, um sich die Lage vor Ort anzuschauen und zu helfen, können nur die wenigsten von ihnen. Zum 50-jährigen Jubiläum der Stiftung ist Moncho Ferrer, der Sohn des 2009 verstorbenen Gründers, daher gerade auf Europa-Tour. Am Donnerstag (19.9.) war er zu den Feierlichkeiten in Palma de Mallorca zu Gast. „Es ist mir sehr wichtig, mich bei allen Unterstützern persönlich für ihre Arbeit in den vergangenen Jahren zu bedanken", so der 47-Jährige.

Eines der größten Probleme, mit der die Region, um die sich die Stiftung kümmert, in den vergangenen Jahren gekämpft hat, seien starke Dürre-Episoden. „Da 90 Prozent der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, reißen die klimatischen Bedingungen die Familien auseinander. Die Erwachsenen ziehen zum Arbeiten in die Stadt, die Kinder bleiben mit den Großeltern in den Dörfern", erzählt Ferrer. Durch die Gelder der Stiftung seien schon etwa 80.000 Häuser gebaut worden. Ihre Eigentümer seien fast immer Frauen. „Für viele Männer war das anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Aber wir kämpfen eben auch gegen geschlechtsspezifische Gewalt, Zwangsehen und dafür, dass auch junge Mädchen Zugang zur Bildung bekommen", so Ferrer.

Über 100.000 Frauen tauschen sich etwa in den über 7.000 sogenannten sanghams (Frauengruppen) miteinander aus. „Schon dadurch, dass sie sich zusammentun, fühlen sie sich stärker, um für ihre Rechte zu kämpfen", sagt Ferrer. Bei den Treffen geht es etwa um Ernährung und Erziehung, aber auch, an wen sie sich im Falle von Schwangerschaften wenden können. Schon über 130.000 Geburten seien in den von der Stiftung eingerichteten Krankenhäusern begleitet worden.

Wer von Mallorca aus helfen will, kann etwa im Fair-Trade-Laden der Stiftung in Palma einkaufen oder per Spende Pate eines Kindes werden (ab 21 Euro im Monat, https://fundacionvicenteferrer.org/es/apadrinar). Auch von Deutschland aus will die Stiftung mit einem ersten Büro in Berlin bald Spenden sammeln und die Bevölkerung für ihre Projekte sensibilisieren. Vicente Ferrer ist zwar verstorben, Sohn Moncho wird die Ziele seines Vaters aber weiterhin verfolgen. Nach Europa will der 47-Jährige erst einmal nicht ziehen. „Ich könnte überall leben, doch in Indien braucht man mich mehr", so Ferrer.


Fundación Vicente Ferrer
Fair-Trade-Laden mit Produkten aus Anantapur:
Carrer Anibal, 9, Palma (Santa Catalina).
Stiftung: Carrer Patronat Obrer, 14 B, Palma de Mallorca
Tel.: 971-22 01 09, www.fundacionvicenteferrer.org

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